Wohnen in Paris Altbauwohnung mit klassischer Eleganz

In einer der begehrtesten Gegenden von Paris fand die Architektin Isabelle Stanislas die perfekte Bleibe für sich und ihre Patchworkfamilie: Eine Altbauwohnung an der Rue de Rivoli, deren herrschaftliche Räume sie zum Teil halbierte - in der Höhe.

Um in Paris eine Wohnung im ersten Arrondissement zu erbeuten, braucht man entweder unendlich viel Zeit – oder einfach Glück. Es ist das älteste, kleinste und eines der teuersten Viertel in der französischen Hauptstadt. Wohnraum ist hier über die letzten Jahrzehnte selten geworden. Es gibt mehr Firmenlogos als Namensschilder an den Klingelknöpfen. Und eine Altbauwohnung in der Rue de Rivoli, in absoluter Toplage direkt gegenüber dem Louvre zu finden kommt einem Lottogewinn gleich. Isabelle Stanislas zog das große Los.

„Es dauerte keine Minute, nachdem ich die Altbauwohnung betreten hatte, und ich wusste, dass ich sie kaufen musste“, sagt die Pariser Architektin knapp, wie sie ihre Entscheidung damals gefällt hat. Sie bekam den Tipp 2009 von der Freundin eines Freundes einer Freundin: ein ehemaliges Büro, 200 Quadratmeter im ersten Stock in der von dem legendären Stadtplaner Baron Haussmann im 19. Jahrhundert erbauten Häuserzeile, die entlang der Tuilerien zur Place de la Concorde führt: „Es war gerade einen Tag auf dem Markt, das alte Parkett war abgetreten oder mit Filz belegt, die viereinhalb Meter hohen Decken abgehängt, Räume parzelliert, die Kamine zugebaut.“

Natürlich hat Isabelle Stanislas sofort erkannt, welch seltene Perle sie gefunden hatte. Kein Wunder. Sie ist seit 20 Jahren im Geschäft, ihr Büro So-An, das sie mit ihrer Partnerin Leiko Oshima führt, realisiert bis zu 15 Projekte im Jahr, und unter den Pariser Innenarchitekten ist sie ein Star. „Die Räume waren ganz offensichtlich ungeliebt“, sagt sie, aber ich konnte meinem Mann in ein paar Sätzen erklären, was man daraus machen kann. Vier Tage später unterschrieben wir den Vorvertrag.“ Das frisch vermählte Paar war auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung für die Familienzusammenführung gewesen. Denn bis dahin hatte Isabelle Stanislas mit Sohn Ascher, 13, und Tochter Gabrielle, 11, im zweiten Arrondissement gewohnt, ihr Mann David, ein erfolgreicher Kieferchirurg, mit seinen Söhnen Jonas, 14, und Zachary, 13, im vornehmen Neuilly am Stadtrand von Paris.

„Es war von Anfang an klar, dass wir den historischen Rahmen der Altbauwohnung erhalten und wiederherstellen würden. Schon aus Respekt vor der Fassade des Louvre gegenüber“, sagt Isabelle Stanislas und zeigt auf die Statuen von Napoleons Marschällen in ihren Paradeuniformen, die in Stein gemeißelt an der Außenwand des Stadtschlosses verewigt sind und mit strengem Auge durch die raumhohen Fenster in das Appartement blicken. „Die Räume mussten neu geordnet werden. Danach war jedes Experiment erlaubt, aber eher in den Details.“ Das ist in Kurzform genau das, was ihren Stil ausmacht.

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Autor:
Eva Müller-May
Fotograf:
Antoine Beralhé