Mix aus Antiquitäten, Design und Kunst Bewohnte Geschichte: Ein Zuhause im Kolonialstil

Holländer, Engländer, Inder: Das einstige Pfarrhaus im indischen Kerala hatte viele Bewohner. Heute lebt hier der deutsche Ausstellungsmacher und Hotelier Jörg Drechsel mit seiner baskischen Frau Txuku. Sie verliebten sich in die Architektur aus der Kolonialzeit, kauften und restaurierten den Bau und richteten ihn mit einem Mix aus Antiquitäten, Design und Kunst ein, der so international ist wie seine Geschichte.

"Love it or leave it!“ An Indien scheiden sich die Geister. Für viele Reisende ist die Begegnung mit Schmutz, Armut, Lärm und Menschenmassen ein Schock, andere kommen immer wieder, weil das Land sie nicht mehr loslässt. Manche bleiben ganz. „Farben, Gerüche, Töne, alles ist neu und intensiver als anderswo“, sagt Jörg Drechsel, und die Freude darüber ist ihm auch nach fast 20 Jahren noch anzumerken. Seit 1994 lebt der Deutsche mit seiner baskischen Frau Txuku in Kerala, dem kleinen Staat im Südwesten, der mit seiner florierenden Wirtschaft, dem funktionierenden Bildungsund Gesundheitssystem als besonders fortschrittlich gilt und sich selbst als „God’s Own Country“ preist. Als junger Mann hatte Drechsel, 66, ausgiebig den Nahen Osten, Zentralasien und Indien bereist, später beriet er als Experte für asiatische Kunst Museen und organisierte Ausstellungen in Deutschland und Japan.

Dass er auf einer Reise nach Kerala in der Hafenstadt Cochin ein Haus aus der Kolonialzeit kaufte, geschah zunächst aus reiner Liebe zu dieser Art der Architektur. Als er es mit heimischen Handwerkern dann aufwendig restaurierte und eine luxuriöse kleine Herberge daraus machte, wurden aus dem Ausstellungsmacher und seiner Frau auf einmal Hoteliers. Inzwischen gehören fünf solcher historischen Häuser und ein Hausboot zu ihrer vielfach ausgezeichneten Hotelgruppe „The Malabar House“ im historischen Teil von Cochin.

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Autor:
Sabine Wesemann