Wohnen am Tafelberg Bridge House in Kapstadt

Der holländische Möbelproduzent Jan te Lintelo und sein Partner ließen sich in Kapstadt ein Domizil in einzigartiger Lage mitten in einem Stück Urwald unterhalb des Tafelbergs bauen: Das Bridge House mit Ausblick zum Staunen.

Staunen und Begeisterung. Das sind die beiden Hauptgefühle, die den Gast im sogenannten Bridge House überwältigen. Es liegt unterhalb des Tafelbergs am Villenhügel Higgovale in der Nachbarschaft von Häusern, denen man die Wohlhabenheit ihrer Besitzer ansieht. Auch sie haben sicher den einen oder anderen schönen Blick auf Kapstadt. Aber keines hat diese – ja, das darf man hier klischeefrei behaupten – Traumlage. Es liegt inmitten eines abfallenden Geländes mit uralten Bäumen, exotischen Pflanzen und Sträuchern, mit moosbedeckten Wurzeln und Felsbrocken in einer Erosionsschlucht, die in der Regenzeit einen Bach plätschernd durch das Anwesen leitet. Eine ländliche Idylle.

„Wir haben wirklich Glück gehabt“, sagt Jan te Lintelo, dessen Möbelunternehmen seinen Nachnamen (aber mit zwei O) trägt. Der Niederländer und sein dänischer Partner Lars Nikolajsen hatten sich einige Immobilien angesehen, als sie zur Jahrtausendwende beschlossen, in ein Ferienhaus am Kap zu investieren. Jahrelang hatten sie in Ligurien geurlaubt, dann Kapstadt lieben gelernt. In ihren Winterferien im Jahr 2000, also im südafrikanischen Sommer, entdeckten sie dann zwei Tage vor ihrem Rückflug das zum Verkauf stehende Areal. Es gehörte einer alten Dame und bestand aus drei Grundstücken.

„Das Gelände war ziemlich verwildert, aber wir waren sofort begeistert und wollten wissen, ob wir das kaufen und bebauen könnten. Ich rief beim besten Architekturbüro Kapstadts an und bat naiv um einen sofortigen Termin“, erzählt Jan und wundert sich bis heute, dass er ihn mit Überredungskunst tatsächlich bekam.

Macio Miszewski, assoziiert mit Anya van der Merwe, sah sich das Objekt an, ließ sich die Vorstellungen der Kaufwilligen beschreiben und sagte zu, zeitnah eine Skizze zu erstellen. „Wir haben dann von Holland aus den Kauf getätigt. Anya und Macio fingen an zu planen, wurden Freunde und haben uns kaum gefragt –nur einmal, ob sie 5000 Rand für irgendetwas extra ausgeben dürften“, erklärt Jan im Plauderton.

Das Vertrauen in die Kreativität und Qualität der Architekten wurde nicht enttäuscht. „Um unseren Stil zu dokumentieren, habe ich ein Lookbook mit Fotos aus vielen Zeitschriften und Büchern für sie zusammengestellt“, sagt Lars. „Nach drei Monaten präsentierten sie uns ein Modell, das uns begeisterte.“ Zwei Jahre später war das Bridge House bezugsfertig.

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Schlagworte:
Autor:
Barbara Friedrich
Fotograf:
Bärbel Miebach