Restauration Die Dresdner Villa Salzburg

Vorbildlich restauriert beherbergen Säle der Dresdner Villa Salzburg jetzt Top-Marken der Möbelbranche.

Ungewöhnlichere Nachbarn könnte die alte Villa kaum haben: Gleich nebenan dämmert halb verfallen das angeblich erste Hochhaus Dresdens, 1960 gebaut und denkmalgeschützt, seit der Wende vor sich hin. Gegenüber tröten Elefanten über den Zaun des Dresdner Zoos. Dazwischen steht die Villa, eines der prächtigsten Häuser des früheren Englischen Viertels an der Tiergartenstraße, wo die reichen Familien der Stadt residierten.

Erbaut wurde das Haus im Stil der Gottfried-Semper-Schule (Dresdner Oper) 1874 für den jüdischen Textilhändler Adolph Salzburg, den Namensgeber des Anwesens. Noch überraschender als die Neorenaissance-Fassade mit den Balkonpfeilern, Gesimsen und Fensterbändern wirkt das Innere der Villa: Im offenen Entree – das nach einem Umbau 1909 über beide Geschosse bis unter eine Oberlichtverglasung reicht – stehen heute anstelle von Gründerzeit-Anrichten Stahlrohrmöbel, geradlinige Sofas und Leuchten internationaler Top- Einrichter. Dort, wo die achtköpfige Familie des Tuchhändlers einst umgeben von eichenvertäfelten Wänden vor dem mächtigen Marmorkamin speiste, werden heute zeitgemäße Essplatzlösungengezeigt. Und da, wo die Restauratoren Stuckornamente und goldgeprägte Seidentapeten freilegten, laden Betten von Schramm zueinem Probeliegen ein.

Autor:
Camilla Péus
Fotograf:
Silvio Knezevic