Meet the Rubells Ein Zuhause im Museum

Vor fast 50 Jahren begannen sie mit kleinem Budget junge Kunst zu kaufen. Heute gehört die private Sammlung von Mera und Don Rubell zu den grössten der Welt. Gezeigt wird sie in Miami, wo sie ein Lagerhaus zum Museum umbauten. Es ist auch ihr Zuhause.

Der Betonfußboden ist blank poliert wie eine Eislaufbahn und erstreckt sich auf gut 4000 Quadratmetern über die zwei Geschosse des ehemaligen Lagerhauses, das früher als Depot für konfiszierte Drogen und Waffen diente. Heute wohnen hier Don und Mera Rubell. Das Ehepaar entdeckte das Gebäude vor 20 Jahren in einem verwahrlosten Industriegebiet von Miami. Inzwischen ist Wynwood, durch dessen einst so triste Straßen Hunderudel streunten, zum lebendigsten Künstler- und Galerienviertel der Stadt geworden, und die Pioniere aus New York sind längst nicht mehr die einzigen Anwohner mit Swimmingpool. Seltener ist der eigene Tennisplatz und ein Fitnessstudio, was die Rubells auch noch in ihrem Haus unterbrachten.

Ihre Wohnverhältnisse beschreiben die beiden trotzdem als bescheiden: Wo doch ihr Apartment nur ein Zehntel des Gebäudes einnehme, geräumig sei, aber nicht verschwenderisch! Die restlichen 90 Prozent gehören der Kunst. Mera und Don Rubell haben in fast 50 Jahren mehr als 5000 Werke der Gegenwartskunst zusammengetragen. Ihre Privatsammlung ist eine der größten der Welt und das Ehepaar eine feste Größe im Kunstbetrieb. Mit ihrem „Familienmuseum“, der Rubell Family Collection, machen sie der Öffentlichkeit Ausstellungsräume zugänglich, deren Ausdehnung in etwa dem Whitney Museum in New York entspricht. „Das Haus ist so konzipiert, dass sich der Besucher nicht als Eindringling fühlen soll und wir die Galerien nicht als unser Wohnzimmer verstehen“, erklärt Mera Rubell. „Vielmehr teilen wir uns den Raum mit dem Publikum, und das verlangt gegenseitigen Respekt.“

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Claudia Steinberg