Maximale Transparenz Feriendomizil mitten im Dschungel

Strand und Meer gibt es doch überall auf der Welt, fand der Architekt Arthur Casas. Er schuf sich seinen Rückzugsort mitten im brasilianischen Regenwald: ein Haus, das mit maximaler Transparenz und Reduktion zur Bühne für die Natur wird.

Der Weg zu Arthur Casas’ Glück ist nicht weit, er dauert gerade mal zwei Stunden. Von São Paulo, wo der erfolgreiche Architekt ein Büro mit 40 Mitarbeitern hat, geht es Richtung Süden nach Guarujá, dem einst mondänen Badeort am Atlantik. Von hier aus noch ein kleines Stück weiter, rechts der Landstraße schippern Jachten über die Ausläufer des Rio Santos, links erhebt sich der brasilianische Regenwald. Dort hinein geht es jetzt, bei Kilometer 17,5, bis eine Schranke den Weg versperrt. Die Wachleute des Condomínio Iporanga blicken finster, lassen einen aber recht bald passieren. Das Auto quält sich im ersten Gang einen Hügel hinauf, Bäume, 20, 30 Meter hoch, recken sich krumm und urwüchsig dem Himmel entgegen, dann eine kleine Seitenstraße, und da steht es: das Haus von Arthur Casas.

Ein schlichter, zweigeschossiger Kubus, an den zwei Seiten verkleidet mit dem dunklen, heimischen Cumaru – einem Teakholz –, in der Mitte komplett verglast. Hier liegt das offene Wohnzimmer mit seinen fast sechs Meter hohen Scheiben, die sich gänzlich zur Seite schieben lassen. „Hier wollte ich immer leben“, sagt Senhor Arthur, „mitten im Dschungel.“ Und mitten in Brasiliens Weltkulturerbe, der Mata Atlântica. „Ich liebe diese Gegend“, sagt er, „dieses Wirrwarr der Fauna, dieses satte Grün.“ Er habe zwar nichts gegen Strand und Meer, aber das gebe es schließlich überall auf der Welt. Auch hier, in der Nähe seines Hauses: Ein kurzer Spaziergang durch die Wohnanlage, vorbei an einem Wasserfall, und schon kräuselt sich sanft das blaue Meer auf dem weißen Sand.

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Schlagworte:
Autor:
Franz Lenze
Fotograf:
Richard Powers