I Play the Street Life Im Loft von Lela Rose

I Play the Street Life. Bei Modeschöpferin Lela Rose ist das Private öffentlich: Ihr 600-Quadratmeter-Loft liegt im Erdgeschoss und hat eine fünf Meter hohe Glasfront zur Straße – mitten in Manhattans Szeneviertel Tribeca. Dass ihr Wohnzimmer manchmal mit einem Shop verwechselt wird, nimmt die gebürtige Texanerin gelassen. Sie liebt das Leben auf der Straße, hat einen ausgeprägten Sinn für Spektakel – und ihr Zuhause bietet durchaus Rückzugsmöglichkeiten.

Natürlich ein Möbelgeschäft. Was sonst sollte dieser lichte Raum sein, der sich hinter der prächtigen Gusseisenfassade an der White Street in Tribeca auftut? Die Gegend ist schließlich Manhattans Designviertel. Und das elegant-eklektische Arrangement aus einer runden Sitzbank von Pierre Paulin, einem Sofaklassiker von Edward Wormley und zwei bestickten Louis-quatorze-Sesseln spricht für sich. Und doch zögert man, durch die Ladentür zu treten, weil dieses Interieur statt der üblichen kühlen Eleganz jede Menge Persönlichkeit und Wärme verströmt. Wer sich dann doch hineinwagt, steht unvermittelt im Wohnzimmer der Modeschöpferin Lela Rose. Sie taucht bald darauf selbst aus den Tiefen ihres Lofts auf: groß, blond, in dunkelblauem Minikleid aus eigener Kollektion und Strümpfen in Orange, nein, „in Persimone“, wie sie lächelnd präzisiert, der Farbe der Kakifrucht – und stets ist sie erstaunlich gelassen angesichts der verlegenen Fremden, die hier manchmal zufällig hereinschneien. Nie würde sie woanders als im Parterre wohnen wollen, selbst mitten in einer Metropole wie New York nicht. „Ich bin in Vororten von Dallas aufgewachsen, da war der Bürgersteig Teil des Hauses“, erklärt die 38-Jährige. So entschied sie sich, dieses knapp 600 Quadratmeter große Loft zu ebener Erde zu beziehen – und überzeugte nebenbei auch ihren Mann, den Finanzier Brandon Jones, mit ihr auf den Metallstufen vor der Haustür Margaritas zu trinken, als säßen sie in Texas auf der Veranda.

Zuvor war der lange, tiefe Raum ein Lager für Stoffe gewesen. Lela Rose beauftragte Dan Wood und Amale Andraos, Gründer des Büros WORKac, mit dem Um- und Ausbau zur Wohnung. Die Architekten verwarfen von Anfang an den klassischen Ansatz, dem Geschoss mit minimalen Eingriffen die industrielle Dimension zu belassen. Stattdessen erarbeiteten sie eine „maximalistische“ Strategie, wie Dan Wood es nennt: „Wir zerlegten den Raum in eine Folge aus breiten Streifen mit verschiedenen Stimmungen und Funktionen. Auf das Wohnzimmer folgt ein bambusgetäfeltes Gehäuse mit Bar und Einbauschränken, das von Küche und Esszimmer und zuletzt von einem Spielbereich für die beiden Kinder abgelöst wird.“

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Autor:
Claudia Steinberg
Fotograf:
Costas Picadas, GAP Interiors