Das neue Haus von Alberto Alessi La Cascina Alessi

Ein Produkt seiner Firma findet sich heutzutage fast in jedem Haushalt. Wir haben Alberto Alessi in seinem neuen Haus am Ortasee besucht, wo er sich einen Traum erfüllt: Zusammen mit Gattin Laura baut er Wein an - die pure Leidenschaft.

Als ich Alberto Alessi das erste Mal besuchte, machte ich auch eine Reportage über sein neues Haus am idyllischen Ortasee. Der kreative Kopf des weltberühmten italienischen Unternehmens, dessen originelle Produkte von weltbekannten Designern gestaltet sind, die weltweit vertrieben werden, und die in kaum einem deutschen Haushalt nicht wenigstens mit einem Wasserkessel, einer Zitruspresse oder einer Pfeffermühle vertreten sind, hatte sich ein Haus wie ein Dorf bauen lassen. Acht seiner Lieblingsgestalter verwirklichten unter der Regie seines Freundes und Beraters, dem Mailänder Architekten und Designer Alessandro Mendini „La Casa della Felicità“, ein eklektisches Zitat der Postmoderne (A&W 1/90).

Das Haus des Glücks ließ er für sich, seine Frau und seine Teenager- Tochter bauen. Und für seinen Traum, dass schöne Dinge Menschen glücklicher machen. Das ist über 20 Jahre her. Auch diesmal bin ich zu Gast in seinem neuen Haus. Wieder ist Alessandro Mendini, nun 80, der Architekt. Wieder steht es nicht weit entfernt von der Firmenzentrale in Crusinallo bei Omegna. Und wieder hat Alberto Alessi es für sich, seine Frau und die Tochter bauen lassen. Aber das sind dann auch schon die einzigen Gemeinsamkeiten mit dem Zuhause aus den späten Achtzigern.

Alberto Alessi

„Wir wollten ein Landhaus, so einfach wie möglich“, erklärt Alberto Alessi, „In Emmas Reich aber darf es kreativ bunt zugehen.“

Frau und Tochter sind Alberto Alessis zweite Familie: Laura und die zehnjährige Emma, Papas Sonnenschein und Wirbelwind. Auch das 2010 bezogene neue Domizil ist eine andere Welt. Das ehemalige Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert in den Hügeln über dem Ufer mit traumhaftem Blick auf den See und die Isola San Giulio hat Alberto Alessi schon in den 70er-Jahren gelockt: „Aber damals konnte ich es nicht kaufen.“ Doch das bereits 1865 als „Cascina Eugenia“ im Kataster erwähnte Landgut ging ihm nicht aus dem Sinn. „Ich hatte eigentlich immer den Traum, eines Tages mal Wein zu machen“, gesteht der entspannte Mitt - sechziger, dem der Genießer anzusehen ist.

 

 

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Autor:
Barbara Friedrich
Fotograf:
Giovanni Castell