Im Bungalow "Interbau" Zeitlos wohnen

Von Berufs wegen schaut der Architekt, Designtheoretiker und Kurator Friedrich von Borries in die Zukunft. Privat lebt er mit seiner Familie in einer Wohnvision, die vor über 50 Jahren Gestalt annahm: in einem Bungalow der "Interbau" im Berliner Hansaviertel - eine Ikone, möbliert mit Klassikern. 

Berlin, sechs Uhr nachmittags. Auf der Straße des 17. Juni schiebt sich der Feierabendverkehr aus der Stadt. Im Hansaviertel, nur 600 Meter weiter, hört man die Vögel zwitschern. Friedrich von Borries kommt mit dem Rennrad nach Hause, er ist etwas außer Atem und noch unter Druck. Er lehnt das Rad gegen das blaue Garagentor, eilt durch die offene Haustür ins Wohnzimmer, setzt sich auf die Sofakante und hackt eine E-Mail in seinen Lap top: „Die muss heute noch raus – morgen ist Präsentation.“ Für das Land Berlin hat er untersucht, wie sich Parks, Gärten und Brachen bis 2050 entwickeln werden, wie sich etwa Grünflächen mit der Stadt vernetzen lassen und durch die Zunahme kleiner Parks, Dach- und Schrebergärten die Selbstversorgung in Metropolen Einzug hält. „Vielleicht wird Urban Gardening bald zum Großstadthobby“, sagt er.

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Autor:
Camilla Péus
Fotograf:
Steffen Jänicke