Die Inhalte des aktuellen Hefts in der Übersicht

Alle Infos aus dem aktuellen Heft der A&W finden Sie hier im Überblick. Freuen Sie sich auf viele spannende Artikel und Reportagen rund um Architektur und Wohnen!

ausgabe 03/2018

Bis zum Jahr 2050 werden über zwei Drittel der Weltbe- völkerung in Städten leben, so Prognosen. Das muss nichts heißen, Urbanität ist ein großartiger Schmelztiegel der Kreativität und der Kulturen, kurze Wege sparen Energie und verhindern die Zersiedelung der Landschaft. Und Städte sind praktisch: zum Flughafen mit der U-Bahn, in den Club zu Fuß, mit Lastenfahrrad und Kids in die Kita. Aber: In Schanghai lagen die Immobilienpreise im letzten Sommer bei rund 11 000 Euro pro Quadratmeter, in New York bei 990o. Mein chine- sischer Chefredakteurskollege bei Robb Report berichtete neu- lich, dass in den Toplagen Schanghais auch schon mal 30000 Euro pro Quadratmeter hingeblättert würden. Wer den größeren Zusammenhang sieht, wundert sich demnach nicht, warum wohlhabende Ausländer lieber in Berlin-Charlottenburg wohnen als im smogverpesteten Peking. Auf- grund der Macht des Faktischen müsste man dann nicht erst Stardesigner Piero Lissoni (ab Seite 96) in seinem Landhaus in der Maremma besuchen oder Avantgarde-Architekt Peter Haimerl, der im bayerischen Wald einen der besten Konzertsäle der Welt baute (ab Seite 26). Die Provinz kommt gestalterisch richtig in Fahrt. Aber könnte es vielleicht auch sein, dass ein zusätzlicher Boom des Ländlichen selbst ohne Preisexplosion in den Städten kurz bevorsteht? Ich gestehe offen, dass mich in das Kleinstädtchen Bad Segeberg, in dem ich aufgewachsen bin, vor allem meine Mutter zieht und ihr hingebungsvoll gepflegter Garten. Ich wage mich jetzt dennoch mal vor: All die Nachteile, die man auf dem Land heute täglich erlebt, könnten in wenigen Jahren schlicht nicht mehr existieren: Fangen wir mit schnellem Internet an, spätestens mit dem neuen Mobilfunktstandard 5G verfügt jeder Handybesitzer ab dem Jahr 2020 über die zehnfache Datengeschwindigkeit von LTE. Pendler werden bereits ab 2019 morgens mit autonom fahrenden Autos der Stufe 3 Zeitung lesen können. Ab circa 2025 wird die Bürofahrt mit Autonomie-Level 4 dann bereits als reine Arbeitszeit genutzt werden. Die Firma Baufritz bietet derzeit schon energieautarke Häuser an. Und Amazon liefert testweise im englischen Cambridgeshire Waren mit Drohnen aus. Das Onlinevideo amzn.to/primeair mag 1000 Betrachter verängstigen, aber 19-mal mehr Menschen gefällt es. Wir sind dem Traum vom Schlaraffenland aus Hans Sachs’ gleichnamigen Märchen, das Pieter Bruegel der Ältere 1567 als Öl- gemälde festhielt, ziemlich nahe. Die Lebensmittel, die dort von rotierenden Platten direkt in die Bauernmünder fallen, kommen demnächst direkt aus dem Himmel und heißen TacoCopter. Insofern rate ich zu radikalen Gedan- ken, zum Beispiel an ein Häuschen im Grünen. Viel Spaß bei der Lektüre! 

 

 

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