Das Architekturbüro Graft ist weltweit bekannt Die Entwürfe

Zuerst Los Angeles, dann Berlin und Beijing: Der Name Graft steht für ein Architekturbüro, das von drei Kontinenten aus weltweit operiert. Mit Anschubhilfe aus Hollywood hat sich das Gründer-Trio auch in Deutschland einen Namen gemacht – und dabei mit so manchen Konventionen und Klischees gebrochen.
Die Entwürfe

Hochhauskomplex

Licht-Türme

Der geplante Hochhauskomplex im chinesischen Dalian greift organische Formen auf.

Ihre Entwürfe werden stets mit perfekten Renderings präsentiert; ob sie tatsächlich gebaut werden, spielt für die Öffentlichkeit kaum noch eine Rolle. Die Jungs stehen längst auch ohne Brad Pitt im Rampenlicht. Ihre Handschrift sind fließende Räume mit weichen Kurven und sanften, geschwungenen Linien. Interiors, die wie Traumszenarien wirken – so die Zahnarztpraxis KU 64 und das Hotel Q in Berlin, belegen eine Raumauffassung, die mit gängigen Konventionen bricht. Decken und Böden bäumen sich wie Dünen zu schwingenden Formen auf und binden Funktionsbereiche wie Rezeption oder Lounge-Zonen, aber auch Betten und Badewannen optisch in das Raumkontinuum ein.

Messestand

Eye-Catcher

Der Messestand für einen amerikanischen Sci-Fi-Channel geriet zur begehbaren Riesenplastik aus Acrylglas.

„Es geht darum, das Leben wie ein Spiel zu begreifen“, sagt Thomas Willemeit. „Ein Spiel, das eine zusätzliche Lebensqualität schafft.“ Diese Qualität kann unterschiedlich aussehen. So, wie im kürzlich eröffneten Ginko Bacchus Restaurant im chinesischen Chengdu, das wie eine dionysische Spiegelhöhle inszeniert ist. Oder so wie im preisgekürten Entwurf für eine Kirche in Wünsdorf, die sich wie ein leuchtender Kristall vom umliegenden Wald abhebt. Einen Unterschied zwischen Interiors und Hochbauten mache Graft nicht. „Michelangelo ist auch nicht als Innenarchitekt zu kategorisieren“, meint Lars Krückeberg dazu nur. So gestalten die Architekten mit demselben Enthusiasmus Waschbecken und Einfamilienhäuser, Hochhauskomplexe wie den im chinesischen Dalian und Masterpläne für ganze Stadtquartiere.

Autor:
Sandra Hofmeister
Fotograf:
Jan Bitter, Ricky Ridecos, Virginia Miller