Big Bang aus Dänemark Gipfelweg nach Utopia

Auf dem Weg nach Utopia: Im Eiltempo erobert die dänische Architektengruppe BIG um Bjarke Ingels derzeit die Welt – mit unorthodoxen Ideen mixt sie tradierte Elemente und entwirft dabei spektakulär Neues. 

Offenbar musste erst ein junger Däne kommen, um ohne Angst vor „Bigness“, vor Größe zu entwerfen, mit Lösungen abseits der gängigen Standards. Auf dem Grundriss einer Acht errichtet, ragt unweit des „Mountain“ schon der Rohbau des „8 House“ in die Luft. Eine durchgängige Promenade wird die zehn Geschosse der großen Wohnmaschine in Loops verbinden wie eine belebte Dorfstraße. Es gibt noch viele solcher atemberaubenden BIG-Ideen, die in den nächsten Jahren Form annehmen werden. Die dänische Bescheidenheit haben die Enkel von Arne Jacobsen jedenfalls längst aufgegeben und den Gipfelweg nach Utopia eingeschlagen. „Ich mag es, weil es verrückt ist und doch seine Berechtigung hat“, meint Todd Bennett, der vor eineinhalb Jahren aus den USA zu BIG gestoßen ist und die architektonischen Berge in Kopenhagen seitdem zu schätzen weiß. Auch wenn er die kalifornische Sonne manchmal vermisst.  

 

BJARKE INGELS

Comic-Zeichner wollte der am 4. Oktober 1974 geborene Bjarke Ingels eigentlich werden und entschied sich mehr aus Verlegenheit für die Architektur. Nach seinem Studium in Kopenhagen arbeitet Ingels in Rem Koolhaas’ Office for Metropolitan Architecture (OMA) in Rotterdam; 2001 gründete er gemeinsam mit dem Belgier Julien de Smedt die Bürogemeinschaft PLOT und firmiert seit 2005 eigenständig unter dem Namen BIG, Bjarke Ingels Group. Seine Projekte wurden mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet; 2004 erhielten Ingels und Smedt auf der Biennale in Venedig einen Goldenen Löwen für den Konzertsaal im norwegischen Stavanger. Ingels ist derzeit Gastprofessor an der Columbia University in New York und leitet gemeinsam mit seinem internationalen Architektenteam in Kopenhagen mehrere Großprojekte in Europa und China. Nach dem Motto „Yes is More“ entwirft BIG für eine bessere Zukunft, in der Ökologie und Ökonomie vereint sind. Als Vertreter einer jungen Architektengeneration konnte sich das Büro vor allem bei internationalen Projekten gegen ein Staraufgebot an Mitbewerbern durchsetzen. 

 

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Autor:
Sandra Hofmeister
Fotograf:
Angela Bergling