Nominiert für den A&W-Architekt des Jahres 2016 Matteo Thun

„Jeder neue Standort verlangt einen Start bei null“, erklärt Matteo Thun. Kennt man das Werk des italienischen Architekten und Designers, kann man sich vorstellen, wie schwer ihm diese Strategie fallen muss. Denn was er jeweils ausblenden muss, ist gewaltig und wird jedes Jahr mehr. Matteo Thun, 1952 in Bozen als Matthäus Antonius Maria Graf von Thun und Hohenstein geboren, ist einer der erfolgreichsten und umtriebigsten Gestalter in Europa. Sein Schaffen reicht von Espressotassen und Uhren bis zu Fertighäusern, gewerblichen Gebäudefassaden und Hotels mitsamt Interior. Thun war Mitbegründer der Gruppe Memphis, trennte sich aber schon früh von der einflussreichen Vereinigung. Er wandte sich als einer der Ersten dem ökologischen Bauen zu. Markante Beispiele hierfür sind das hölzerne Niedrigenergie-Fertighaus Sole Mio für den Hersteller Griffner aus dem Jahr 1990. Und natürlich das elegante, stille Vigilius Mountain Resort, mit dem er 15 Jahre später Ökologie in elegantes Design aus lokalen Materialien übersetzte. „Eco statt Ego“ nannte Thun diese Entwurfsstrategie. Er kombiniert sie mit einem ausgeprägten Sinn für Materialien und Haptik und zitiert Goethe, um sein Gefühl für Räume zu beschreiben: „Mit den Augen greifen, mit den Fingern sehen.“ Zuletzt stellte er in Venedig das luxuriöse JW Marriott Resort fertig, in Hamburg arbeitet er als Artdirector für Interior am neuen Hotel The Fontenay. Selbst nimmt er sich stark zurück. Das Label „Matteo Thun“ sucht man auf seinen Projekten vergeblich.

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