Nominiert für den A&W Architekten des Jahres 2015 Stefan Behnisch

Sein Markenzeichen ist grüne Architektur. Mit der Betonung auf die Architektur. Stefan Behnisch, der ein Büro mit drei Niederlassungen und rund 70 Mitarbeitern führt, begnügt sich nicht mit nachträglich eingebauter Haustechnik, um eine gute Energiebilanz zu erzielen. Er geht das Ziel von Grund auf an – mit der Ausrichtung und Ausformung des gesamten Gebäudes. Beim Marco Polo Tower in Hamburg, einem skulpturalen Wohnturm in der Hafencity, bedeutet dies, dass die auskragenden Balkons nicht nur Außenräume mit spektakulärem Panorama über die Elbe sind, sie beschatten auch bewusst die darunterliegenden Räume. Die können dann große Scheiben bekommen – für einen ungestörten Hafenblick – und werden dennoch nicht zu stark durch Sonnenlicht aufgeheizt. Die Haustechnik wird auf diese Weise minimiert und entlastet. Ähnlich ging Behnisch, dessen Vater Günter ebenfalls renommierter Architekt war und mitverantwortlich für die Planung des Münchner Olympiastadions, auch in der gleich neben dem Tower liegenden Zentrale von Unilever Deutschland vor. Hier schirmen Kunststofffolien die Fenster wie auch die außen liegenden Jalousien vor dem Wind ab. Kombiniert mit LED-Leuchten und Sensoren, aktivierten Betonkernen, Wärmetauschern und einem Tageslicht-durchfluteten Atrium entsteht so eine auf den Ort bezogene, durch und durch nachhaltige Architektur. Das klingt komplex und ist es auch. Aber es lohnt sich. Denen, die darin leben und arbeiten, erscheint sie einfach, angenehm und schön.