Architektur nach Partitur Vervollständigung des Gesamtkonzepts

Dach der Berliner Philharmonie

Das Dach der Philharmonie krönt ein flügelschlagender „Phönix“. Die Skulptur aus Leichtmetall, die von der Gartenseite zu sehen ist, entwarf Bildhauer Hans Uhlmann. Trotz des von außen ziemlich verschlossen wirkenden Baukörpers findet Scharoun immer wieder Wege, Tageslicht in das Foyer zu lassen, was den offenherzigen Charakter unterstützt.

Erst nach Scharouns Tod 1972 wurde sein Gesamtkonzept weitgehend vervollständigt. Der Kammermusiksaal und das Musikinstrumenten-Museum gesellten sich zur Philharmonie, gegenüber an der Potsdamer Straße wurde die Staatsbibliothek errichtet, alle drei Bauten von Edgar Wisniewski, dem ehemaligen Mitarbeiter Scharouns, nach Plänen seines Meisters vollendet beziehungsweise realisiert.

Sein Entwurf setzt einen neuen Maßstab der Konzerthallenarchitektur. Hans Scharoun wird bald und oft kopiert von den Größten seiner Zunft; zuerst von Jørn Utzon beim Sydney Opera House, später unter anderem beim Parco della Musica in Rom von Renzo Piano, von Frank Gehry bei der Walt Disney Music Hall in Los Angeles und demnächst wohl von Herzog & de Meuron für die Elbphilharmonie in Hamburg.

Eine besondere Form der Anerkennung, der auch ein berühmter Zeitgenosse Scharouns Ausdruck verlieh. Der Schriftsteller Max Frisch, der selbst als Architekt tätig war, schrieb nach einem Besuch in der Philharmonie in einem Brief an Hans Scharoun: „Man ist einfach da. Man ist da, wo die Musik herkommt. Ich sehne mich nach diesem Raum!“

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Schlagworte:
Autor:
Jan van Rossem
Fotograf:
Kai-Uwe Gundlach