Walter Gropius Marketingeffekt

In der tiefsten niedersächsischen Provinz steht ein Gebäude, das den Beginn der Architekturmoderne markiert. Eher einen Frühstart: Der Architekt Walter Gropius hat erst ein Jahrzehnt später mit dem Bauhaus diesen Stil zum Erfolg geführt. Zum 100-jährigen Jubiläum soll das Fagus-Werk in Alfeld Weltkulturerbe der Unesco werden.

Marketingeffekt

 

Zum einen erkannte er den Marketingeffekt der spektakulären neuen Architektur. Das Fagus-Werk wurde direkt an der viel befahrenen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Frankfurt gebaut, „und so ein mustergültiger Bau“, schrieb Benscheidt an den jungen Gropius, „kann auch zugleich eine gute Reklame sein“. Zum anderen folgte der auch sozial engagierte Unternehmer den Proklamationen des Architekten, der vor Baubeginn in einem Vortrag forderte: „Der Arbeit müssen Paläste errichtet werden, die dem Fabrikarbeiter, dem Sklaven der modernen Industriearbeit, nicht nur Licht, Luft und Reinlichkeit geben, sondern ihn noch etwas spüren lassen von der Würde der gemeinsamen großen Idee, die das Ganze treibt.“Zum einen erkannte er den Marketingeffekt der spektakulären neuen Architektur. Das Fagus-Werk wurde direkt an der viel befahrenen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Frankfurt gebaut, „und so ein mustergültiger Bau“, schrieb Benscheidt an den jungen Gropius, „kann auch zugleich eine gute Reklame sein“. Zum anderen folgte der auch sozial engagierte Unternehmer den Proklamationen des Architekten, der vor Baubeginn in einem Vortrag forderte: „Der Arbeit müssen Paläste errichtet werden, die dem Fabrikarbeiter, dem Sklaven der modernen Industriearbeit, nicht nur Licht, Luft und Reinlichkeit geben, sondern ihn noch etwas spüren lassen von der Würde der gemeinsamen großen Idee, die das Ganze treibt.“

Seinen Worten ließ Gropius nur wenige Monate später Taten folgen. In der Produktionshalle des Fagus-Werks, in der noch heute Schuhleisten für namhafte Kunden wie Adidas, Lloyds und Ecco gefertigt werden, ist nicht nur die Front zur Straßenseite zu etwa zwei Dritteln in der Höhe verglast, auch in das sägezahnförmige Sheddach sind zur gegenüberliegenden Seite großflächige Fenster eingelassen, was den Raum licht und offen gestaltet. Unverkleidete Eisenträger als Stützen und sichtbare Eisenträger im Fußboden zeugen von einer äußerst sparsamen Ausstattung der Produktionsstätte. Trotzdem vermittelt die Halle Leichtigkeit – und eine für eine Fabrik angenehme Arbeitsatmosphäre.

 

Schlagworte:
Autor:
Jan van Rossem
Fotograf:
Thomas Herrmann