USM-Mentorpreis für Architektur by A&W Teamarbeit

Das Rotterdamer Büro MVRDV, „A&W-Architekt des Jahres 2012“, hat die Landschaftsarchitektin Anouk Vogel für den „USM-Mentorpreis für Architektur by A&W“ nominiert. Die gebürtige Genferin entwirft in ihrem Amsterdamer Büro poetische und dabei grafisch klar gegliederte Gartenlandschaften. Gern mit einer kleinen rebellischen Note.


Vondelpark Furniture

Vondelpark Furniture

Für den bekanntesten Park in Amsterdam entwirft sie gemeinsam mit ihren Büropartnern neue Bänke und Leuchten mit floralen Mustern und gusseisernen Vögeln.

Um die Beine ihres Schreibtisches hat Anouk Vogels Büropartnerin, die Grafikdesignerin Sonja Haller, Pappkartons aufgestellt, hinter denen ein helles Bellen zu vernehmen ist. Mika, ein bisschen Labrador, ein bisschen Spaniel, ein bisschen Retriever, ist der elf Wochen alte Neuzugang der Bürogemeinschaft, zu der auch noch der schwedische Architekt Johan Selbing gehört. Mika möchte lieber die Welt außerhalb der langweiligen braunen Wände entdecken. Vor allem möchte sie mit Bo spielen, was sie, nachdem sie ihrem temporären Gefängnis entfliehen konnte, aus voller Kehle kundtut. Bo ist Anouks vierbeiniger Begleiter, ein acht Jahre älterer Windhund. Allerdings die Variante „schläfriger, eher gemütlicher Windhund“, der gelangweilt in seinem Körbchen gähnt. Keine Chance auf eine kleine Verfolgungsjagd für den Welpen.

Mit ihren beiden Büropartnern entwickelt Anouk immer öfter gemeinsame Projekte. Das umfangreichste und prestigeträchtigste umfasst die Neugestaltung der Parkbänke, Wegleuchten und Abfalleimer in der Amsterdamer Vorzeigegrünfläche, dem zentralen Vondelpark. Entworfen haben sie verschiedene Gestelle für die Bänke, in manchen ranken blätterige Äste, andere zeigen stilisierte Wiesengräser, auf einigen scheinen kleine Spatzen zu sitzen und auf Krumen der rastsuchenden Spaziergänger zu warten. Alles aus Gusseisen. Insgesamt hat die Stadtverwaltung 300 neue Bänke geordert. Die Variante mit den Vögeln ist schon zu bewundern, diese Bänke stehen im ersten Teil des Parks. Und wenn man auf den neuen Laternen auch mal zwei Vögelchen sieht, die sich dort ausruhen, dann handelt es sich dabei wahrscheinlich um Exemplare aus Gusseisen, die von dem Kreativteam hin und wieder dort platziert wurden. Aber sicher ist es nicht.

Autor:
Jan van Rossem
Fotograf:
Jan Kopetzky