Stadtplanung Utopie oder Pragmantismus?

Die Immobilienkrise hat schwere Architekturprobleme sichtbar gemacht – ein Thema für Barry Bergdoll. Wir sprachen mit dem investigativen Chefkurator am New Yorker MoMA über City, Suburb und Stararchitekten.

Garten in der Maschine

Garten in der Maschine“ nennen die Studio Gang Architects unter Leitung von Jeanne Gang den grün durchzogenen Wohnkomplex. Sie haben ihn in eine leere Fabrik hineingebaut.

Sind die gezeigten Projekte eher utopisch oder pragmatisch orientiert? Sie haben genug visionäre Kraft, um sich einzuprägen und sind nicht so utopisch, dass sie als Phantasiegebilde abgetan werden. Allerdings können die Projekte mit den derzeit gegebenen finanziellen, juristischen und baugesetzlichen Verordnungen nicht realisiert werden. Damit üben wir implizit Kritik an den aktuellen Verhältnissen und entlarven diese Vorschriften als schwere Behinderung beim Schaffen erschwinglicher, gerechter und umweltfreundlicher Infrastruktur. Zwar können wir als Museum die Immobilienkrise nicht lösen, aber wie Chicagos Bürgermeister Rahm Emanuel kürzlich sagte, eine Krise ist eine Gelegenheit, die man nicht verpassen sollte.

Die Ära der „Stararchitekten“ sei passé, sagen Sie. Haben diese Baukünstler nicht auch Visionen entwickelt? Ich erwarte gespannt jedes neue Projekt von Rem Koolhaas. Trotzdem, der Wirbel um die Stararchitekten verdeckt, dass sich ihre Aufgaben reduzieren. Keiner braucht immer neue Glamourboutiquen und Museen. „Foreclosed“ propagiert neue interdisziplinäre Arbeitsweisen; wir zeigen, was Architektur gesellschaftlich leisten kann.

 

Schlagworte:
Autor:
Claudia Steinberg
Fotograf:
James Ewing, MOS Architects, Robin Holland, Studio Gang Architects, WORKac