Audi Mentorpreis by A&W 2010 Biografie

Algen, Kuhmägen, alte Knochen: Julia Lohmann entdeckt die Schönheit in Dingen, die andere eklig und wertlos finden. Mit ihren Objekten untersucht sie unser Verhältnis zur Natur – und erweitert so die Gesetze der Gestaltung. Deshalb erhielt die in London lebende deutsche Designerin den Audi Mentorpreis by A&W 2010.

Biografie

 

Julia Lohmann

Lampenschirme aus Schafsmägen, Vasen aus Rinderknochen, Sitzbänke aus Kuhhaut – Julia Lohmanns Arbeiten gehen der Aufbereitung von Naturabfällen auf den Grund. Seetang als Material für Möbel-Furniere ist so abwegig in der Tat nicht. Was in der japanischen Küche vorwiegend zur Umwicklung von Sushiröllchen eingesetzt wird, ist in Japan früher zur Wandisolierung, Dachbedeckung und Füllung von Polstermöbeln genutzt worden. In einem Workshop für die Interieur Design Abteilung von Audi setzt Julia Lohmann 2010 das Meereskraut als Ummantelung von Entwürfen ein, die vorher aus Styropor entstanden sind. Die Erfahrungen aus dem Workshop tauchen in ihren jüngsten Arbeiten wieder auf: Die „Urushi-Kombu“-Häuser sind Kästen, die in verschiedenen Kombinationen auf dem Tisch arrangiert und als Behälter genutzt werden können. Die Kästen sind mit traditionellen japanischen Lacken beschichtet, während die dachförmigen Deckel mit Seetang furniert wurden.

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Autor:
Gabriele Thiels
Fotograf:
Muir Vidler