Designgeschichte Und die Designer?

Deutsches Design - solide Ingenieurskunst oder phantasievolle Vision? Volker Albus, Protagonist des Aufbruchs der 80er-Jahre und Dekan an der HfG Karlsruhe analysiert die Geschichte des deutschen Designs vom Bauhaus bis heute.

 

Für sie stellt dieser Pluralismus natürlich eine Idealsituation dar, müssen sie sich doch nicht einem anonymen Diktum wie „Form follows function“ und ähnlichen unterordnen, sondern können über ihre Arbeit die Geschmacksbildung direkt beeinflussen. Immerhin ist es in den letzten Jahren drei deutschen Designern gelungen, sich auch international zu etablieren: Werner Aisslinger, Stefan Diez und Konstantin Grcic. Alle drei sind nicht nur in den Kollektionen der „angesagtesten“ Firmen wie Cappellini, Vitra, Plank, Magis, Wilkhahn oder Thonet vertreten, sie setzen sich auch mit Herausforderungen auseinander, die vom Markt noch nicht adäquat bedient werden.

Das Ergebnis sind dann Freischwinger aus Kunststoff wie Grcics „Myto“ oder die utopische Idee vom nachwachsenden Möbel (Aisslinger). KGID (Konstantin Grcic Industrial Design) nennt der wohl erfolgreichste deutsche Designer seine Firma. Und in diesem Kürzel kommt das Verständnis des Designers von heute geradezu idealtypisch zum Ausdruck: Einerseits definiert er sich als selbstbestimmter Autor, aber ebenso versteht er sich als Industrial Designer der Gesellschaft verpflichtet.

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