Design Designorientierte Hersteller von B-C

Designorientierte Unternehmen in Deutschland von A-Z.

 

„Serie 1930 made by Rosenthal“ (Rosenthal)

„Serie 1930 made by Rosenthal“ (Rosenthal)

Berker

Im Jahr 1919, als bei Einbruch der Dunkelheit in den Häusern und Wohnungen noch Kerzen und Gaslichter angezündet wurden, ist den Brüdern Robert und Hugo Berker bereits klar, dass den Flammen nicht die Zukunft gehört. Sie setzen auf die damals exotische Elektrizität und gründen in ihrem sauerländischen Heimatort Schalksmühle auf 40 Quadratmetern eine Firma für Steckdosen und Schalter. Für Berker entwerfen im Laufe der Jahre der ehemalige VW-Chefdesigner Peter Schreyer und das Team von Oco-Design. Internationale Architekten planen die Anlagen und Schalter in ihre Gebäude ein, z. B. Matteo Thun im Vigilius Mountain Resort in Südtirol. Mittlerweile bietet das Unternehmen auch Lösungen für das vernetzte Haus und nahezu unsichtbare Hausmusiklösungen an. Bei „Berker Radio Touch“ sieht man nur noch ein kleines Touchscreen-Display und vielleicht eine ipod-Dockingstation. Alles andere ist unter Putz. berker.de

Duschfläche „Bettefloor“

„Bettefloor“

Bette

Stahlverformung und Emailleveredlung sind die Kernkompetenzen des 1952 von Heinrich Bette und Günther Schlichtherle in Delbrück bei Paderborn gegründeten Unternehmens. Und die heute etwa 300 Mitarbeiter stellen rund 600 verschiedene Produkte aus dem Badbereich her, die unter anderem von Spezialisten wie › Reiner Moll, › Sieger Design, Jochen Schmiddem sowie dem Londoner Allroundgestalter Jasper Morrison exklusiv für die Westfalen gestaltet werden. Bette hat sich einen Namen gemacht mit extraflachen Duschwannen, eine kontinuierliche Entwicklung, die 2006 vorerst gipfelte in der bodenebenen Duschfläche „Bettefloor“. Vor allem auf besonders edle Oberflächen legt das Unternehmen bei seinen Produkten wert, ein Merkmal, mit dem man sich von den Mitbewerbern unterscheiden will. Seit 2009 wurde das Sortiment erweitert um Waschtische – natürlich aus Stahl und Emaille. Viele Modelle sind mit Designpreisen ausgezeichnet, von Design Plus bis Bundespreis Deutschland. bette.de

Sofa „Saloni“ (H.Schnabel, M.Schneider)

„Saloni“ (H.Schnabel, M.Schneider)

Bielefelder Werkstätten

Polstermöbel sind keine Modeartikel, lautet die Firmenphilosophie. „Unser Haus entwickelt Stoffe und Formen, die man auch nach 20 Jahren noch gern anschaut“, sagt Geschäftsführer Rudolf Fiedler. Das Ergebnis sind zeitlose, qualitativ hochwertig gefertigte und robuste „Lebensgefährten“. Ein Konzept, das vor allem im deutschsprachigen Raum und den Beneluxländern ankommt und seit der Firmengründung 1956 stabile Umsätze bringt. Das Unternehmen beschäftigt 140 Mitarbeiter in Bielefeld und gehört zur › JAB-Anstoetz-Gruppe. Es arbeitet auch mit externen Designern zusammen, u. a. › Andreas Weber. bielefelder-werkstaetten.de

„Kühlschrank Classic Edition“

„Kühlschrank Classic Edition“

Bosch

„Lieber Geld verlieren als Vertrauen“, lautet das Motto des Erfinders und Unternehmers Robert Bosch. Mit nur 10 000 Mark gründet er am 11.11.1886 in Stuttgart seine „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“. Das Konzept, langlebige und funktionale Haushaltsgeräte herzustellen, ist nach wie vor erfolgreich. 1967 teilte sich die Marke: in die „Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH“ mit Sitz in München und die „Robert Bosch GmbH“ in Stuttgart, die Auto-Elektronik produziert. „Wir bauen Lebensqualität“ – seit 1989 dehnt Bosch die Firmenphilosophie auf den Umweltschutz aus. Für die Entwicklung energieeffizienter Technologien und Produktionsabläufe gibt die Marke inzwischen pro Jahr 100 Millionen Euro aus. Ergebnis sind u. a. „Öko“-Wasch- und Spülmaschinen und neuerdings Töpfe, die Kochzeiten verringern. bosch.de

Weltempfänger und MPZ Citromatic de luxe

„Weltempfänger T1000“ (Dieter Rams)
„MPZ Citromatic de luxe“ (Dieter Rams, Jürgen Greubel)

Braun

1921 gründet Max Braun in Frankfurt die Firma für Maschinen und Apparatebau und entwickelt Radios und erste Kombinationen mit Plattenspieler. Nach dem Krieg kommen Haushaltsgeräte und Rasierer hinzu. 1951 übernehmen die Söhne Artur und Erwin Braun das Unternehmen, heute mit Sitz in Kronberg/Taunus. Sie beauftragen namhafte Designer der Zeit mit dem Entwurf neuer Produkte. Die Radio-Phono-Kombination „SK 4“, genannt „Schneewittchensarg“, von › Dieter Rams und Hans Gugelot aus 1956 wird eine Designikone. Später führt Dieter Rams die Designabteilung allein und macht aus Braun eine Kultmarke, die für ästhetisches und reduziertes Design steht. Viele Geräte erhielten Designpreise, stehen in der Designsammlung des Museum of Modern Art in New York und inspirierten den Apple-Chefdesigner Jonathan Ive. braun.com

Sofa „Napali“ (Carolin Fieber)

„Napali“ (Carolin Fieber)

Bretz

Die bequeme Schlafstätte stand im Fokus des Unternehmens, als Johann Bretz 1895 die Matratzenfabrik Bretz im rheinhessischen Weindorf Gensingen bei Mainz gründete. Gut 30 Jahre später erweitert sein Sohn Alexander Bretz das Programm um den heutigen Schwerpunkt Polstermöbel. Das Unternehmen erfand sich im Laufe der Jahre immer wieder neu. Seit 1991 leiten die Urenkel des Firmengründers die Geschicke der Möbelmanufaktur (tatsächlich werden alle Modelle von Hand gefertigt). Hartmut und Norbert Bretz schafften es, dem Unternehmen durch gewagte und auffällige Formen und Bezüge einen hohen Bekanntheitsgrad – und internationalen Erfolg – zu verschaffen. Heute umfasst die Kollektion Sofas, Sessel, Tische, Betten, Teppiche, Spiegel und Kissen – und wird in 11 deutschen Flagshipstores von Berlin bis Saarlouis und in Wien präsentiert. bretz.com

Sofa „Mosspink“ (Kati Meyer-Brühl)

„Mosspink“ (Kati Meyer-Brühl)

Brühl

1935 erwirbt der aus Hof stammende Karl Meyer die in Zwickau ansässige Möbelfabrik Brühl & Sippold und verlegt die Firma nach Bad Steben im Bayerischen Wald. 1970 werden die Brüder Frank und Roland Meyer-Brühl Geschäftsleiter. Neben Polstermöbeln werden auch Matratzen hergestellt. Designkritiker Rudolf Schönwandt adelte das Unternehmen einst: „Den Brüdern gelingt es, die Firma auf Qualität, Ökologie und humane Arbeitsbedingungen auszurichten.“ Das vielfach ausgezeichnete Design stammt vom heutigen Firmenchef Roland Meyer-Brühl, seiner Frau Gitta und seiner Tochter Kati, sowie von Designern wie Shin und Tomoko Azumi, Volker Laprell und Volker Classen. Inzwischen fungiert Kati Meyer-Brühl als Creative Director und ist für alle Neuentwürfe verantwortlich. bruehl.com

„Küchenwerkstatt B2“ (Eoos)

„Küchenwerkstatt B2“ (Eoos)

bulthaup

Sie ist ein Statussymbol wie der Mercedes: eine Küche von bulthaup. Mit kleinem b wird sie geschrieben, weil Firmenberater Otl Aicher, Gestalter und Mitbegründer der Ulmer Schule, ein Verfechter der Kleinschreibung war. Gerd Bulthaup, Sohn des Gründers Martin Bulthaup, der 1949 mit der Produktion von Küchenbuffets einen Umsatzschlager im Nachkriegsdeutschland landet, sieht in dem Formpuristen Aicher den idealen Partner. Sie begründen eine neue Küchen-Ära. „Lebensraum“ soll sie sein, die „Küche zum Kochen“ – wie die viel beachtete Studie von 1982 heißt. Klassiker sind u. a. die Küchenwerkbank „Pur“ von 1988 und die „Küchenwerkstatt B2“ vom Wiener Designbüro Eoos. Die „bulthaup B 3“, eine an der Wand hängende Küche von Designer › Herbert H. Schultes, wird 2004 als Weltneuheit gefeiert und nimmt einen Trend vorweg: den der „schwebenden Küche“. 2010 übernimmt Marc O. Eckert, Enkel des Firmengründers, die Geschäftsführung. bulthaup.de

Leuchte „Light Light Wall Art up“

„Light Light Wall Art up“

Buschfeld Design

Beim Besuch von Galerien und Museen ärgerte sich Hans Buschfeld, Grafikdesigner, Professor an der Fachhochschule Köln und Kunstliebhaber, oft über Schatten, Spiegelungen und Leuchten, die ins Bild ragen oder den Rahmen verschandeln. Deshalb entwick elt er 1976 eine Lichtschiene, eine filigrane Bilderbeleuchtung, die nicht „unmotiviert in der Gegend herumhängt“. Er nennt das System „Light Light by Buschfeld“ und meldet es zum Patent an. 1989 gründet er die Buschfeld Design GmbH in Köln zur Entwicklung, Herstellung und zum Vertrieb der Leuchten, die alle auf der ursprünglichen Idee basieren. Inzwischen entwerfen und fertigen zehn Mitarbeiter Serien wie „Light Light Wall“ oder „Skyframe Less“, die regelmäßig mit internationalen Designpreisen ausgezeichnet werden. Ein besonderer Stolz des Unternehmens: Die Systeme beleuchten auch die Vitrinen im Schloss von Versailles. buschfeld.de

Schrankwand „Cabivision“

„Cabivision“

Cabinet

Als Importeur technischer Produkte für den Schrankbau begegnete Cabinet-Gründer und Inhaber Michael Greven 1978 auf seinen Reisen durch Nordamerika einer ihm aus Deutschland unbekannten Auffassung von Schrank-Konzepten. Die Schranktüren waren an Schienen zwischen Boden und Decke geführt, verschlossen meist einfach eine Nische und waren nicht mit dem Schrankinneren verbunden. Seit 1979 entwickelte, produzierte, perfektionierte er dieses Konzept und schuf Lösungen für begehbare Schränke, Raumteiler und schwierige Raumsituationen wie Dachschrägen und Ecken. Das Unternehmen belässt es aber nicht bei der Produktion von Schrank- und Schiebetüren. Neu ist die Entwicklung von „Cabivision“ (Fernsehen ohne Fernseher). In die Türfront wird eine reflexarme Projektionsfläche integriert, auf die ein im Schrankinneren montierter Rückprojektor TV- oder DVD-Filme wirft. cabinet.de

„Minamoto“ (Carsten Gollnick)

„Minamoto“ (Carsten Gollnick)

Carl Mertens

Als Schleiferei für Taschenmesserklingen gründet Carl Mertens 1919 die Solinger Fabrik, heute ein modernes Werk für Edelstahlbestecke und Accessoires. Ursprünglich auf konventionelle Tafelware und traditionelle Formen spezialisiert, sieht sich das Unternehmen zunehmend als „Lifestyle-Produkte“-Hersteller, wie das „Shogunset Minamoto“ oder wie die Servierplatte „Seawalk“ zeigen. Hochwertige Edelstahl-Qualität und ausgezeichnetes Design sind Grundlagen des Sortiments, zu dem Gourmet-Accessoires wie Hummerzangen, Wein- und Bar-Produkte (u. a. Kühler und Mixer) sowie Edelstahllöffel für Cappuccino gehören. Das Besteck „Palio“ von den deutschen Designern › Carsten Gollnick und Gert Trauernicht erhält mehrere Designpreise und ist u. a. in der ständigen Sammlung des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe. carl-mertens.com

Schale und Flasche

Schale „H 006 Aufsteiger“
Flasche „SB 005 Omega“

Carl Rotter

Mit seinem kunstvollen Glasschliff erlangt der aus Schlesien stammende Firmengründer Carl Rotter internationalen Ruhm. Muster wie Disteln, Drachen und Kraniche, aber auch abstrakte Motive wie Streifen, Punkte und Zickzacklinien machen aus mundgeblasenem Rohglas filigrane Kostbarkeiten. Er produziert Gläser in Amber, Purpur, Smaragd, Rubin und Kobalt. Unter seinem Namen gründet er 1948 in Lübeck eine kleine Werkstatt; seit seinem Tod 1968 führt Sohn Wolfgang den Betrieb weiter. Die Firma entwickelt zweischichtige „Überfangbecher“ (ein farbiger Becher wird über einen Becher aus Klarglas gestülpt), die Exportschlager werden. Dior-Designer Hedi Slimane hat sich kostbare Unikate der Manufaktur gesichert, Ralph Lauren stellt sich eine neue Home-Collection zusammen, das jordanische Königshaus gehört zur erlauchten Klientel ebenso wie das deutsche Top-Model Claudia Schiffer. rotter-glas.com

Teppich „Tec“ (Hadi Teherani)

Teppich „Tec“ (Hadi Teherani)

Carpet Concept

Der Rheinländer Geschäftsmann Thomas Trenkamp spezialisiert sich seit über 20 Jahren auf Design, das mit Füßen getreten wird. 1993 gründet er in Bielefeld die Firma Carpet Concept und leitet sie seither als geschäftsführender Gesellschafter. Die Teppiche sind vielfach international ausgezeichnet, u. a. mit dem Good Design Award des Chicago Athenaeum und dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2004. Entwürfe stammen von namhaften Gestaltern wie › Peter Maly, › Konstantin Grcic und › Hadi Teherani. Besonders erfolgreich ist Teheranis „Tec“, ein Webteppichboden von 2002, der inzwischen mit unterschiedlichen Dessins auf dem Markt ist. Carpet Concept, mittlerweile zur JAB Anstoetz-Gruppe gehörend, hat über 100 Mitarbeiter, davon 55 in der Weberei im thüringischen Münchenbernsdorf. Mit schallabsorbierenden Teppichböden präsentiert sich Carpet Concept auf der Orgatec 2012. carpet-concept.de

Classicon Beistelltisch & Bank

„Adjustable Table E1027“ (Eileen Gray)
„Pallas“ (Konstantin Grcic)

Classicon

Stephan Fischer von Poturzyn gründet Classicon 1990 in München als Nachfolgefirma der „Vereinigten Werkstätten“. Zeitgleich erwirbt er die Rechte an dem von Eileen Gray 1928 entworfenen „Adjustable Table“ aus Chromrohr und Glas und an vielen anderen Entwürfen der Designerin. Classicon legt Möbel von Eckart Muthesius, Architekt und Sohn des Werkbund-Gründers Hermann Muthesius, der 1932 den Palast des Maharadschas von Indore ausgestattet hat, wieder auf. Classicon – seit einigen Jahren von Oliver Holy, dem Sohn des Modeunternehmers Jochen Holy, geführt – lässt auch zeitgenössische Designer entwerfen, so die Londoner Barber Osgerby, aber auch deutsche Größen wie den Münchner › Konstantin Grcic, A&W-Designer des Jahres 2007, die Stararchitekten Sauerbruch Hutton und die aufstrebenden › Clemens Weisshaar und › Sebastian Herkner. classicon.com

Conmoto

„Roll Fire“ (Sieger Design)
„Tension“ (Peter Maly, Birgit Hoffmann, Christoph Kahleyss)

Conmoto

„Spiel nicht mit dem Feuer“ – eine Ermahnung, an die sich Johannes Wagner nicht gehalten hat. Denn Feuer hat ihn immer fasziniert, vor allem Kaminfeuer. Und so startet er 1997 mit einer Kaminzubehör-Kollektion erfolgreich sein Unternehmen Conmoto. Mit seinen geradlinig gestalteten Produkten erschließt er eine Marktlücke. Johannes Wagner engagiert Designer wie › Peter Maly, › Sieger Design und Günter Matten und macht mit deren Kreationen das Unternehmen einem größeren Publikum bekannt. Nach und nach erweitert er die Kollektion um Gartenfeuerstellen, Grillanlagen, Gartenmöbel und Accessoires. Die Produkte erhalten zahlreiche Auszeichnungen wie den iF Award und den Good Design Award des Chicago Athenaeum. Die Serie „Tension“ ist für den German Design Award 2013 nominiert. conmoto.com

Stuhl „Shrimp“ (Jehs + Laub)

„Shrimp“ (Jehs + Laub)

Cor

Alles beginnt mit einer kleinen Schummelei: Eine vorgetäuschte Panne bringt 1954 den Sekretär des Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg mit dem gelernten Tischler Leo Lübke ins Gespräch, und kurze Zeit darauf gründen Fürst und Möbelproduzent im Namen seines Sohnes Helmut Lübke ein gemeinsames Unternehmen, eine „Fabrik zur Herstellung von Sitzmöbeln“, später kurz Cor genannt. Der Name leitet sich aus dem Logo des Unternehmens ab, einem Herz (lateinisch: cor), das auch das fürstliche Wappen ziert. Nach zehn Jahren wird das bislang bestverkaufte Modell präsentiert: das Sitzmöbelprogramm „Conseta“, ein Entwurf von Friedrich-Wilhelm Möller. Heute führt Helmut Lübkes Sohn Leo das Familienunternehmen in Rheda-Wiedenbrück. Selbst Designer, erweitert er die Kollektion durch renommierte Namen wie ›Wulf Schneider, › Peter Maly, den jüngeren › Jehs + Laub, › Studio Vertijet sowie dem Schweizer Jörg Boner. cor.de