Design Designorientierte Hersteller von D-E

Designorientierte Unternehmen in Deutschland von A-Z.

 

„Perillo“ (Martin Ballendat)

„Perillo“ (Martin Ballendat)

Dauphin

1969 wird in Offenhausen bei Nürnberg die Bürositzmöbelfabrik Friedrich-W. Dauphin gegründet. Die Idee, die das fränkische Unternehmen verfolgt, beschreibt es selbst als „Human Design“: Das bedeutet, mehr als für Bequemlichkeit, körperliches und mentales Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu sorgen. Hinter diesem Gedanken (und also auch den Stühlen) steht ein Konzept, das medizinische, ergonomische, ökologische Aspekte genauso in die Entwürfe einfließen lässt wie technologische Innovationen und ästhetische Kriterien. 2010 führt das Unternehmen die Einrichtungsmarke „Dauphin Home“ ein und präsentiert mit dem Stuhl „Perillo“ von ›Martin Ballendat ein ikonografisches Designobjekt, das zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, unter anderem 2011 den Red Dot Award. 2012 erhält Ballendats Bürostuhl „In Touch“ den iF Award. dauphin.de

Dedon Möbel

„Ying Yang“ (Nicolas Thomkins)
„Nestrest“ (Daniel Pouzet, Fred Frety)

Dedon

Nachdem Bobby Dekeyser 1990 mit 25 Jahren als Torwart beim FC Bayern München ausscheidet, gründet er die Möbelfirma Dedon in Lüneburg. Die Geschäftsidee: „Handwerklich hergestellte, wetterfeste Outdoormöbel“. Das Material lässt er in der familieneigenen Kunststofffabrik entwickeln und nennt es Hularo. Faser und Name sind als weltweites Markenzeichen geschützt. Hularo sieht aus wie Korb, fühlt sich an wie Korb, lässt sich wie Korb flechten, besteht jedoch aus Erdöl. Namhafte Designer liefern ungewöhnliche Entwürfe: Philippe Starck etwa „Play with Dedon“– frei wählbare Farben und Formen für mehr Individualität und Freiheit; Daniel Pouzet & Fred Frety das überdimensionale Schaukelnest „Nestrest“ und Nicolas Thomkins den Zeiersitz „Yin Yang“. 2012 entwirft auch der New Yorker Stephen Burks, Audi-Mentorpreis by A&W 2011, für die Marke. dedon.de

 

Deutsche Werkstätten Hellerau

Für die 1898 von Karl Schmidt gegründete Fabrik entwerfen Jugendstilarchitekten, darunter Peter Behrens, Charles R. Macintosh, Joseph Maria Olbrich. Ab 1905 werden „Maschinenmöbel“ von Riemerschmid hergestellt, die aus Fertigteilen zusammengesetzt werden. Aus der Fusion der Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst mit den Münchner Werkstätten entstehen 1907 die Deutschen Werkstätten mit Ladengeschäften in fünf Großstädten. 1909 eröffnet das Werk in Dresden-Hellerau, das während der DDR-Zeit Massenmöbel baut, aber auch luxuriöse Sonderanfertigungen betreibt wie den Ausbau des Gewandhauses in Leipzig. Seit 1992 sind die Deutschen Werkstätten wieder eine Manufaktur für höchste Qualität. Das Interieur des Zuges „Metropolitan“, der Innenausbau von Luxus yachten und die Ausstattung des Außenministeriums stammen u. a. aus Hellerau. In Zusammenarbeit mit › Julia Lohmann, Audi-Mentorpreis by A&W 2010, entstehen Möbel mit innovativen Oberflächenkonzepten. dwh.de

Armatur „Tara“ (Sieger Design)

„Tara“ (Sieger Design)

Dornbracht

„Wer eine klare Sprache spricht, kann sicher sein, verstanden zu werden“, so das nicht nur gestalterische Credo des 1950 in Iserlohn gegründeten Familienunternehmens. Denn Dornbracht fährt eine faszinierende Doppelstrategie. Es ist eines der wenigen Unternehmen der Sanitärbranche, das ausnahmslos in Deutschland produziert, angestrebt aber wird der internationale Markt. Mit avantgardistischem Kultur-Sponsoring unterstützt die Firma dieses Konzept und baut gleichzeitig die immer noch überwiegend von › Sieger Design stammenden erfolg reichen Kollektionen anspruchsvoller Bad- und Küchenarmaturen aus. Glücksfall ist die zum Klassiker avancierte „Tara“–Armatur (1993). Sie ist das schlichte Extrem in einer Technologievielfalt, die immer neue Überraschungen versucht – ob wasserfallähnliche Ausläufe oder Systeme fürs Duschen im Liegen. dornbracht.com

Tisch „1255 Leaves“ (Stephan Veit)

„1255 Leaves“ (Stephan Veit)

Draenert

1968 beginnt Utz Peter Draenert, promovierter Kunsthistoriker, in Friedrichshafen mit der Produktion von Club- und Esstischen. Die Ästhetik gewinnt er aus damals noch ungewöhnlichen Materialien: Stahl, Glas und Naturstein. Weltweiten Erfolg haben Tischplatten aus Ölschiefer mit prähistorischen Einschlüssen. In den 70er-Jahren zieht die Firma nach Immenstadt am Bodensee, neu ins Programm kommen Kunststoffmöbel, u. a. von Oswald M. Ungers, Danilo Silvestrin und Ron Arad, in limitierten Auflagen. Innovationen der 90er-Jahre sind Tische „in Bewegung“, höhenverstellbar, wegrollbar, ausfahrbar. Produkte von Draenert stehen in Museen wie dem MoMA in New York, dem Victoria & Albert in London und dem Chicagoer Athenaeum. Heute führt das Unternehmen Patric Draenert, der unter anderem mit Designern wie Stephan Veit, ›Maly Hoffmann Kahleyss und ›Werner Aisslinger arbeitet. draenert.de

Waschbecken „032050 Architec“ (Frank Huster)

„032050 Architec“ (Frank Huster)

Duravit

Hornberg heißt die 1817 von Georg Friedrich Horn im gleichnamigen Schwarzwaldstädtchen gegründete Firma. Mit großherzoglicher Genehmigung stellt sie Steingutgeschirr her und ab 1842 Nachttöpfe. 1912 wird auf Sanitärkeramik umgestellt, die seit 1956 aus Porzellan besteht. Duravit (der heutige Markenname wird 1960 eingeführt) entwickelt sich zum Anbieter von Badeinrichtung und Accessoires. Die Zusammenarbeit mit Designern beginnt in den 1980er-Jahren. Dieter Sieger entwirft unter anderem die Serien „Giamo“ und „Bagnella“. Inzwischen zählen neben › Sieger Design, Eoos, Norman Foster, Massimo Iosa Ghini, Michael Graves, James Irvine, › Phoenix Design zu den Gestaltern. Überragenden Einfluss und Anteil am Erfolg hat der französische Stardesigner Philippe Starck, A&W-Designer des Jahres 1999, der auch das Firmengebäude in Hornberg gebaut hat. duravit.de

Dusche „Collection 3“

„Collection 3“

Duscholux

Duschvorhänge findet Heinz Baus 1973 unzeitgemäß, deshalb gründet er die Firma Duscholux, die Duschwände herstellt. In Schriesheim entsteht Ende der 70er-Jahre die erste fest installierte Duschabtrennung für Badewannen; später wird das Sortiment um Bade- und Duschwannen sowie Whirlpools ergänzt. Die Serie „Life“ startet Ende der 80er-Jahre mit Duschwänden aus Glas. Im Jahr 2003 erweitert Designer Michael Schmidt das Programm um „Life Evolution“, eine Duschsäule mit Armaturen und mehreren Brausen. Wie „Life“ ist das 1993 eingeführte Kleinbad „Piccolo“ von Designer Michael Lammel mit Preisen ausgezeichnet. „Bella Vita“ heißt eine 2004 präsentierte Serie, die speziell für die Bedürfnisse älterer Menschen entwickelt wurde. Neueste Entwürfe sind die frei stehende Duschwand „Collection 2“ und die rahmenlose Duschwandserie „Collection 3“. duscholux.com

E15 Möbel

„HP01 Tafel“ (Hans de Pelsmacker)
„Backenzahn“ (Philipp Mainzer)

E15

Nach der Postleitzahl des Londoner Arbeiterstadtteils Hackney, wo ihre Werkstatt liegt, benennen Architekt Philipp Mainzer und Designer Florian Asche 1995 ihre Firma, die sie noch während des Studiums am St. Martins College of Art and Design gründen. Ein Jahr danach zieht E15 von London nach Oberursel bei Frankfurt. Die Möbel für Haus und Garten aus massiven europäischen Hölzern sind modern in der Form und traditionell handwerklich hergestellt. Der „Backenzahn“-Hocker dürfte zu den meistkopierten Objekten neueren deutschen Designs zählen. 2006 scheidet Florian Asche bei E 15 aus und macht sich selbstständig, Philipp Mainzer zeichnet immer öfter mit Ehefrau Farah Ebrahimi für die Entwürfe verantwortlich. Hinzu kommen Teppiche und Leuchten. Heute schon eine Design-Ikone ist der Stuhl „Houdini“ von › Stefan Diez, A&WMentorpreis 2005. e15.com

„Vitrine der Nofretete“, Neues Museum, Berlin

„Vitrine der Nofretete“, Neues Museum, Berlin

Erco

Mit weltweit über 60 Tochterfirmen gehört Erco zu den führenden Lichtfirmen. Arnold Reininghaus legt 1934 in Lüdenscheid den Grundstein, zunächst als Zulieferer für Lampenteile. Sein Schwiegersohn Klaus Jürgen Maack macht Erco zum international agierenden Hersteller für Architekturbeleuchtung. „Licht statt Leuchten“, so seine Unternehmensphilosophie. Anfang der 1960er-Jahre führt er die ersten Stromschienen und Strahler sowie Downlights ein, die bündig in die Decken eingebaut werden. Im Jahr 1975 beauftragt Maack Otl Aicher mit der Entwicklung des Corporate Designs. International renommierte Architekten und Designer arbeiten für Erco, so entstehen Klassiker wie „Eclipse“ von Mario Bellini oder „Lucy“ von Franco Clivio. Auftraggeber sind u. a. der Louvre in Paris und die Londoner National Gallery, für die Erco ganze Lichtkonzepte entwickelt. Auch das Neue Museum in Berlin und die dortige Vitrine der Nofretete stattet Erco mit einem Lichtsystem aus. erco.com