Design Designorientierte Hersteller von H-J

Designorientierte Unternehmen in Deutschland von A-Z.

 

Armatur „Hansacanyon“ (Bruno Sacco und Reinhard Zetsche)

„Hansacanyon“ (Bruno Sacco und Reinhard Zetsche)

Hansa

Im Jahr 1911 gründet Karl Göhring die Press- und Stanzwerke in Zuffenhausen, die sich 1917 mit dem Apparatebau Hansa in Stuttgart-Feuerbach vereinen. Seit 1921 heißt die Firma Hansa Metallwerke. Das erste Patent für eine Handbrause mit Regulier- und Mischventil meldet sie 1950 an, ab 1956 fertigt und vertreibt die Firma Hand- und Kopfbrausen. Der Einhandmischer „HM2“ kommt 1963 in Deutschland und Europa auf den Markt. Im Jahr 1988 erhält Hansa den ersten von vielen Designpreisen für innovative Produkte. Der Einhandmischer „Hansamurano“ aus Chrom und Glas, der 2003 eingeführt wird, hat keinen konventionellen Hahn, das Wasser fließt vielmehr als Schleier über eine Glasschale. Der preisgekrönte Entwurf stammt von Bruno Sacco, ehemaliger Chefdesigner von Mercedes-Benz, und Reinhard Zetsche. Spektakulär auch das Modell „Hansacanyon“, bei dem je nach Temperatur farbig illuminiertes Wasser aus dem Hahn fließt. hansa.de

Armatur „Pura Vida DN15“ (Phoenix Design)

„Pura Vida DN15“ (Phoenix Design)

Hansgrohe

In einem Holzschuppen in Schiltach im Schwarzwald beginnt Hans Grohe mit drei Mitarbeitern im Jahr 1901 die Produktion von Pfannen und Dachspitzen aus Zink. Später kommen Metallwaren für das Bad hinzu, und sie schreiben Sanitärgeschichte. 1928 z. B. eine Blechbrause oder die Handbrause mit Porzellangriff, 1953 die Duschstange. Seit 1968 leitet sein jüngster Sohn Klaus Grohe das Unternehmen. Designer Hartmut Esslinger (Frog Design) bringt die Armaturen in den frühen 70er-Jahren in Form (und später auch zur Farbe): 1974 erhält seine „Tri-Bel“, eine Brause mit verstellbarem Strahl, einen Designpreis – den ersten für Hansgrohe, dem viele folgen – wofür heute meist › Phoenix Design sorgt, gegründet vom Ex-Frog-Partner Andreas Haug und Tom Schönherr. Die Fülle seiner Innovationen wird Hansgrohe in den 90ern beinahe selbst zu viel, Zusatzmarken wie „Pharo“ für luxuriöse „Duschtempel“ und die Architekturorientierte Marke Axor entstehen, für das die Bouroullec-Brüder, A&W-Designer des Jahres 2013, eine frei kombinierbare Badserie entwerfen. hansgrohe.de

Möbel von Hans Kaufeld

Sofa „Polo“ (Annette Lang)
„Talis“ (Georg Appeltshauser)

Hans Kaufeld

Als der Unternehmer Hans Kaufeld im Jahr 1918 seine Bielefelder Möbelmanufaktur ins Leben ruft, gibt er ihr seinen Namen. Bis zum Zweiten Weltkrieg ist das Unternehmen auf Herstellung und Vertrieb handgefertigter Polstermöbel spezialisiert. In den Wirtschaftswunderjahren wird Hans Kaufeld zum deutschen Marktführer für exklusive Sessel und Sofas. Mit den Modellen „HK 2000“ und „HK 2500“ entwickelt das Unternehmen Klassiker, Sofas, die nach dem Baukastenprinzip zusammengestellt werden. Heute sind klassische Linien, auch von Kleinmöbeln und Leuchten, im Programm des Herstellers, der seinen Firmensitz nach wie vor in Bielefeld hat. Ab 1998 gehört Hans Kaufeld zur Schweizer De Sede-Gruppe. 2012 übernimmt JAB Abstoetz mit Sitz in Bielefeld die Firma von den Schweizern. hans-kaufeld.de

Hülsta „Neo Media-Paneel“

„Neo Media-Paneel“

Hülsta

Das Familienunternehmen beginnt als Schreinerei. Karl Hüls, Sohn des Gründers Alois Hüls, fokussiert es 1953 auf die Produktion von Schlafzimmern aus Holz. Anfang der 60er-Jahre entsteht die Marke „Hülsta“ aus Namensteilen der Familie Hüls und dem Firmensitz Stadtlohn. Das erste Wohnmöbel in Endlosbauweise kommt 1968 auf den Markt und heißt „Allwand“, sie wird lange zum Synonym und Symbol der Hülsta-Qualitäten: Das hauseigene Designatelier steht für raffinierte Funktion bei solider Qualität. Mit „Ontano“ präsentiert Hülsta 1993 seine ersten Massivholzmöbel, ein Jahr später kommen die Mitnahmemöbel „now! by hülsta“, mobile Teile für Schlaf- und Wohnzimmer, Diele und Büro auf den Markt. Holzorientiert, aber gegenüber neuen Materialen und Ideen (etwa integriertem Licht) offen, ist Hülsta heute breit aufgestellt; zur Unternehmensgruppe gehören auch die Einrichtungsmarken › Rolf Benz, › Parador und › Ruf-Betten. huelsta.de

Waschbecken „Soft Mood Schale 600 mm“ (Franco Bertoli)

„Soft Mood Schale 600 mm“ (Franco Bertoli)

Ideal Standard

Als Tochterfirma einer amerikanischen Gesellschaft wird 1901 die „Nationale Radiator Gesellschaft“ in Berlin eröffnet, die gusseiserne Radiatoren und Kessel baut. Ab 1950 beginnt die Produktion von Badewannen, Sanitärkeramik und Messing armaturen. Seit 1956 heißt das Unternehmen Ideal Standard – mit einer eigenständig operierenden Tochter in Bonn. Heute produziert es Keramik- und Acrylwannen, Armaturen für Küche und Bad, Badmöbel und Accessoires und beauftragt international bekannte Designer wie Gae Aulenti, Renzo Piano, David Chipperfield und Marc Newson. Aktuell im Programm ist die minimalistisch-kantige Badserie „Strada“ und gewissermaßen als Kontrapunkt die sanft gerundeten Becken und Wannen aus der Kollektion „Soft Mood“. Objekte von Ideal Standard sind in zahlreichen Top-Hotels zu finden, darunter im Taschenbergpalais in Dresden und im Royal Meridian in Hamburg. idealstandard.de

Leuchte „Birdie’s Busch“ (Ingo Maurer)

„Birdie’s Busch“ (Ingo Maurer)

Ingo Maurer

Ingo Maurer entwirft seit Mitte der 1960er-Jahre Lampen und Lichtobjekte und produziert sie in der eigenen Firma. Das erlaubt ihm, eigene Ideen ohne Kompromisse umzusetzen, die sonst zwischen Hersteller und Designer ausgehandelt werden müssen. Als Unternehmer steht für ihn im Vordergrund, die angebotenen Produkte bis ins kleinste Detail genau so zu machen, wie es ihm richtig erscheint. Seit Jahrzehnten arbeitet Ingo Maurer mit seinem Team, wie er die Mitarbeiter nennt, wobei seine Frau Jenny Lau und seine Tochter Claude Maurer eine zentrale Rolle spielen. In München hat das Unternehmen einen großen Showroom – den zweiten nach New York. Von Anfang an war Ingo Maurer offen, Ideen und Entwürfe anderer Gestalter aufzunehmen und zu produzieren, Lampen von Bernhard Dessecker, Axel Schmid, Ron Arad und zuletzt „My New Flame“, ein Konzept gemeinsam entwickelt mit › Moritz Waldemeyer. ingo-maurer.com

Systemmöbel „Bookless“ (Gino Carollo, René Chyba)

„Bookless“ (Gino Carollo, René Chyba)

Interlübke

Die Geschichte von Interlübke beginnt 1937, als die Gebrüder Hans und Leo Lübke in Rheda-Wiedenbrück eine Spezialfabrik für polierte Schlafzimmermöbel gründen. 1963 kommt der Endlosschrank „Interlübke“ auf den Markt; er gibt der Firma den Namen und das Prinzip, das bis heute gilt: Noch Jahrzehnte nach dem Kauf kann man Systemmöbel von Interlübke erweitern und umgestalten. Linien wie „Duo Plus“ von › Peter Maly, „Studimo“ von Team Form, die „S“-Systeme von › Rolf Heide und ›Werner Aisslingers „Cube“ werden zu Klassikern. Die Strategie der Langlebigkeit, die wirtschaftlich auch Kehrseiten haben kann – im Herbst 2012 stellt sich Interlübke vorbeugend unter Insolvenzverwaltung – versucht Firmenchef Leo Lübke mit Augenmaß in die Zukunft zu führen. Fast symbolisch optimistisch steht dafür das schlanke, innovative Regalsytem „Bookless“ – es hat schon die Zeit im Auge, in der eBooks statt Büchern präsentiert werden. interluebke.com

Textilien „Black and White“

„Black and White“

Jab Anstoetz

Das Bielefelder Unternehmen entwickelt sich vom Textilgroßhandel zum internationalen Möbel-, Stoff- und Teppichverlag mit eigenen Kollektionen. Josef Anstoetz, der die Firma 1946 gründet, führt die Kurzform JAB für Josef Anstoetz Bielefeld ein. Im Jahr 1974 erweitert Sohn Heinz Anstoetz die Produktpalette um Teppiche, die in Herford-Elverdissen gefertigt werden; 1982 folgen Tapeten. Inzwischen leiten die Brüder Ralph, Stephan und Claus Anstoetz und Chris-Jacob Schminnes das Familienunternehmen in dritter Generation, das sich Ökologie, soziale Verantwortung und nachhaltiges Wirken auf die Agenda der Unternehmenskultur geschrieben hat. Zur JAB-Gruppe gehören › Biele felder Werkstätten, › Hans Kaufeld, Interprofil, Gardisette, Chivasso, Soleil Bleu und › Carpet Concept. Außerdem das Golfhaus und das Berghotel „Astenkrone“. Für die vielfach ausgezeichneten JAB-Teppich-Editionen entwerfen z. B. › Peter Maly, › Konstantin Grcic und › Studio Vertijet. jab.de

Armatur „Glance“ (Artefakt)

„Glance“ (Artefakt)

Jado

Der Ursprung des Unternehmens liegt 1890 in der Lederwarenstadt Offenbach, wo Jans & Roth Kofferschlösser herstellt. 1949 wird das Unternehmen zu Jado umbenannt. In der Wirtschaftswunderzeit wird das Sortiment um Türdrücker und Armaturen für Bad und Küche erweitert. Ende der 1970er-Jahre entsteht in Camarillo, Kalifornien, eine Tochtergesellschaft, die den internationalen Vertrieb organisieren soll. Produktionsstätten in Frankreich, Italien und Portugal folgen. 1987 zieht Jado von Offenbach nach Rödermark. 2007 wird Jado von › Ideal Standard übernommen. Das Sortiment reicht heute von modern bis klassisch, von Mattnickel bis Platin. Armatur „Glance“ von Artefakt Industriekultur, deren Regler einem Joystick ähnelt, erhält unter anderem den Red Dot Award Product Design. jado.com/de

„App Jung FP 701 Client“

„App Jung FP 701 Client“

Jung

Schalksmühle im Sauerland ist das deutsche Zentrum der Schalterhersteller. Albrecht Jung beginnt hier 1914 Schalter herzustellen. Heute hat das Familienunternehmen über 550 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon im zweiten Werk in Lünen bei Dortmund. Die mehr als 8000 Artikel – von traditionellen Elektroarmaturen bis hin zu komplexen Funkanlagen – werden weltweit in öffentlichen Gebäuden und Privathäusern eingebaut, auch im Bundeskanzleramt in Berlin und im neuen Reichstag. Technik und Design werden intern entwickelt. Heute umfasst das Portfolio des fast 100-jährigen Familienunternehmens Produkte, die die Steuerung von Funktionen im Haus übernehmen: von Beleuchtungs-, Jalousie- und Temperaturregelungen bis hin zu Türkommunikation und Multimedia-Einstellungen. jung.de