Design Designorientierte Hersteller von K-L

Designorientierte Unternehmen in Deutschland von A-Z.

 

Porzellan Elixyr“ (Barbara Schmidt)

„Elixyr“ (Barbara Schmidt)

Kahla

Zu den wenigen volkseigenen Betrieben der DDR, die in neuer Form weiterexistieren, gehört der Porzellanhersteller Kahla aus Thüringen; 1844 vom Kaufmann Christian Jacob Eckard gegründet, der das Unternehmen nach seinem Standort benennt. Er produziert Pfeifen, Puppenköpfe und Tassen. Vier Jahre nach der Wende droht der Konkurs. Günther Raithel, zuvor Manager beim Wettbewerber › Rosenthal, wagt 1993 den Neustart und bringt Kahla mit frischen Produkten den wirtschaftlichen Aufschwung. Zu den bekanntesten Servicen des Herstellers zählen „Allround“ für Haushalt und Hotel sowie „Update“ von der Designerin Barbara Schmidt. „Touch!" vom Designbüro Speziell Produktgestaltung hat ein neuartiges Dekor, das Porzellan und Textil verbindet und als Wärmeisolierung und Greiffläche dient. Das Geschirr Kahla „Elixyr“ von Barbara Schmidt spielt mit dem Wechsel von Symmetrie und Asymmentrie. kahlaporzellan.com

Becken „Ornamentik“ (Phoenix Design)

„Ornamentik“ (Phoenix Design)

Kaldewei

Die erste emaillierte Stahlbadewanne ohne Schweißnähte entsteht 1958 bei Kaldewei in Ahlen. Als Franz Kaldewei 1918 das Familienunternehmen gründet, fertigt er zuerst Bratpfannen und Waschwannen. 1928 übernimmt Heinrich Kaldewei die Firma vom Vater und fügt dem Sortiment Badewannen aus Stahl hinzu. Anfang der 70er-Jahre, seit Franz Dieter Kaldewei für die Geschäftsleitung verantwortlich ist, arbeitet die Firma mit bekannten Designern zusammen und erhält zahlreiche Auszeichnungen, u. a. für die Duschwanne „Megaplan“ und die Badewanne „Kusatsu-Pool“. Viele Erfolgsmodelle der Kaldewei-Premium-Linie entstanden im Mailänder Studio von Ettore Sottsass; die Komfort-Linie entwirft › Phoenix Design. Zahlreiche Designpreise bestätigen den Weg des Unternehmens, unter anderem der German Design Award, der Interieur Innovation Award und der Preis „Gute Gestaltung“ des Deutschen Designer Clubs. kaldewei.de

Waschbecken „Silk“

„Silk“

Keramag

Globalisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Neue Hygienevorschriften und städtische Kanalisationssysteme ermöglichen auch in Deutschland einen Siegeszug der „Water Closets“. Um Einfuhrzölle für das Produkt zu sparen, eröffnen die Engländer Thomas W. Twyford und Alfred Johnson 1903 in Ratingen, Wesel und Flörsheim neue Feuertonfabriken. Im Jahr 1918 erhalten die Produktionsstätten den Namen Keramag. Heute gehört das börsennotierte Unternehmen zur finnischen Sanitec Corporation. Bereits in den 80er- Jahren beginnt die Zusammenarbeit mit namhaften Designern, es entstehen Badserien von André Courrèges und Matteo Thun. Heute arbeitet das Unternehmen mit renommierten Erfolgsdesignern wie Antonio Citterio, A&W-Designer des Jahres 2002, zusammen und entwirft Badserien gemeinsam mit dem Modelabel „Joop!“. keramag.de

Badausstattung „Edition Elegance“

„Edition Elegance“

Keuco

Badausstattungen von Keuco sind auf den amerikanischen Kreuzfahrtschiffen der Papenburger Meyer-Werft ebenso zu finden wie in Privathäusern und Top-Hotels in aller Welt. Im westfälischen Hemer gründen Hermann Bönner und Namensgeber Paul Keune 1953 die Paul Keune & Co. KG – kurz Keuco – als Fabrik für Beschläge. Durch Aufkauf von Spezialfirmen aus der Sanitärbranche erweitern sie das Sortiment. Heute umfasst das Angebot komplette Badausstattungen. Charakteristisch sind der Spiegelschrank „Royal 35“ mit silber-eloxiertem Korpus; die Badserie „Plan“ mit Möbeln, Accessoires, Spiegeln und Spiegelschränken; zahlreiche Leuchten und Armaturenprogramme in Edelstahl, Chrom oder silber-eloxiertem Aluminium. Das neue Einrichtungskonzept „Edition Elegance“ besticht durch einen konsequenten Minimalismus. keuco.de

Möbel von Koinor

Sofa „Allora“
Stuhl „Bacio“

Koinor

1950 werden in einem ausgedienten Kiosk die ersten Möbel hergestellt. Drei Jahre später gründet Horst Müller die Firma Koinor, zieht in größere Räume um und erweitert die Fertigung auf zwanzig Garnituren pro Tag. In den Wirtschaftswunderjahren boomt auch die Möbelproduktion. 1956 wird eine neue Fabrik gegründet, der erste Katalog erscheint – noch handgezeichnet. 1960 zählt die Firma bereits 60 Mitarbeiter und lässt ihre Möbel über das erste Transportband laufen, was die Produktivität noch einmal erheblich steigert. 1974 kommt das erste hochwertige Ledermöbel auf den Markt. 1999 setzt man bei Koinor den Spatenstich für das modernste Werk Europas. Heute werden 600 000 Quadratmeter Leder und 200 000 laufende Meter Stoff für Sitzmöbel verarbeitet, Designer sind u. a. › Jan Armgardt, Thomas Wagner, Kurt Beier. Viele Entwürfe werden vom Inhouse-Designteam erarbeitet. koinor.com

Leuchte „Stella“

Leuchte „Stella“

Koziol

Seit 1927 produziert das Unternehmen in Erbach, mitten im Odenwald, Produkte mit unverwechselbarem Design zum Leben und Wohnen – Accessoires für Küche und Bad, Deko-Elemente und Leuchten. Das einzigartige und international vielfach preisgekrönte Design entsteht in der Kooperation des Werksdesign-Teams mit renommierten Hochschulen und internationalen Stardesignern wie Matteo Thun und Alessandro Mendini. Dabei legt das Unternehmen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und „made in Germany“. Verarbeitet werden in der Produktion ausschließlich thermoplastische Kunststoffe und schadstofffreie Farb pigmente, alles zu 100 Prozent recycelbar. Besucher und Kunden können den Herstellungsprozess hautnah in der gläsernen „Glücksfabrik“ erleben, angeschlossen ist das interaktive „Koziol Museum“. koziol.de

Kanne „Berlin“ (Enzo Mari)

„Berlin“ (Enzo Mari)

KPM

Begeistert von der Feinheit des „weißen Goldes“, übernimmt Preußenkönig Friedrich der Große im Jahr 1763 die Porzellanmanufaktur des Berliner Kaufmanns Johann Ernst Gotzkowsky. Er gibt der „Königlichen Porzellan-Manufaktur“ den Namen und das königsblaue Zepter als Erkennungszeichen. Als eines der ersten KPM-Service gilt das klassizistische „Kurland“. Die plastischen Bordüren – wahlweise aus naturalistischem Blumendekor mit Details in Gold oder ganz in Weiß – machen es zu einem Klassiker, der bis heute im Programm ist. Neben traditionellen Formen, wie „Ceres“ vom Jugendstilkünstler Theodor Schmuz-Baudiss, ist KPM für moderne Porzellane bekannt, z. B. für das Service „Urbino“ von der Keramikerin Trude Petri. 1993 beginnt eine intensive Kooperation mit dem italienischen Designer Enzo Mari, der mit seiner reduzierten Linie „Berlin“ einen Kontrapunkt zum klassizistischen „Kurland“- Porzellan setzt. kpm-berlin.com

Stühle von Kusch&Co

„2750 Sóley“ (Valdimar Hardarson)
„8250 Volpino“ (Norbert Geelen)

Kusch & Co

Der Name war Programm: „Sauerland Stabil“ hieß der erste Stuhl, den Ernst Kusch herstellte, und genauso nannte er auch sein Unternehmen, das er 1939 zur Produktion solider Möbel gründete. Mit anfangs 15 Mitarbeitern fertigte der Jungunternehmer Stühle und Tische aus dem Holz der heimischen Wälder. Das liest sich rustikaler als es war. Innovation und Design waren von Beginn an wichtige Kriterien bei der Entwicklung neuer Möbel des 1964 in Kusch & Co umbenannten Unternehmens. 1963 tritt der Sohn Dieter Kusch in die Firma ein und startet als Geschäftsführer zahlreiche Kooperationen mit bekannten Designern wie › Luigi Colani und Jørgen Kastholm, dessen Wartebänke, die er für das sauerländische Unternehmen entwarf, in vielen Flughäfen eingesetzt wurden, unter anderem im Pariser Charles-de-Gaulle. Mittlerweile steht die dritte Generation an der Spitze des Familienunternehmens. Seit 2006 führt die Enkelin des Firmengründers, Ricarda Kusch, gemeinsam mit ihrem Vater die Geschäfte. 2012 präsentierte Kusch & Co sein Portfolio aufwendig inszeniert anlässlich des Salone del Mobile in Mailand im Temporary Design Museum im Superstudio Piú. kusch.com

Teppich „Mashup“

„Mashup“

Kymo

Silberne und goldene Farbapplikationen auf einem französischen Kuhfell, Namen, die nach Techno- und House-Musik klingen, und Einflüsse, die auf urbane Subkulturen weisen – die Teppich-Kollektionen des 2004 in Karlsruhe gegründeten Unternehmens kann man durchaus als unkonventionell bezeichnen. Kymo ist ein Senkrechtstarter. Ein paar junge Leute tun sich zusammen, getrieben von der Lust am Gestalten entwickeln sie die ersten Entwürfe, toben sich nachts als DJ-Kollektiv aus und gehen tagsüber in die Uni, arbeiten als Web-Programmierer – und versuchen sich als Jungunternehmer. In nur wenigen Jahren schafft es die Firma weltweit in über 50 Ländern vertreten zu sein und stattet Showrooms aus von Hugo Boss, Prada, Escada, ›Mercedes Benz, Nespresso und Montblanc. Beim „Mashup“-Teppich greift man auf hochwertige, handgeknüpfte Orientteppiche zurück, die bedruckt werden und in mehreren, handwerklich aufwendigen Arbeitsschritten den angesagten „Vintage-Look“ erhalten. Für die „Concept Edition“ werden die bedruckten Teppiche zerschnitten und in Patchwork-Manier wieder zusammengesetzt. Soviel Innovation wird mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet. kymo.de

Möbel von Lambert

„Pullmann Insel“
„Comptoir Stehpult“

Lambert

Erfolg mit Geschmack: Als Namensgeber Gunther Lambert 1967 seine Firma gründet, vertraut er seinem Stilempfinden und seinen reichen Reise-Entdeckungen. Er beginnt mit dem Import von Möbeln und Accessoires aus Fernost und dem Mittelmeerraum, die sein Faible für natürliche Materialien und Handwerkskunst zeigen. Er kombiniert Elemente verschiedener Kulturen zu Kollektionen. Dieser entspannte Mix von Wohnszenarien wird zum Markenzeichen von Lambert. Bernd D. Ehrengart, seit 2000 Inhaber des Unternehmens, betreibt die Weiterentwicklung der Marke Lambert vom Landhausstil zur modernen Wohnwelt, die sowohl ins ländliche Ambiente als auch in urbane Häuser und Wohnungen passt. Inzwischen führt Lambert Flagshipstores in Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und München und plant weitere für Zürich und Wien. lambert-home.de

Küche „Classic-FS Topos“

„Classic-FS Topos“

Leicht Küchen

Aus dem Handwerk entstanden: 1928 gründen Alois und Josef Leicht im ersten Stock einer ehemaligen Brauerei in Schwäbisch Gmünd eine mechanische Schreinerei – und stellen überwiegend Küchenbuffets her. Nach dem Ende des Krieges 1945 bringt die Firma ihre erste Anbauküche heraus, mit einem bis heute gültigen Rastersystem. Es folgt die Entwicklung von farbigen Fronten und Echtholzküchen, Glaselementen, höhenverstellbaren Arbeitsplätzen, frei stehenden Arbeitszentren, Lava-Steinplatten und Gleittüren. Flexible Fertigung und die Logistik werden ausgebaut. Seit 1993 firmiert das Unternehmen als Leicht Küchen AG mit Sitz und Produktionsstandort Waldstetten. Für seine Innovationen erhält Leicht zahlreiche Designpreise, darunter den Designpreis Deutschland/German Design Award 2012. leicht.de

Glaswaren von Leonardo

„Objekt 25 braun Eule“
„Vase Beauty“

Leonardo

Der heutige Globalplayer in Glas und Geschenkartikeln hat seinen Ursprung in einem Unternehmen, das 1859 in Bad Driburg gegründet wird und 1920 seine Telegrammadresse „glaskoch“ zum Namen macht. Seit 1972 firmiert der Importeur und Markenanbieter unter dem klangvollen Künstlernamen „Leonardo“, fügt dem Angebot neu entwickelte Produkte hinzu und beginnt, europaweit zu operieren – ab 2002 schließlich weltweit. Es gibt drei Bereiche: Glaskollektionen in der „Life-Interior“-Serie, die Schmuck-Kollektionen aus Glas in Verbindung mit hochwertigem Edelstahl und die Markenmöbel „Leonardo living“ für Bad, Wohnzimmer und Küche. 2004 wird das neue avantgardistische Firmengebäude „Leonardo Glass Cube“ vom jungen deutschen Architektenteam 3deluxe eingeweiht. leonardo.de

„Loewe Connect ID“

„Loewe Connect ID“

Loewe

1923 gründen die Brüder Siegmund und David Ludwig Loewe in Berlin die Firma „Radiofrequenz“, eine Werkstatt, die bald 600 Mitarbeiter hat und die ersten deutschen Fernsehversuche ausstattet. Die Olympischen Spiele 1936 werden mit „Loewe“-Geräten festgehalten – die Loewes sind da längst emigriert. 1949 erhält Siegmund die arisierte „Loewe Opta“ zurück, Firmensitz wird Kronach in Oberfranken. Zunächst nur einer von vielen Fernsehherstellern der Wirtschaftswunderzeit, entwickelt sich Loewe immer mehr in Richtung Design – eine glückliche Strategie, als immer mehr andere deutsche Mitbewerber gegen fernöstliche Konkurrenz aufgeben. Heute ist Sharp Minderheitsgesellschafter und sorgt so für die Technologie. Das Design aber kommt aus Deutschland. Vor allem › Phoenix Design findet mit smarten Individualisierungs- Konzepten elegante Antworten auf den Einheitsflatscreen aus dem Elektronikmarkt. loewe.de