Design Designorientierte Hersteller von R-T

Designorientierte Unternehmen in Deutschland von A-Z.

 

Tapete „Rasch 1861“

„Rasch 1861“

Rasch

Nicht nur in Wohnzimmern hängen die Tapeten von Rasch. Museen in München, San Francisco und New York präsentieren die Künstlerkollektion „Zeitwände“, die ab 1992 u. a. Ettore Sottsass, › Ginbande und Matteo Thun gestaltet haben. 1861 gründen Johann Heinrich Lücke und Hermann Wilhelm Gottfried Rasch die Firma. Schon 1910 gibt es erste Vernetzungen mit internationalen Designbüros in Paris, London und Kopenhagen. Seit 1920 arbeitet der Tapetenhersteller mit Künstlern und Designern zusammen. Auf Tapeten abgestimmte Stoffe gehören seit den 1960er-Jahren zum Sortiment des von Familienmitgliedern geleiteten Unternehmens mit Sitz in Bramsche/Westfalen. Die Herausforderung, die Balance zwischen Tradition und Moderne zu schaffen, gelingt bei einem über 6000 Tapeten umfassenden Sortiment mit einer klaren Strukturierung in drei Segmente: „Taste“, „Style“ und „Rasch 1861“. rasch.de

„Mobile“ Burkhard Heß)

„Mobile“ Burkhard Heß)

Raum Plus

Alles beginnt 1986 mit einem Profilsystem zur Raumteilung, das Jürgen Guddas entwickelt – eine clevere neue Idee, für die er nahe des Bremer Flughafens Raumplus gründet. Inzwischen führen Tochter Uta Bergmann und Schwiegersohn Carsten das Unternehmen, das stetig wächst – Exporte gehen in über 50 Länder von Brasilien bis Südafrika. Seine Grundidee verlässt es nie: intelligente Raumlösungen. Externes Design, meist vom Hamburger Burkhard Heß, erhält in den letzten Jahren viele Preise. Zum Beispiel „Cornice“ (lateinisch für „Rahmen“); hier bilden autarke Aluminiumbügel die Basis, auf der sich extrem individuelle Lösungen aufbauen – etwa bis zu 2 Meter lange, frei tragende Borde; drehbare Rahmen nutzen zusätzlich schwierige Eckräume. Noch weiter geht das Heß-Programm „Mobile“ – eine smarte, wandelbare und vor allem umzugsfähige Symbiose aus Schrank und Raumteiler. raumplus.de

Besteck „Atelier“

„Atelier“

Reiner Silber

Wer sich seit 1874 auf dem Markt behauptet, weiß, wie wechselhaft die Kundenwünsche sein können. Mal tut’s versilbertes Besteck für die Aussteuer, dann wieder wird vor allem Reinsilber gesucht – als heimliche Wertanlage. Nie aber ohne Klasse im Design. Am Beginn der Erfolgsstory von Reiner-Silber (Gebrüder Reiner) aus dem bayerischen Krumbach stehen Ende des 19. Jahrhunderts Faden- und Spaten-Bestecke. Dann sorgen Einflüsse von Art déco, Werkbund und Bauhaus für lang anhaltende Kollektionen, verstärkt durch eine engagierte Ankaufpolitik andernorts aufgegebener Formen, die die eigenen Prägewerkzeuge ergänzen. Das ermöglicht reizvolle Wiederentdeckungen – etwa die der eleganten 50er-Jahre Linie „Lady“ aus den legendären Gute-Form- und Wirtschaftswunderjahren; „Omnia“ von Fritz Lamparth dagegen fasziniert durch den Kontrast des funktionalen Designs mit dem edlen Silbermaterial. reiner-silber.de

„Tischgestell Eiermann“ (Egon Eiermann)

„Tischgestell Eiermann“ (Egon Eiermann)

Richard Lampert

1993 gründen der Möbelhändler Richard Lampert und der Designer und Mitinhaber des Stuttgarter Möbelhauses „Magazin“ Otto Sudrow „Lampert & Sudrow“. 10 Jahre hält die Partnerschaft, dann macht Lampert alleine weiter. Er legt Klassiker neu auf, etwa den Bürotisch des Architekten Egon Eiermann aus den 40er-Jahren – und er findet schnell gute Kunden, das Londoner Museum „Tate Modern“ kauft ihn ebenso wie die belgische Designmetropole Kortrijk für ihr Rathaus. Auch Eiermanns Bücherregal (von 1932) und sein Korbsessel „E 10“ (1949) werden durch Lampert populärer – und er durch sie. Doch der Stuttgarter schaut nicht nur zurück, mit › Patrick Frey oder Eric Degenhardt setzt er auf zwei der interessantesten neuen deutschen Designer. Sehr charmant und originell sind Lamperts Designer-Kindermöbel. richard-lampert.de

Glaswaren von Ritzenhoff

„Artistico“ (Clemens Briel), „Artistico“ (Paul Giovanopoulos),
„Milchglas Sieger Design F92“ (Michael Sieger)

Ritzenhoff

Der Glasgroßhändler Heinrich Ritzenhoff erwirbt 1935 die Marsberger Glasfabrik. 1961 entsteht die „RC Ritzenhoff Cristal AG“ in der heute zur sauerländischen Stadt Marsberg gehörenden Gemeinde Essentho. Ritzen - hoffs Sohn Klaus übernimmt den Familienbetrieb im Jahr 1974 und eröffnet eine Druckerei, die keramische Abziehbilder auf Gläser bringt. 1992 entsteht in Zusammenarbeit mit Sieger Design eine Serie von Milchgläsern mit Dekoren von Designern, Architekten und Künstlern. Später wird das erfolgreiche Konzept auf Bier- und Champagnergläser, Aschenbecher, Espressotassen und Zuckerstreuer übertragen. Heute ist Ritzenhoff weltweit vertreten. Für das Unternehmen arbeiten mittlerweile rund 280 renommierte Gestalter aus den Bereichen Architektur, Design, Kunst, Comic, Werbung, Illustration, Innenarchitektur, Bühnenbild und Bildhauerei – jeder mit seinem ganz eigenen, unverwechselbaren Stil. ritzenhoff.de

„Essstäbchen“

„Essstäbchen“

Robbe & Berking

Das Bundeskanzleramt in Berlin bestellt Tafelsilber bei Robbe & Berking in Flensburg, ebenso der Sultan von Brunei. Weltweit beliefert das Familienunternehmen Prominenz mit Bestecken aus Sterling-Silber, die ein eingeprägtes Segelschiff als Kennzeichen der Echtheit tragen. Gegründet wird die norddeutsche Silberschmiede 1874 von dem Gold- und Silberarbeiter Nicolaus Christoph Robbe, 1956 tritt Robert Berking in das Unternehmen ein. Zu den ersten Bestecken gehören die Klassiker „Spaten“, „Schwedisches Hofmuster“ und das von Winfried Moll entworfene „Sphinx“. Das Sortiment der Flensburger Manufaktur umfasst heute über 40 Serien. Noch nie wurde ein Produkt aus dem Programm genommen. Seit 1991 gibt es eine Nachkaufgarantie. „Wenn einer ein Kaffeelöffelchen von 1890 haben möchte, dann kriegt er das“, erklärt Oliver Berking, Inhaber und Geschäftsführer. robbeberking.de

Stoffe „Q2“

„Q2“

Rohleder

„Ehrgeiz ist die einzig akzeptable Form von Geiz“: Nach diesem Motto produziert Rohleder seit 1946 im oberfränkischen Konradsreuth Stoffe. Experimentierfreudigkeit, Innovation, Qualität werden bei dem 18-köpfigen Team im hauseigenen Labor und Designatelier groß geschrieben. Die eingetragenen Textilmarken „Charmelle“, „Infinity“ und „Q 2“ – synthetische Gewebe mit extrem guten Pflegeeigenschaften und fünf Jahren Garantie, finden sich u. a. auf Sofas von › Rolf Benz, › Cor und › Brühl. Rohleder beliefert internationale und alle großen deutschen Stoffverlage wie › Sahco, › Nya Nordiska, › JAB Anstoetz. Das weltweit führende Weberei-Unternehmen hat 180 Mitarbeiter. Inhaber Klaus Rohleder begründet den Erfolg so: „Bei aller Größe und Internationalität arbeiten wir wie eine Familie mit emotionalen Banden“. rohleder.com

Sofa „Pronto“ (Cuno Frommherz)

„Pronto“ (Cuno Frommherz)

Rolf Benz

1964 erfindet der gelernte Polsterer Rolf Benz die 70er-Jahre Version von Gemütlichkeit: die Wohnlandschaft. Mit dieser Idee gründet er die Firma „bmp“ (Benz Möbel Programme) und entwickelt mit 35 Mitarbeitern innovative und funktionale Polstermöbel. Seit 1972 firmiert das Unternehmen unter „Rolf Benz“ und entwickelt sich zum Marktführer hochwertiger Polstermöbel. 1980 übernimmt die Welle-Gruppe die Mehrheit am Unternehmen, das dem Stil des Gründers treu bleibt. Ende 1998 löst die › Hülsta-Gruppe Welle ab, und Rolf Benz verlässt die nach ihm benannte Firma. 2003 wird die Kollektion durch das „Basix by Rolf Benz“-Programm erweitert, eine preiswertere Linie. Auf der „Rolf Benz 2000 Wohnlandschaft“ saßen Thomas Gottschalk und seine Gäste bei „Wetten, dass …“ Heute gestalten Designer wie › Christian Werner, › Stefan Heiliger und der Schweizer Cuno Frommherz für die Marke. Von ihm stammen auch das 2011 vorgestellte modulare Anreihsofa „Neo“ und die klassische Ecksofakombination „Pronto“. Die Kollektion bietet aber auch Tische, Hocker, Teppiche und Accessoires. rolf-benz.com

Porzellan von Rosenthal

„Tac Gropius weiß“ und
„Teekanne Tac Gropius black“ (Walter Gropius)

Rosenthal

Die Erfolgsstory beginnt mit dem Porzellanservice „Maria weiß“, benannt nach der Gattin des Geheimrats Philipp Rosenthal, der das Unternehmen 1879 gründete. Es gehört zu den meistverkauften Geschirren aller Zeiten. Unter der Führung von Philip Rosenthal, dem Sohn des Firmengründers, entwickelt sich Rosenthal zum Pionier für gehobene Tischkultur. In den 50er-Jahren startet vom Firmensitz Selb aus die Zusammenarbeit mit führenden Kreativen; bis heute haben über 150 Künstler, Designer und Architekten Kollektionen entworfen. Meilensteine der 1961 gegründeten „Studio-Line“ sind das Service „Form 2000“ des Amerikaners Raymond Loewy, „Suomi“ von Timo Sarpaneva aus dem Jahr 1976, die Kollektion „Coup“ von › Konstantin Grcic, A&W-Designer des Jahres 2007, Kooperationen mit › Luigi Colani und Walter Gropius, der 1965 auch das Fabrikgebäude entwarf. Später folgten wirtschaftlich turbulente Zeiten, in denen das Unternehmen mehrfach verkauft wurde. Seit 2009 ist Rosenthal ein eigenständiges Unternehmen des italienischen Sambonet Paderno Konzerns. rosenthal.de

„Schüssel faltbar“

„Schüssel faltbar“

Rösle

Schüsseln, Töpfe, Pfannen und Küchenwerkzeuge aus hochwertigem Edelstahl machen Rösle weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. Gegründet wird die Firma 1888 von Karl Theodor Rösle in Marktoberdorf im Allgäu. 1903 kommt das erste Kochgeschirr auf den Markt, ab 1920 liegt der Schwerpunkt auf Stahlpfannen und verzinnten Küchengeräten, dann folgen Modelle aus Messing. In den 1930er-Jahren gibt es die ersten rostfreien Koch utensilien, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aus Edelstahl. In den 1990er-Jahren bietet Rösle 900 Artikel an und führt ein neues Ordnungssystem, die „Offene Küche“ ein: Küchenzubehör hängt griffbereit an einer Stange – vom Rollenhalter über den Schneebesen bis zur Küchenuhr. Klassiker sind Edelstahlschüsseln, die sich stapeln lassen und Schalen aus Kunststoff und Edelstahl, die sich falten und so verstauen lassen. roesle.de

Sofa „Cocoon“ (Thomas Althaus)

„Cocoon“ (Thomas Althaus)

Ruf

Mit „Patentrosten“ und „Schonerdecken“ startet Alwin Ruf 1926 seine Manufaktur im badischen Rastatt, ein Zweitwerk nahe des Bodensees liefert Matratzen zu und legt die Grundlage zu einem zunächst nur in Süddeutschland bekannten Spezialisten für hochwertige Betten. Gerade die Kompetenz für alle Details zahlt sich aus, als die Idee der sogenannten „Französischen Betten“ (mit nicht mehr getrennten Matratzen) nach dem Krieg Deutschland erobert . Der bis dahin hierzulande unbekannte Schlafkomfort wird zum Prinzip der Marke und steht im Mittelpunkt bei der sich heute „Ruf International“ nennenden Manufaktur. Mittlerweile ist sie eine Schwesterfirma des Polstermöblers › Rolf Benz und gehört wie er zur › Hülsta-Gruppe. Neben Design-Koryphäen wie › Stefan Heiliger und › Thomas Althaus zeichnen heute auch junge Büros wie Schnabel und Schneider oder Kommer + Kors für den in 50 Länder exportierenden Schlafspezialisten. ruf-betten.de

„Fold“ (Ulf Moritz)

„Fold“ (Ulf Moritz)

Sahco

Zu Ehren ihres verstorbenen Vaters Samson Abraham Hesslein nannten die brüderlichen Firmengründer 1840 ihr Textilhandelsunternehmen in Bamberg bei Nürnberg S. A. Hesslein. „Auf die Stoffballen wurde dann S. A. H. & Co. gedruckt, später kam das Hesslein hinzu“, erklärt Christoph Häußler, seit 1984 im Unternehmen und seit 1998 alleiniger Firmenchef, den Markennamen. Sahco, wie die Marke heute kurz heißt, begründet ihren Erfolg und ihre Reputation als innovative, avantgardistische Textilmarke. Der in Amsterdam lebende deutsche Designer › Ulf Moritz, A&W-Designer des Jahres 2003, hat dieses Image mit experimentellen Stoffkreationen entscheidend geprägt. Neben der Dachmarke Sahco gibt es die exklusiven Kollektionen von Ulf Moritz und der New Yorker Designerin Lori Weitzner für Sahco. Ulf Moritz kreiert auch immer wieder Accessoires wie Quasten und Posamente in einer Mischung aus Tradition und Innovation: So entstehen üppige Raffhalter aus Organza und Satinbändern oder Plastikschlaufen, veredelt mit poliertem Stahl oder Perlmutt-Intarsien. sahco.com

„Grand Cru Cannes“

„Grand Cru Cannes“

Schramm

90 Jahre Erfahrung in der Entwicklung hochwertiger Matratzen garantieren erholsamen Schlaf. Axel Schramm führt zusammen mit seiner Frau Angela in dritter Generation das Unternehmen, mit dem sein Großvater 1923 als Sattler begonnen und das sein Vater in eine Polsterei umgewandelt hat. Schramm schwört auf Federkern mit 500 ofenthermisch behandelten Zylinderfedern, die einzeln von Hand in eine Stofftasche genäht werden. Sie werden dem Gewicht des Schläfers angepasst und erhalten durch die spezielle Behandlung ein „Erinnerungsvermögen“. Das Unternehmen findet seine Kundschaft nicht nur in Deutschland und den Nachbarstaaten Benelux, Österreich und der Schweiz, sondern auch in Griechenland, der Türkei, in Russland, der Ukraine, sogar bis nach Hongkong und Japan reichen Nachfrage und Aufträge für Schramm-Betten, handmade in Germany. schramm.ag

Next 125

Next 125

Schüller

Küchen werden bei Schüller im fränkischen Herrieden schon seit 1965 hergestellt, zuerst Buffets, seit 1971 komplette Einbauküchen. Was Firmengründer Otto Schüller in einer Tischlerei begann, ist heute ein Unternehmen mit weit über 1000 Mitarbeitern, das Küchen made in Germany nach ganz Europa und in alle Welt exportiert. Neben der Standard-Kollektion gibt es die hochwertige Design-Linie „Next“, deren konsequente Linienführung, puristische Materialien und modulares Ordnungssystem ein modernes Ambiente schaffen – und mit dem Modell „Next 125“ bereits den Red Dot Award, den Interieur Innovation Award und den German Design Award erhielt. Besonders der „Next-Kochtisch“, eine schlanke Variante der Kochinsel, hat es Experten und Kunden angetan. Die Entwürfe werden fast immer im Haus entwickelt, Küchen sind sowieso Familiensache: Seit 2003 ist Otto Schüllers Sohn Markus in der Geschäftsleitung. schueller.de

Leuchten von Serien Lighting

„Zoom Pendelleuchte“ (Floyd Paxton)
„Reef Table“ (Nextspace)

Serien Lighting

1985 präsentieren Manfred Wolf und Jean-Marc da Costa, zwei Absolventen der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, ihre ersten Leuchten und gründen „Serien Raumleuchten“. Schon wenige Monate danach gibt es ihre Entwürfe in über 30 deutschen Einrichtungshäusern – die Zeit ist reif für neue markante Licht-Solisten. Der minimalistischen Moderne verpflichtet, nutzen die beiden Designer technische Spielräume – „Reef“ zum Beispiel baut als eine der ersten Leuchten auf Schaumkeramik, „Zoom“ auf das nostalgisch-mechanistische Scherengitterprinzip – aber in dünnem bunten Kunststoff. Verstärkt durch externe Designer wie › Uwe Fischer, Jakob Timpe oder Constantin Wortmann gelingen der Firma langlebige Dauerseller, weil sie sich für ihre Produkte Zeit lässt und sich vom alljährlichen Neuheiten-Druck emanzipiert. Der Lohn: weltweite Exporte und Designpreise. serien.com

Telefon „Scope“

„Scope“

Siedle

Aus einem Zulieferer der Schwarzwälder Uhrenmacherei hat sich ein führendes Unternehmen der Gebäudekommunikation entwickelt. 1750 gründet Matheus Siedle die Firma als kleine Gießerei; Ende des 19. Jahrhunderts ist Siedle bereits Pionier der deutschen Telegrafie und des Telefonwesens. Die „Hauskommunikation“ wird zum Kern geschäft. „Union“ von 1902 ist der Urahn aller Sprechanlagen, „Portavox“ von 1936 der erste elektronische Pförtner. Anfang der 70er-Jahre beauftragt Siedle erstmals einen externen Designer: Eberhard Meurer, der 1975 ganz in das Unternehmen eintritt, und für dessen Corporate Design verantwortlich ist. Er kreiert den Siedle-Look: leistungsstarke Elektronik verpackt in selbst erklärendes Oberflächendesign aus edlen Materialien. Siedle wird heute u. a. von Gabriele Siedle in siebter Generation geführt. siedle.de

Küche „Siematic S3“

„Siematic S3“

Siematic

Die 1929 von August Siekmann im westfälischen Löhne gegründete Firma produziert bis in die 50er-Jahre Küchenbuffets und Anbauküchen. 1960 präsentiert sie die „6006“, die weltweit erste grifflose Küche (mit integrierter Griffleiste). Und weiterhin setzt das Unternehmen „Made in Germany“- Akzente: In den 70er-Jahren ist sie mit „Landhausküchen“ dem Trend voraus, in den Achtzigern mit Hochglanzlack. Seit den 90er-Jahren liegt der Schwerpunkt des heute in dritter Generation von Ulrich W. Siekmann geführten Familienunternehmens auf exklusiven Küchen im Profilook, innovativen Modul- und individuellen Küchen im Country-Look. Besonders erfolgreich sind die „SL1“ und die „6006“, die heute modifiziert wieder hergestellt wird. Aktuelles Modell ist die „S3“. Für seine Entwicklung der Stauraumnutzung „Multimatic“ erhält Siematic drei Designpreise: den Good Design Award des Chicago Athenaeum, den iF Award und den Red Dot Award. siematic.de

Siemens Küchengeräte

„Wasserkocher TW 86103“
Kühl- und Gefrierschrank „Side by Side“

Siemens

Das Unternehmen wird schon 1847 von Werner von Siemens zusammen mit Johann Georg Halske in Berlin als „Telegraphen-Bau-Anstalt“ gegründet und stellt in einem Hinterhof Telegrafen und Dynamos her, bevor es sich mit der Erfindung von Haushaltshelfern beschäftigt. 1906 bringt Siemens den ersten Staubsauger auf den Markt. Es folgen 1925 die erste Kaffeemaschine, die formal an einen russischen Samowar erinnert, und im selben Jahr ein runder Backofen mit Ober- und Unterhitze. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Artikel des heutigen Global Player zu Massenprodukten. Heute produziert das Unternehmen, das sich im Bereich Hausgeräte in die Firmen „Siemens home“ und „Bosch-Siemens Hausgeräte (BSH)“ aufteilt, über 100 000 verschiedene Produkte, von Transformatoren über Kaffeemaschinen, von Kühlschränken bis hin zu Logistiknetzwerken. siemens-home.de

„Elektrozugsystem 5400“

„Elektrozugsystem 5400“

Silent Gliss

Schweizer Erfindergeist – darauf basiert der Erfolg des Unternehmens. Weil er sich vom schnarrenden Geräusch beim Auf- und Zuziehen von Gardinen gestört fühlte, entwickelte der Ingenieur Alexander Weber vor rund 50 Jahren die erste geräuschlose Vorhangschiene, indem er Gleiter aus Kunststoff in eine Aluminiumschiene setzte. 1966 wird die eigenständige Tochter Silent Gliss Deutschland in Weil am Rhein gegründet, die heute von Thomas Held geleitet wird. Im Anschluss an die erste geräuschlose Schiene entwickelte Silent Gliss biegbare Schienen für Eckfenster und lieferte die ersten per Knopfdruck elektrisch betriebenen Vorhangsysteme. Die Firma unter dem Logo der schleichenden Katze entwirft und produziert heute innovativen Sicht- und Blendschutz, ein breites Sortiment an Schienen, Stangen, Elektrozügen, Raffsystemen, Rollos, Streifen- und Flächensystemen, Plissee- und Horizontaljalousien. silentgliss.de

Silit Kochtöpfe

„Vitaliano Nero“ (Teams Design)
„Dampfgarer ecompact“

Silit

Unter der Marke Silitstahl präsentiert ›WMF 1927 den ersten Schnellkochtopf namens „Siko“, der ein Verkaufsschlager wird. Erst 1961 werden die WMF-Silit-Werke gegründet, und seither gehört Design zur Firmenphilosophie: Die im süddeutschen Riedlingen ansässige Firma arbeitet vorwiegend mit dem Büro Teams Design zusammen, deren Entwürfe dem Unternehmen zahlreiche Preise einbringen, darunter den Red Dot Award, den Design Plus-, iF- und Interior Innovation Award. Seit 1999 wird die Produktionspalette um Küchenhelfer erweitert, darunter Wiege- und Hackmesser sowie Rührbesen. Neu im Programm ist das Brat- und Dampfgarsystem „ecompact“ aus Hightech-Keramik, die eine schonende Zubereitung frischer Zutaten verspricht. silit.de

Leuchte „Glühwürmchen“

„Glühwürmchen“

Stiletto

Frank Schreiner gehört zu den wichtigsten Protagonisten des 80er-Jahre-Designs in Deutschland, sein kulturkritischer Einkaufswagensitz „Consumer’s Rest“ ist eine der Ikonen dieser Epoche. Aber der Meisterschüler des großen Videokünstlers Nam June Paik hat sich nicht nur in ambitionierten Avantgardewelten verloren, er gehört zu den wenigen aus dieser Zeit, der sich auch als kommerzieller Designer einen Namen gemacht hat. Sogar mit einer eigenen Firma. Unter seinem Künstlernamen Stiletto vertreibt er bis heute erfolgreich „funktionales Licht“, wie er es nennt, vor allem seinen größten Verkaufsschlager, das „Glühwürmchen“. Die an einem flexiblen Schwanenhals befestigte Leuchte wird direkt in die Steckdose gesteckt und ist überall sofort einsetzbar. Als Notbeleuchtung, aber in mittlerweile zahlreichen Varianten auch als wohnliche Lichtlösung. stiletto.de

Leuchte „Reflect mit Reflector“ (e27)

„Reflect mit Reflector“ (e27)

Steng Licht

„Meine Leuchten sind keine Effekthascher, sondern reduziert auf das technisch Notwendige und das formal Wesentliche“, sagt Peter Steng, der zusammen mit seinem Sohn Andreas das als Elektrofachhandel vom Großvater 1911 gegründete Unternehmen führt. Seit 25 Jahren konzentriert sich Steng Licht auf die Entwicklung projektbezogener Niedervolt-Leuchtsysteme. Mit der Erfindung eines Steckkontakts als Versorgungselement erleben sie in den 70er-Jahren einen Aufschwung. Zu der technischen Innovation kommt die gestalterische: Formal klar und schlicht ist das Design und mehrfach prämiert, u. a. mit dem iF- und dem German Design Award. Steng, mit Sitz in Stuttgart, beschäftigt auch externe Designer, wie den Niederländer Henk Stallinga, dessen Objektleuchten humorvolle Interpretationen des klassischen Kronleuchters sind. Neu auf dem Markt sind die Leuchten „Reflector“ und „Reflect“ von Designbüro E27. steng.de

Leuchte „Bulo“ (Oliver Niewiadomski)

„Bulo“ (Oliver Niewiadomski)

Tecnolumen

Aufsehen erregt die 1980 von Walter Schnepel gegründete Firma mit der Reproduktion des legendären Bauhaus-Klassikers, der Wagenfeld-Leuchte „WA 24“ aus dem Jahr 1924. Kommerziell überstrahlt sie bis heute alle anderen engagierten „Tecnolumen“-Aktivitäten. Und das sind nicht wenige. Mit den Jahren kommen Türbeschläge von Walter Gropius und Wilhelm Wagenfeld dazu, ebenso die wunderschöne Teekanne von Marianne Brandt. Reeditionen von Leuchtenklassikern wie dem Deckenfluter „ES 57“ von Egon Eiermann, der Art-déco-Wandleuchte „WAD 37“ von Eckart Muthesius oder › Dieter Rams’ „Desklight“ erweitern den Katalog über das Bauhaus hinaus; auch aktuelle Designer folgen. 2002 spaltet sich die Bremer Firma in zwei Segmente: „Tecnolumen“ stellt nun Leuchten wie das Modell „Bulo“ von Oliver Niewiadomski (und etwas Schmuck) her, der Bereich „Tecnoline“ produziert Schalter und Beschläge. tecnolumen.com

Sessel „F51“ (Walter Gropius)

„F51“ (Walter Gropius)

Tecta

Axel Bruchhäuser, Inhaber des 1959 vom Architekten Hans Könecke gegründeten Lauenförder Unternehmens Tecta, ist ein Archäologe der Moderne. Seit 1972 reediert er Bauhausentwürfe wie den Freischwinger „D 40“ von Marcel Breuer, Sessel und Sofa „F 51“ von Walter Gropius und den Sessel „D 62“ von El Lissitzky. Bruchhäuser bleibt jedoch nicht beim Bauhaus stehen, er sucht Jean Prouvé in Paris auf und arbeitet bis zum Tod des Designers im Jahre 1984 mit ihm zusammen. Neben dem berühmten Franzosen engagiert Tecta zeitgenössische Künstler wie › Florian Borkenhagen, Maximilian Seitz, › Stefan Wewerka, Alison und Peter Smithson für die Entwicklung von Tischen, Hockern und Leuchten. Die Smithsons sind es auch, die der Firma ein eigenwilliges Ensemble, das „Kragstuhl“-Museum, bauen sowie ein Privathaus für Axel Bruchhäuser mitten im Wald. tecta.de

Möbel von Thonet

Tisch „S 285 S“ (Marcel Breuer)
Stuhl „404 K“ (Stefan Diez)

Thonet

Mit der Perfektionierung der Bugholztechnik beginnt der Aufstieg des deutsch-österreichischen Unternehmens Thonet. Als Michael Thonet 1842 mit seiner 1819 im rheinischen Boppard gegründeten Tischlerei nach Wien umzieht, entsteht der Kaffeehausstuhl „Nr. 14“ aus sechs Holzteilen, Schrauben und Muttern – der Prototyp des Serienmöbels. 1889 wird das Werk im hessischen Frankenberg gegründet, Hauptsitz des deutschen Thonet- Zweigs. Seit der Jahrhundertwende arbeitet das Unternehmen mit stilprägenden Gestaltern zusammen, darunter Josef Hoffmann und Mies van der Rohe und heute Norman Foster, Alfredo Häberli, James Irvine, › Jehs + Laub oder Naoto Fukasawa. Vor allem aber › Stefan Diez’ „404“- Stuhl von 2007 gilt als wegweisende Neuintrepretation der Thonet’schen Bugholzidee. Thonet hat u. a. auch das deutsche und holländische Parlament und das British Museum in London ausgestattet. thonet.de

Leuchte „Falling“ (Tobias Grau)

„Falling“ (Tobias Grau)

Tobias Grau

Vor 26 Jahren gründet der 1957 geborene Designer und Betriebswirt Tobias Grau seine Firma in einem Loft im Hamburger Stadtteil Altona und avanciert binnen kurzer Zeit zum viel beachteten und -ausgezeichneten deutschen Leuchtenhersteller. Die Verbindung von innovativer Technik und emotionaler (meist eigener) Gestaltung kennzeichnet die Produkte, ebenso die hochwertigen Materialien wie Aluminium, Fine Bone China Porzellan, Wenge- und Eichenholz. Sein erster Bestseller ist 1987 „Tai“ aus Messing. 1998 lässt Tobias Grau ein neues Firmengebäude in Hamburg- Rellingen vom Hamburger Architekten › Hadi Teherani bauen; die aufsehenerregende nachhaltige Architektur mehrt beider Ruf. 2008 erweitert Grau sein Repertoire mit einem Schalterprogramm mit geometrisch-raffiniertem Grundraster. Die Serie „Falling“ aus dem gleichen Jahr ist eine der ersten ästhetisch überzeugenden LED-Wohnleuchten. tobias-grau.com