Design Hersteller und Designer von P-S

Hersteller und Designer mit P

„Palomba Collection“ (Laufen)

„Palomba Collection“ (Laufen)

Palomba

Palomba

PALOMBA, LUDOVICA + ROBERTO

Man darf sie durchaus als Power-Paar bezeichnen: Ludovica und Roberto Palomba sind nicht nur privat zusammen, sondern arbeiten auch seit vielen Jahren erfolgreich miteinander. Kennengelernt haben sie sich während des Studiums an der Universität in Rom; 1994 gründen sie Palomba Serafini Associati, ein Büro für Design und Architektur mit Sitz in Mailand. Design empfinden die beiden als „Lebensthema“, im doppelten Sinn. Nicht nur sie selbst verbringen ja den größten Teil ihrer Lebenszeit mit Design, vor allem ihre Produkte müssen sich im harten Alltagsleben bewähren. Ein Anspruch, den die Palombas mit dem Niveau ihrer Entwürfe zu halten versuchen und der von ihren Auftraggebern – zum Beispiel Zanotta, Plank, Foscarini, Zucchetti und Laufen – geteilt wird. Besonders im Bereich der Bad- und Sanitärbranche haben sich Ludovica und Roberto Palomba Kompetenz erarbeitet; gelegentlich leisten sie sich aber auch gestalterische Ausflüge in die Welt der Luxusjachten, des Lichts oder der schönen Stoffe. palombaserafini.com

„Woodwork“, Studio Mumbai and Cibicworkshop

„Woodwork“, Studio Mumbai and Cibicworkshop

PAOLA C

In einem idyllischen Hinterhof in der Via Solferino im schicken Mailänder Brera-Viertel befindet sich der Showroom des Labels Paola C. Hinter dem C verbirgt sich der Name Coin, was die sympathische Erbin der riesigen Kaufhauskette nicht an die große Glocke hängen will. Unter der Art Direction von Aldo Cibic entwerfen seit 2000 talentierte Nachwuchsdesigner aus aller Welt für Paola C. elegante, poetische, immer benutzbare Tischobjekte, die in charmant inszenierten Ausstellungen dem Publikum präsentiert werden. Die besten dieser Entwürfe werden dann produziert. Arbeiten von Absolventen des Londoner Royal College of Art zeigt die Mailänderin ebenso wie Erzeugnisse aus dem Benetton-Forschungslabor Fabrica und innovative Objekte von Studenten der Universität Bozen. Die jüngste Ausstellung präsentiert die Ergebnisse eines Workshops von Aldo Cibic mit den Architekten von Studio Mumbai. paolac.com

„Welcome“, Francesco Rota

„Welcome“, Francesco Rota
 

PAOLA LENTI

Trotz großem Namen zählt Paola Lenti unter den italienischen Designmarken noch zu den jungen Firmen. 1994 im lombardischen Meda gegründet, widmet sich das Unternehmen der namensgebenden Designerin mit Leidenschaft der experimentellen Materialforschung, ressourcenschonende Stoffe stehen im Mittelpunkt. So verwendet sie beispielsweise bei ihren Outdoormöbeln anstelle von Tropenimporten essigsäuregehärtete einheimische Hölzer. „Wegwerf-Mentalität finde ich unmoralisch“, verkündet Paola Lenti in fast jedem Interview. Dass „Öko“ aber nicht langweilig aussehen muss, sondern auch bunt und formal interessant auftreten kann, das beweist die Italienerin mit jeder Kollektion, zu der neben Relax-Möbeln auch Outdoor-Textilien gehören. Design-Unterstützung holt sich die engagierte und vielfach ausgezeichnete Unternehmerin u. a. von Francesco Rota oder Patricia Urquiola. paolalenti.it

Gaetano Pesce

Gaetano Pesce

PESCE, GAETANO

An ihm scheiden sich die Geister: Der 1939 in La Spezia geborene Designer geht von Anfang an seinen eigenen Weg. Er studiert nicht in Mailand, sondern in Venedig, versucht sich als freier Künstler und Architekt, bevor er sich mit einem Schlag in der Designwelt unvergesslich macht: Sein Sessel „Up“, der heute noch als Polsterversion von B&B Italia produziert wird, schlägt 1969 in der Möbel- und Designszene ein wie eine Bombe. Was zunächst nicht wenig an dem Überraschungseffekt liegt, mit dem er sich – heute des Treibgases wegen verpönt –, aus der flachen Verkaufsverpackung entnommen, selbst entfaltet. Auch die Folgeentwürfe schwanken zwischen skurril (vor allem für Meritalia) und visionär. Seine Serie „Nobody’s Perfect“ für Zerodisegno, die vor allen anderen die Idee einer individualisierten Massenproduktion proklamiert (was bei Jeans und anderen Dingen später tatsächlich funktioniert), bringen ihm den Ruf eines „philosophischen Rebells“ ein – und als solcher die Auszeichnung „A&W-Designer des Jahres 2006“. gaetanopesce.com

„Continuum“, Carlo Ponti

„Continuum“, Carlo Ponti

PIERANTONIO BONACINA

Pierantonio Bonacina setzt auf Wellness – „physisch und emotional“. Das Unternehmen mit dem gefühlvollen Konzept entsteht schon Ende des 19. Jahrhunderts; heute produziert es in Giussano bei Brianza Stühle, Sessel, Sofas und Beistelltische und hat sich dabei lange auf Naturmaterialien spezialisiert: Weide, Haselstrauch, Rattan, Manila-Hanf und Rohr aus Indien oder Malakka. Dazu kommen neuerdings aber auch immer öfter intelligente Hightech-Materialien wie Rulon oder Krylon, für das die Firma die Exklusivrechte hat. Typisch für Bonacina-Möbel ist der Ausdruck von Handwerklichkeit und Leichtigkeit, viele sind auch draußen einsetzbar, was sie in Hotels, in Restaurants und auf Schiffen beliebt macht. Ihre Formen stammen von klassischen bis aktuellen Designergrößen wie Gio Ponti, Marco Zanuso, Joe Colombo oder Piero Lissoni. pierantoniobonacina.it

„Onda“ (Poliform)

„Onda“ (Poliform)

PIVA, PAOLO

Paolo Piva pendelt zwischen zwei Kulturen, zwischen Architektur und Design ebenso wie zwischen seinen Büros in Venedig und Wien. „Wien motiviert mich intellektuell, in Italien profitiere ich von der spontanen Vitalität“ ist sein gern zitiertes Statement dazu. Zur Welt kommt er 1950 in Adria südlich von Venedig. Dort studiert er bei Carlo Scarpa Kunst und Architektur; seit den 70er-Jahren macht er Design. Pivas Entwürfe für Polstermöbel, Stühle, Schranksysteme und Sideboards – stringent, reduziert, ohne Attitüden, aber mit spannungsvollen Proportionen und cooler Ästhetik – prägen Kollektionen führender Unternehmen wie Wittmann, B&B Italia, Poliform, Varenna und De Sede. Für die ersten drei gestaltet Piva als Architekt auch die Fabrikgebäude, er baut den wissenschaftlich-technologischen Park in Venedig und viele Privathäuser – und lehrt an der Akademie für angewandte Kunst in Wien.

„Myto“, Konstantin Grcic

„Myto“, Konstantin Grcic

PLANK

Das Traditionsunternehmen wird 1893 von Karl Plank gegründet und stets vom Vater auf den Sohn übertragen. Heute wird das kleine Südtiroler Vorzeigeunternehmen in Ora/Auer südlich von Bozen von Michael Plank und seinem Vater Martin Plank geleitet. Von den Anfängen als kunsthandwerklicher Betrieb hat sich Plank zu einem Industriebetrieb entwickelt; „Technologie und Funktionalität vereint durch das Design“ lautet dessen Leitmotiv. Die Möbel von Plank sind oft stapelbar und in privaten wie öffentlichen Räumen einsetzbar. Für Plank entwerfen Biagio Cisotti und Sandra Laube, Claudio Bellini, Raul Barbieri, Björn Dahlström, Naoto Fukasawa sowie Ludovica und Roberto Palomba. Eine intensive Zusammenarbeit, oft im Zusammenhang mit technischer Innovation, verbindet das Unternehmen mit Konstantin Grcic. Am Anfang steht der stapelbare Barhocker „Miura“ (2005), seither erscheinen beinahe im Jahrestakt innovative Projekte. „Myto“, ein hinterbeinloser Kunststoffstuhl wird gemeinsam mit der BASF entwickelt und nutzt einen besonderen, schnell zu verarbeitenden Kunststoff. „Monza“ kombiniert Gestell und Sitz aus Eschenholz mit einer farbig variierbaren Lehne aus Kunststoff, der Lounge-Sessel „Avus“ vereint eine ausgesteifte Kunststoffschale mit einem bequemen Ledersitz und „Palio“ ist ein minimalistischer purer Lederstuhl. Südtiroler Know-how macht all dies möglich. plank.it

„System One“, Carlo Colombo

„System One“, Carlo Colombo

POLIFORM

Alles aus einer Hand: Poliform bietet Kunden an, ihr ganzes Haus einzurichten. In verschiedenen Lifestyle-Ausrichtungen und nur mit Poliform-Produkten. Das Familienunternehmen in dritter Generation mit Hauptsitz in Inverigo besteht seit 1970, geht aber auf ein handwerkliches Unternehmen von 1942 zurück. Kernprodukte sind Anbausysteme, Schränke, Betten und Bücherregale. 1996 kommt das Küchen-Label Varenna hinzu, 2006 die erste Polstermöbel-Kollektion. Zu den Designern zählen heute u. a. Jean-Marie Massaud, Paolo Piva, Paola Navone, Rodolfo Dordoni und Carlo Colombo. Dem Poliform-Rundum-Konzept folgt auch das Unternehmen selbst: mit sehenswerter Architektur für die Fabriken im Brianza-Distrikt, mit nachhaltiger Produktion und mit Sponsor-Patenschaften für soziale und Kunst-Projekte. poliform.it

„Vanity Fair“

„Vanity Fair“

POLTRONA FRAU

Als Herr Frau, genauer und mit vollständigem Namen: Renzo Frau, in Turin 1912 seine kleine Firma für Polstermöbel gründet, ist nicht im entferntesten abzusehen, welch erfolgreiches Unternehmen mal daraus erwachsen soll. Auch nicht, als man 1926 Königlich-Turiner-Hoflieferant wird, und kurze Zeit später die ersten Klassiker wie das Modell „Vanity Fair“ das Werk verlassen. In den 60er-Jahren entwirft Gio Ponti für Poltrona Frau, das mittlerweile von Franco Moschini geführt wird. Ihm gelingt es, das Know-how von Poltrona Frau unter anderem Ferrari anzubieten und die Sportwagen mit komfortablen Sitzen auszustatten. 1996 übernimmt das Unternehmen die Bestuhlung für das Europäische Parlament in Straßburg; berühmte Konzerthäuser wie Frank Gehrys Disney Music Hall in Los Angeles oder das neue Opernhaus in Oslo werden ebenfalls von Poltrona Frau ausgestattet. Seit 2004 hält die Charme Gruppe der Familie Montezemolo die Anteilsmehrheit und hat in die Poltrona Frau Gruppe namhafte frühere Konkurrenten wie Cappellini und Cassina eingegliedert. So schreibt man Designgeschichte. poltronafrau.com

„Ultrafragola“, Ettore Sottsass

„Ultrafragola“, Ettore Sottsass

POLTRONOVA

Ein einzelner Möbelentwurf kann zwar nicht die Welt verändern, aber einem Unternehmen durchaus auf einen Schlag Ruhm und Ehre (nebst Gewinnen) einbringen. Im Falle des in Pistoia nahe Florenz 1957 von Sergio Cammilli gegründeten Produzenten geschieht dies mit dem Ledersofa „Joe“, entworfen vom Pop-Art-Designertrio De Pas, D’Urbino, Lomazzi als gigantische Version des Fanghandschuhs von Baseball-Legende Joe di Maggio. Das Objekt, eine Ikone des italienischen Designs, steht als Botschafter mediterraner Verspieltheit in fast allen wichtigen Design-Museen. Dabei hat Poltronova nicht nur dieses Unikum zu bieten, im Katalog finden sich auch Stücke wie „Mies“ von der Designgruppe Archizoom und der Spiegel „Ultrafragola“ von Ettore Sottsass. Neben sehr wenigen aktuellen Einzelstücken (z. B. von Nigel Coates) lebt das Unternehmen heute von seinen Pop-Ikonen, die in Florenz vom Centro Studi Poltronova verlegt werden. centrostudipoltronova.it

"Charlotte“, M.& L. Dainelli

"Charlotte“, M.& L. Dainelli

„Kilt“, Marconato & Zappa

„Kilt“, Marconato & Zappa

PORADA

Bei Porada steht seit je her Holz im Mittelpunkt – eingesetzt für individuelle Einzelmöbel, die als optische und emotionale Akzente den Wohn-Kontext aufwerten. Das Unternehmen in Cabiate bei Brianza wird 1968 von Luigi Allievi und seinen Söhnen gegründet, um eine traditionelle Stuhl-Manufaktur zu übernehmen und auszubauen. Die aktuellen Kollektionen umfassen heute auch Sessel, Sofas, Couchtische, TV-Wagen, Anrichten, Regale, Spiegel und Kleiderständer; schlicht elegant bis minimal, zuweilen dekorativ. Und stets aus – meist dunklem – Massivholz, das den Porada-Stücken natürliche und handwerkliche Ausstrahlung verleiht, oft mit Stahl, Glas oder Kunststoff kombiniert. Zu den Gestaltern neuer, markentypischer Produkte gehören Alberio & Cerbaro, Martino Perego, M.&L. Dainelli, Seveso & Trezzi oder Marconato & Zappa. porada.it

„Minimo", Piero Lissoni

„Minimo", Piero Lissoni

„Balacing Boxes“, Front

„Balacing Boxes“, Front

PORRO

Als Werkstatt für Stilmöbel eröffnen die Brüder Giulio und Stefano Porro 1925 das Familienunternehmen im lombardischen Montesolaro di Cari. Erst die zweite Generation etabliert eine modernere Richtung, ermutigt durch die Zusammenarbeit mit dem Architekten Giulio Moscatelli, der 1955 auch ein neues Werkstattgebäude entwirft. Einen entscheidenden Impuls gibt die Teilnahme am ersten Salone di Mobile 1961 in Mailand, hier knüpft das Unternehmen wichtige Kontakte zu Händlern und Designern. Seitdem arbeitet Porro mit innovativen Gestaltern zusammen wie Bruno Munari, der 1966 das Firmenlogo entwickelt, oder dem A&D Studio von Luigi Massoni und Piergiorgio Cazzaniga. Seit 1989 gibt Piero Lissoni als Art Director die kreative Leitlinie des Unternehmens vor. Seine internationale Ausrichtung beginnt Porro in den 1990er-Jahren mit ersten Vertriebsaktivitäten in Deutschland und auf der gestalterischen Seite in der Zusammenarbeit mit dem damals noch jungen Designer Werner Aisslinger („Endless shelf“, 1997). Zum aktuellen Programm gehören Piero Lissonis Sideboard „Modern“ und der Tisch „Minimo“. Aus der Zusammenarbeit mit den schwedischen Designerinnen der Gruppe „Front“ entstehen phantasievolle Möbel wie der „Gentle Chair“ oder der eigenwillige Beistelltisch „Balacing Boxes“. porro.com

"Cubo“, Romeo Sozzi

"Cubo“, Romeo Sozzi

PROMEMORIA

Der Name Promemoria verweist auf Erinnerung – etwa an ein Dorf am Comer See, wo die Werkstatt der Familie Sozzi im 19. Jahrhundert die Kutschen adliger Kunden verschönert. Dem Elitären bleibt sie treu, 1988 gründen Romeo Sozzi und seine Söhne in Valmadrera bei Como Promemoria als „Atelier der Schönheit“, in der High-Class-Schreinermöbel entstehen: Schreibtische, Sofas, Garderoben, Stühle, Tische, Regale. Jedes Stück handgearbeitet und in beschränkter Auflage, gern auch nach Maß. Alle Entwürfe stammen von Romeo Sozzi selbst. Sie bieten handwerkliche Raffinesse mit einem Schuss Nostalgie, Anspielungen auf Art déco und den fernen Osten – und edle Materialien wie Zypresse und Ebenholz, Seide und Kaschmir, Bronze und Kupfer. Die Orte der Showrooms sind entsprechend elitär: Mailand, Paris, London, Moskau, Sankt Petersburg, New York, Dallas. promemoria.com

HERSTELLER UND DESIGNER MIT R

„Velaria“, Giuseppe Bavuso

„Velaria“, Giuseppe Bavuso

RIMADESIO

Firmenziel Transparenz: Die Ver- und Bearbeitung von Glas ist der Hauptzweck der Gesellschaft, die Luigi Riboldi und Francesco Malberti (auch heute noch Vorsitzender des Unternehmens) 1956 unter dem Kürzel Rima Vetraria mit Sitz in Desio gründen. Der Betrieb im Norden Mailands fungiert zu Beginn noch als Zulieferer für andere Möbelmarken, aber bald beginnt man selbst Produkte für den Wohnbereich zu produzieren und sie unter dem Namen „Rimadesio Vetro“ anzubieten. Das Programm mit zunächst einfachen Wandspiegeln wird in den 60er- und 70er-Jahren immer mehr durch Entwürfe von Designern ergänzt, seit Ende der 70er kommen auch modulare Stauraummöbel hinzu. Heute umfasst das Angebot vor allem auch Schiebetüren, begehbare Garderoben und Regalsysteme, vielfach aus einer Kombination aus Aluminium und aus Glas, immer noch Kern der Firma, hergestellt. rimadesio.it

„Cut“, Marco Zanuso

„Cut“, Marco Zanuso
 

RIVA 1920

Der Firmenname stammt von den Gründern Nino und Mario Riva, die das Unternehmen 1920 starten. Vater und Sohn spezialisieren sich auf Entwürfe ausschließlich aus Massivholz, denen sie ein naturbelassenes Finish geben. Dies macht die sehr charismatischen Möbel populär und leicht wiedererkennbar. Später steigen auch die Söhne Davide und Maurizo in das Unternehmen und die Geheimnisse des Holzformens ein. Gestaltet werden die objekthaften Holzmöbel aber in erster Linie von externen Designern wie Enzo Mari, Andrea Branzi, Piero Lissoni, Michele De Lucchi, Terry Dwan und Matteo Thun; insbesondere, seit sich Riva 1920 in den frühen 90er-Jahren vom Handwerksbetrieb zu einem florierenden Exportunternehmen entwickelt. Am Firmensitz in Cantù (Provinz Como) haben die Besitzer ein Museum eingerichtet, in dem sie ihre umfangreiche Sammlung von traditionellen Werkzeugen und historischen Maschinen zeigen. riva1920.it

Paolo Rizzatto

Paolo Rizzatto

„Costanza“ (Luceplan)

„Costanza“ (Luceplan)

RIZZATTO, PAOLO

„Die Energieeffizienz ist seit jeher ein fundamentaler Bestandteil beim Entwurf einer Leuchte“, sagt Paolo Rizzatto, „noch mehr als die Form.“ Damit verdeutlicht der 1941 in Mailand geborene Architekt und Designer, dass ihn das Thema des Stromsparens schon viel länger beschäftigt, als jetzt, wo es in den öffentlichen Fokus gerückt ist. 1965 macht er am Mailänder Polytecnico seinen Abschluss und gründet sein eigenes Entwurfsstudio. Er plant Gebäude, baut Privathäuser, entwirft ganze Viertel, kreiert Objekte, Einrichtungsgegenstände – und immer wieder Leuchten. Er liebt das Licht in all seinen Formen. 1978 gründet er zusammen mit Riccardo Sarfatti die Firma Luceplan, für die er viele Leuchten entwirft, darunter auch den Bestseller „Costanza“. Gemeinsam mit Alberto Meda entstehen immer wieder innovative Entwürfe, für die das Duo prestigereiche Auszeichungen erhält. Rizzatto arbeitet aber auch für alle namhaften italienischen und internationalen Hersteller wie Knoll, Artemide, Cassina oder Molteni. paolorizzatto.it

RUBELLI

Venedig, Ca‘ Corner Spinelli; hier, in dem imposanten Renaissance-Palazzo, sitzt das Gedächtnis und der wahre Schatz der Firma: Das historische Archiv umfasst über 5000 textile Exponate aus der Zeit zwischen dem Ende des 15. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hier startet jede Ideenreise, jede Skizze, jeder neue Entwurf. Im anschließenden Studio arbeiten Künstler, Zeichner, Designer und Techniker, um die neuen Ideen umzusetzen. Die 1889 von Lorenzo Rubelli gegründete Firma ist weltweit berühmt für ihre opulenten, wertvollen Stoffe mit den unvergleichlichen Mustern, die wie selbstverständlich im berühmten Teatro La Fenice oder der Mailänder Scala zu finden sind. Die begehrten Damaste, Brokate oder Seiden werden in Werkstätten sowohl auf Hightech-Maschinen hergestellt wie auch auf Webstühlen aus dem Settecento, die heute immer noch funktionieren. Diese Mischung aus Traditionsbewusstsein und Avantgarde ist auch für die inzwischen fünfte Eigner-Generation noch das Erfolgsrezept. rubelli.com

HERSTELLER UND DESIGNER MIT S

„Millebolle“, Luca Nichetto

„Millebolle“, Luca Nichetto

SALVIATI

Weitblick lohnt sich: Der Anwalt und Venedig-Fan Antonio Salviati gründet 1859, als englisches und böhmisches Glas den Markt dominieren, eine Compagnie, um alte venezianische Glastraditionen lebendig zu halten. Berühmt werden Mosaikarbeiten des Hauses für St. Paul’s in London, die Oper in Paris und den Aachener Dom. 1877 macht Salviati eine eigene Manufaktur in Murano auf, die noch heute seinen Namen trägt; sie reüssiert mit Gläsern nach Renaissance-Vorbildern, die im viktorianischen England zum Verkaufsschlager werden. Heute fertigt sie – nach Entwürfen von Christian Ghion, Ingo Maurer, Norberto Moretti, Luca Nichetto und anderen – dekorative Objekte, Vasen, Schalen, humorvolle Tierfiguren und Kristall-Tafelgläser. Typisch Salviati ist dabei der Mix unterschiedlicher Glasarten und Oberflächen und das Spiel mit intensiven Farben und Kontrasten. salviati.com

Denis Santachiara

Denis Santachiara

„Santapouf“ (Campeggi)

„Santapouf“ (Campeggi)

SANTACHIARA, DENIS

Ein Stuhl ist ein Stuhl, ein Pouf ist ein Pouf, ein Barhocker ein Barhocker – so einfach ist das nicht in der Welt des Denis Santachiara. Bei ihm darf, nein, muss es immer ein bisschen mehr sein. Barhocker haben Pedale, auf denen man die Füße abstützen, mit denen man aber auch im Sitzen in Bewegung bleiben kann; Poufs geben auch Licht, und in Stühlen haben sich aufblasbare Gästebetten versteckt. Solche augenzwinkernden wie praktischen Kreationen entwirft Santachiara meist für das Unternehmen Campeggi, aber der 1950 geborene Sonderling des italienischen Designs hat auch schon für Fiat, Swatch, Mandarina Duck, Artemide, Luceplan und Fontana Arte seine Phantasie spielen lassen. Mit großem Erfolg: 1986 erhält er den begehrten Compasso d’Oro und schafft es ein Jahr später sogar auf die documenta; seine Werke sind in den Designabteilungen der wichtigsten Museen wie dem MoMA, dem Nationalmuseum für Moderne Kunst in Tokio oder dem Vitra Design Museum in Weil am Rhein ausgestellt. denisantachiara.it

„Shanghai“, William Sawaya

„Shanghai“, William Sawaya

SAWAYA & MORONI

Sie streiten sich oft und heftig –, aber wenn es um konkrete Architektur- und Gestaltungsfragen geht, verständigen sie sich sofort, ohne große Worte: William Sawaya, Libanese mit überbordender Kreativität und Paolo Moroni, Italiener und Pragmatiker mit Sinn fürs Finanzielle. Sie arbeiten seit 1984 zusammen und haben eine gemeinsame Leidenschaft – die Ästhetik. Sie fragen Architekten – denn vor allem ihnen trauen sie Nachhaltigkeit und Tiefe zu – nach Möbelentwürfen und legen dann markante Objekte von Hadid, Nouvel oder Libeskind in Kleinserien auf, die sie neben eigenen Projekten präsentieren. Moroni und Sawaya, letzterer für viele Modelle als Designer verantwortlich, glauben an das „Made in Italy“, gerade in Zeiten von Globalisierung. Die sehen sie eher skeptisch. „Es verschwindet schleichend der genius loci“, bedauern sie; „die junge Architektengeneration wird mit ihren Entwürfen immer spektakulärer, aber sie verliert dabei ihre kulturelle Verortung.“ sawayamoroni.com

„Pampa“‚ Alfredo Häberli

„Pampa“‚ Alfredo Häberli

SCHIFFINI

Schiffini, heute Hersteller von High-End-Küchen, verdankt seinen Ruf einem Großen des italienischen Designs: Vico Magistretti (1920–2006). Und einer ganz anderen Branche. Denn Schiffinis erste Aktivitäten ab 1920 sind Ausstattungen für Schiffe; mit dem Wissen um kompakte Technik bringt die Firma 1950 dann die ersten seriengefertigten modularen Küchen in Italien heraus. Ab 1965 prägt Magistretti das Programm: Seine Küchen „Cina“, „Cinqueterre“ (die erste Küche aus Aluminium), „Solaro“ und „Soviore“, alle mit großer Linie und feinen Details, werden zu Klassikern. Jüngere Entwicklungen sind mit ihrem Werkstattcharakter„Mesa“ und „Pampa“ von Alfredo Häberli, Giuliano Giarolis „G-one“ mit ihren unsichtbaren Griffen und „Key System“ von Arosio-Mangia, ideal für eine engere Verbindung von Küche und Wohnen. Und wer für seine Yacht eine kleine extravagante Profi-Küche haben will, der ist auch heute noch bei Schiffini in Ceparana bei La Spezia an der richtigen Adresse. schiffini.com

"Vendôme“, Lorenzo Bellini

"Vendôme“, Lorenzo Bellini

SELVA

Das Zusammenspiel von Tradition und Moderne zeichnet die Möbelentwürfe des 1968 von Peppi Selva in Bozen (Südtirol) gegründeten Familienunternehmens aus. Dieser Stilmix und die Liebe zum Handwerk, die den Modellen anzusehen ist, haben die Firma zu einem weltweit operierenden Produzenten gemacht. Die Kollektion ist in drei Linien unterteilt: „Selva Timeless Beauty“, „Epoca by Selva“ und „Philipp Selva Home“. Letztere ist benannt nach dem Sohn des Gründers und heutigen Präsidenten und CEO des Unternehmens. Der hat das Erbe seines Vaters fortgeführt – mit großem Engagement, vor allem aber sehr erfolgreich. Heute besitzt Selva Niederlassungen in den USA und im Mittleren Osten. Exquisite Selva Stores in allen wichtigen Metropolen der Welt und Kooperationen unter anderem mit Swarovski mehren die Bekanntheit des Südtiroler Möbelproduzenten. selva.com

„Plinto“, Luca Nichetto

„Plinto“, Luca Nichetto

SKITSCH

Vom Start weg ist Skitsch in aller Munde: 2009 zum Salone del Mobile öffnet das junge Unternehmen seinen Flagshipstore in Mailand, und was die Besucher und Passanten durch die elf Schaufenster sehen, ist wirklich der Rede wert. Unter der künstlerischen Leitung von Cristina Morozzi, Ehefrau von Massimo Morozzi, dem Art Director von Edra, wird eine Unmenge von innovativen Designobjekten gezeigt, die von den angesagtesten Jungdesignern und arrivierten Stars der Szene exklusiv für das junge Label gestaltet sind. Im Katalog sind Namen vertreten wie Jean Marie Massaud, Luca Nichetto, Paolo Ulian, Marcel Wanders, Humberto und Fernando Campana, Front, Lorenzo Damiani und, und, und. Das Programm: Objekte, die Funktion und Emotion verbinden und durch die Vielfalt der Gestalter eine große Bandbreite von Geschmäckern bedienen. Jedes Jahr wird die Kollektion erweitert, sowohl mit Arbeiten bereits vertretener Designer, als auch immer wieder überraschenden Werke von hoffnungsvollen Neuentdeckungen. skitsch.it

„Non Plus Ultra“, Marco Gorini

„Non Plus Ultra“, Marco Gorini

STRATO

Für Marco Gorini ist Kochen „Liebe, Kunst und Kultur“ – und die Küche der Ort, das Vergnügen daran zu teilen. Kompromisse kommen hier deshalb für den 1954 in Norditalien geborenen Architekten nicht in Frage. Nach dem Studium gründet er 1987 sein Unternehmen Strato, das sich zunächst mit Innenarchitektur beschäftigt, sich aber schon drei Jahre später nur noch auf Planung und Fertigung von Luxusküchen konzentriert. Zum Salone del Mobile in Mailand präsentiert Marco Gorini seine ersten Entwürfe, heute unterstreicht Strato mit eigenen Showrooms seine hohe Exklusivität: Alle Strato-Küchen sind Unikate, die in Italien mit hochmodernen Maschinen, aber auch großem handwerklichen Einsatz maßgefertigt werden. Verarbeitet werden überwiegend Edelstahl, bisweilen gar Titanium, Edelhölzer und Glas. Nach der Philosophie von Marco Gorini soll es keine Beschränkung durch Kollektionen oder Raster geben, nur der Raum und die gewünschten Funktionen geben den Rahmen vor. stratocucine.com

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