Österreich Breaded Escalop

Die österreichische Hauptstadt ist die Schnittstelle zwischen Ost und West. Schon immer existieren Tradition und Avantgarde hier nebeneinander – und inspirieren sich zu kreativen Höchstleistungen und Skurrilitäten. Mit Witz und Lässigkeit mausert sich Wien zur Trendmetropole.
Breaded Escalop

Bleibt noch zu klären, was es mit dem Breaded Escalope auf sich hat. Das gleichnamige Designtrio hat sein Studio in Ottakring, das ist der 16. Bezirk außerhalb des Gürtels. „So ein bisschen Berlin Kreuzberg“, versucht Michael Tatschl den Stadtteil einzuordnen. Das bedeutet: Es gibt hier mehr Kebab-Buden als traditionelle Wiener Gasthäuser. Doch gleich neben dem Studio gibt es die Brauerei Ottakringer mit Schankstube. „Hier sind wir genau richtig“, findet Martin Schnabl. Die zwei haben sich mit dem Dritten im Bunde, Sascha Mikel, einen Namen mit originellen Design-Performances gemacht. Zum Beispiel dieser: Eine euterförmige Silikonhülle gefüllt mit Zwei-Komponenten-Harz wird eingespannt in eine stabile Kugel, die dann durch Stadt, Land, Fluss gerollt wird, eine Stunde lang, bis der Harz gehärtet ist. Ergebnis: ein individuell geformter Sitz, der in limitierter Stückzahl vervielfältigt und als „Clone Stool“ zum Kauf angeboten wird. So gibt es ein Wiener Original, ein Mailänder, ein Londoner und ein Berliner. Bis jetzt.

Ihre weiteren Objekte: der berühmte Ulmer Hocker in die Länge gezogen – er fungiert damit als Stehpult. Und eine Uhr, die die aktuelle Zeit nur anzeigt, wenn einer an der Strippe zieht. Da bleibt sie dann stehen – bis zum nächsten Zug. „Damit man nicht mit ständig neuen Uhrzeiten genervt wird.“ Ein bisschen Spaß darf sein, ist auch das Motto der Breaded Escalopes. Ach ja, der Name. Den fanden sie auf der Speisekarte eines Restaurants auf der Hannover Messe: Es ist die englische Übersetzung für Wiener Schnitzel.

Schlagworte:
Autor:
Jan van Rossem
Fotograf:
Christian Grund