Design-Entdeckung Von gestern für morgen

Die italienische Gruppe Formafantasma sucht in alten Handwerkskünsten Potenzial für neues Design.

"The Stranger within"

Die Gruppe Formafantasma
Formafantasma

Seit 2009 ein Team: Andrea Trimarchi und Simone Farresin (links).

Ein funktionales Stück der Designer ist nicht bekannt. Es scheint, als hätten die Italiener Simone Farresin, 30, und Andrea Trimarchi, 33, niemals einen Stuhl oder Tisch entworfen. Dennoch haben übereinstimmend Alice Rawsthorn, Designkritikerin der „Herald Tribune“ und der „New York Times“, und Paola Antonelli, Designkuratorin am MoMA, das Team von Studio Formafantasma an die Spitze der vielversprechendsten Design-Newcomer gewählt. Ihre Andersartigkeit hat die Experten überzeugt. Denn wie die Ermittler in einem Kriminalfall durchsuchen sie Archive, Kulturen und Traditionen nach vergessenen Materialien und Handwerkskünsten: 2010 demonstrierten sie mit der Installation „Autarky“, dass sich Gefäße aus Mehl fertigen lassen. 2012 ließen sie für das Projekt „Confrontations“ hölzerne Objekte auf Köhlerart verkohlen. Und für „Craftica“, 2012, experimentierten sie auf Einladung des Modeunternehmens Fendi mit Fischhäuten und Korkleder. Jetzt zeigt das Geymüllerschlössel in Wien, eine Außenstelle des MAK, neben dem Überblick über bisherige Projekte ein neues Forschungsthema: „The Stranger within“ beschäftigt sich mit der Sehnsucht nach der Ferne inmitten der biedermeierlichen Welt des Schlösschens, ein wie sie finden, sehr modernes Gefühl (bis 01.12.2013).

formafantasma.com

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Autor:
Camilla Péus
Fotograf:
PR