Hotels Chedi Club Tanah Gajah auf Bali

Der Winter weckt die Sehnsucht – nach Sonne, Wärme, fernen Ländern. Eine kleine Flucht in exotische Gefilde, das ist der Traum vieler Nordeuropäer, wenn die Tage kurz und kalt sind. Wir stellen drei Oasen für unvergessliche Urlaubserinnerungen vor: The Great Getaway in Marokkos alter Königsstadt Marrakesch, den Chedi Club Tanah Gajah auf Bali und die Molori Safari Lodge in Südafrika.

So muss sich das Paradies anfühlen. Blütenduft liegt in der Luft, ein gemütliches Vogelgezwitscher und Wasserplätschern begleiten die nachmittägliche Stimmung. In der Ferne rennen Kinder durch die Reisfelder, ziehen an langen Schnüren Drachen hinter sich her. Sachte schenkt Ayu Zitronengrastee aus der Keramikkanne in die Tasse. Sie erkundigt sich, ob der Gast etwas Palmzucker in den Tee gerührt haben möchte, öffnet eine Schachtel mit getrockneten Mangoschnitzen und legt zwei davon neben die Tasse auf den Unterteller. Mit einem Lächeln verabschiedet sie sich und schließt lautlos die Tür des Bungalows.

Ayu ist Butlerin im kleinen, aber feinen Resort The Chedi Club Tanah Gajah in der Nähe von Ubud, dem kulturellen Zentrum der indonesischen Tropeninsel Bali. So umsichtig wie Ayu agiert hier jeder einzelne Mitarbeiter. Geduldig zündet einer ihrer Kollegen in der Abenddämmerung Hunderte aus Bananenblättern geformte Lämpchen entlang der Pfade des traumhaft schönen Gartens an. Beim balinesischen Abendessen bringen Kellnerinnen jeden einzelnen Gang auf bemalten Holzschalen an die Tische der Gäste. Wie es bei hinduistischen Zeremonien Tradition ist, balancieren sie die Opferschalen auf ihren Köpfen. Jedes Detail im Resort wirkt als Reminiszenz an die Götterinsel Bali, an ihre reiche Kultur und an die täglichen Rituale ihrer Bewohner. Beim Gang durch die fünf Hektar große Anlage fällt der Blick auf kleine und große Steinstatuen von Gottheiten, liebevoll geschmückt mit Blumen und farbigen Sarongs. Dazwischen flattern – wie bei Tempelfestlichkeiten üblich – Gebetsfahnen im Wind und in jedem Gebäude, das man als Gast betritt, lassen sich Schnitzereien aus Balis bes - ten Ateliers, ausgesuchte Antiquitäten und Gemälde der wichtigsten Malschulen der Insel entdecken.

The Chedi Club Tanah Gajah ist kein Hotel, das man bei der Anfahrt schon von Weitem sehen würde. Die Lage in den inseltypischen Reisfeldern abseits vom Rummel Ubuds, die schlichte traditionelle Bauweise seiner 20 Gästevillen und die weitläufige Gartenanlage sind dafür verantwortlich, dass man das Resort gerne übersieht. Und genau das macht es zu einem Geheimtipp erster Güte. Vom indonesischen Architekten Hendra Hadiprana ursprünglich als Ferienanwesen für sich und seine Familie gebaut, wurde die Anlage 2004 in ein Hotel umgewandelt.

Hendra Hadiprana ist einer der wichtigsten Kunstsammler Indonesiens. Neben seinem angesehnen Architekturbüro in Jakarta betreibt der heute 84-Jährige die älteste Kunstgalerie des Landes. Seit seinem ersten Besuch auf Bali 1960 pflegt Hadiprana enge Freundschaften zu den Künstlern der Insel, unterstützt und fördert sie. Über 100 Werke aus seiner Sammlung lassen sich im gesamten Resort finden. In jeder Gästevilla, in der offenen Eingangshalle und in der Bibliothek trifft man auf Gemälde und Skulpturen, ausgewählt und platziert vom Besitzer höchstpersönlich. Neben dem zuvorkommenden Service ist das der Grund, warum sich der Gast statt in einem Hotel viel eher in einem privaten Estate fühlt. Die starke Verbindung des Hauses zur Kunst aufnehmend, initiierte der Generalmanager Simon Spiller vor Kurzem die „Art Afternoons“ mit dem seit über 25 Jahren auf Bali lebenden Kunstexperten und Illustrator Bruce Granquist. Die Gäste seien davon begeistert, erzählt Spiller, ebenso wie von den Aufführungen des mystischen Kecak-Tanzes, der unter Mitwirkung von fast 100 der besten Tänzer Balis im hauseigenen Amphitheater regelmäßig Gänsehaut auf die Arme der Zuschauer zaubere.

Autor: Claudius Wirz

The Chedi Club Tanah Gajah, Bali

Jl. Goa Gajah, Tengkulak Kaja, Ubud, Gianyar, Bali, Indonesien, Pool-Villa ab ca. 490 Euro
Weitere Infos auf ghmhotels.com

Schlagworte:
Autor:
Barbara Friedrich, Claudius Wirz