Hotels Molori Safari Lodge in Südafrika

Der Winter weckt die Sehnsucht – nach Sonne, Wärme, fernen Ländern. Eine kleine Flucht in exotische Gefilde, das ist der Traum vieler Nordeuropäer, wenn die Tage kurz und kalt sind. Wir stellen drei Oasen für unvergessliche Urlaubserinnerungen vor: The Great Getaway in Marokkos alter Königsstadt Marrakesch, den Chedi Club Tanah Gajah auf Bali und die Molori Safari Lodge in Südafrika.

 

Eine atemlose Stille legt sich jeden Mittag über die Savanne im Madikwe Game Reserve, eine Flugstunde nordwestlich von Johannesburg, an der Grenze zu Botswana. Den großen Tieren ist es jetzt zu heiß, die meisten suchen sich einen schattigen Schlafplatz. Eine gute Idee, auch für die Teilnehmer der Safaris, die nach dem Morgengrauen und vor der Dämmerung starten. Die Besucher der Molori Safari Lodge brauchen ihren schattigen Schlafplatz nicht zu suchen. Sie lassen sich einfach fallen und genießen.

Das heißt – die Frage ist natürlich doch zu klären, wo. Lieber in dem Prinzessin-auf-der-Erbse-Bett, das mitten in dem gut 80 Quadratmeter großen Raum mit einem Dutzend weicher Kissen lockt? Drinnen und doch draußen, weil tagsüber die vollverglasten Wände zur Seite geschoben werden und man auch im Bett von den Gerüchen und Geräuschen der Wildnis umgeben ist. Oder doch lieber auf der überdachten Sofa-Insel „Orbit“, die zu einem Nickerchen neben dem Privatpool verführen will? Oder auf der weißen Lederliege mit Blick über das weite Buschland? Oder einfach in der Hängematte träumen? Das würde passen zum Namen der Lodge, der Programm ist: „Molori“ bedeutet in der Setswana-Sprache, die vor allem im angrenzenden Botswana gesprochen wird, träumen.

Die Wahl der geeigneten Ruhestätte ist aber schon das größte Problem, mit dem man in dieser Traum-Lodge zu kämpfen hat. Sieben traditionelle Rundbauhütten wurden hier am Hang einer leichten Anhöhe errichtet und mit jedem erdenklichen Luxus wie Sterneküche und High-Class-Spa ausgestattet. Vor allem aber wurden sie mit einem feinen Händchen für stimmungsvolles Interieur eingerichtet. Rund um die zentrale Natursteinsäule, die als Schornstein für den Doppelkamin fungiert, haben die Besitzer gemeinsam mit dem Interieur-Designer Joost de Bruin ein idyllisches Gesamtbild geschaffen, das afrikanische und europäische Gestaltungselemente, antikes und modernes Design, Natur und Hightech harmonisch und überraschend miteinander verbindet.

Der Blick schweift über den majestätischen schwarzen Flügel zum türkisfarbenen, von kleinen Windlichtern illuminierten Pool, untermalt vom Zirpen, Knistern, Rauschen und Röhren der nahezu unberührten Natur, die gleich hinter dem versteckten Zaun beginnt. Die Liegen auf der Terrasse sind dekoriert mit Kissen, die im Wettstreit zu stehen scheinen um den extravagantesten Bezug. Es ist eines der Mysterien dieses Kontinents, dass hier plötzlich alle Farben und Muster problemlos zusammenpassen wie eine gelungene Collage, ein Pop-Art-Kunst(hand)werk.

Graue, bizarr verästelte Baumstämme lehnen an den runden Hüttenwänden, tun so, als seien sie mit der Architektur verwachsen, als stützten sie das Ensemble aus Holzbalken, Stroh, Lehm und rötlichem Naturstein. Ein barocker schwarzer Schreibtisch mit goldumrandeter Platte wirkt hier nicht fremd dank des passenden Stuhls, dessen Polster mit Zebrafell bezogen ist. Die frei stehende Badewanne, je nach Hütte aus Stein, Kupfer oder Keramik, hat es schwer, mit Privatpool und Jacuzzi, Innen- und Außendusche zu konkurrieren.

Beim Dinner wird zum butterweichen Straußenfilet als Rotwein ein Diemersfontein Pinotage serviert, der mit seinem Schoko- und Kaffee-Aroma schmeckt, als seien Dessert und Espresso gleich dazugereicht worden. Danach gibt man sich unter dem funkelnden Sternenhimmel dem nächtlichen „Molori“ hin von herumtollenden Nashörnern, schläfrigen Löwenbabys, neugierigen Giraffen und selbstbewusst trompetenden Elefantenherden. Sorgen muss man sich höchstens darüber machen, dass der Videokünstler Nam June Paik mit seinem Bonmot „When too perfect lieber Gott böse“ recht haben könnte. In der Molori Safari Lodge hätte er allen Grund dazu.

Autor: Jan van Rossem

Molori Safari Lodge, Südafrika

Weitere Infos auf molori.com

zu buchen über: Strohbeck Reisen

Preis ab 800 Euro pro Person und Tag – alles inklusive (zwei Pirschfahrten, sämtliche Getränke und Verpflegung). Flug mit SAA (direkt) oder Emirates (über Dubai) nach Johannesburg ab ca. 900 Euro/Person, Transfer (Weiterflug in das Madikwe-Reservat) ca. 400 Euro/Person.

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Autor:
Barbara Friedrich, Claudius Wirz