Neues von der IMM Cologne Doshi/Levien füllen das Haus

Die IMM in Köln entwickelt sich von der Möbel- zur Wohnmesse. Jetzt richten namhafte Designer „Das Haus“ ein – eine Idee des Kreativdirektors Dick Spierenburg.

Wohnidee Doshi/Levien

Im Ruhebereich ist das Schaukelpferd „Rocker“ und die Liege „Principessa“ platziert.

A&W: Das indisch-britische Designerpaar, übrigens A&W-Mentorpreisträger des Jahres 2008, hat ja erste Details verraten. Ihr Haus wird ein Mikrokosmos sein, in dem alle Räume verzahnt sind und die Wohnbereiche vielfältig genutzt werden: Das Schlafzimmer ist ein einziges Bett, das tagsüber zur Plattform wird, Bad und Küche sind verbunden, Küche und Werkstatt Spielplatz und Treffpunkt der Familie. Spierenburg: Doshi/Levien entwerfen viele Einzelmöbel, haben sich aber noch nicht so intensiv mit Küche und Schlafen beschäftigt. Ich habe das Gefühl, dass gerade diese Themen ihnen besonders viel Spaß machen. Wenn man etwas zum ers ten Mal macht, entstehen die besten Ideen.

A&W: Wo wird „Das Haus“ stehen? Spierenburg: In Halle 3.2, mitten im „Pure Village“. Dieses Dorf aus kleinen, einheitlich gestalteten Ständen habe ich vor zwei Jahren als neues Ausstellungskonzept für große und kleine Designmarken entwickelt. Sie können hier in einem intimeren Rahmen, als es sonst auf der Messe möglich ist, gemeinsam ihre Möbel, Leuchten, Textilien und Badausstattungen zeigen. Im Zentrum steht nun, begehbar und 180 Quadratmeter groß, „Das Haus“. Es ersetzt auch die Präsentation der vier Wohntrends, die ein Gremium aus wechselnden Experten jedes Jahr erarbeitete. Dieses Trendboard gibt es ab jetzt nicht mehr.

A&W: Warum? Spierenberg: Unserer Meinung nach ist das Thema Wohntrends austauschbar geworden. Jeder beschäftigt sich damit. Wir wollen wieder einen neuen Akzent setzen.

Wohnidee Doschi/Levien

Offene Kochstelle: Die Doshi-Levien-Küche kommt ganz ohne Einbauschränke aus, soll aber einmal voller Geräte und Lebensmittel stehen, ähnlich einer Marktküche in Indien. Gut ins Folklore- Ambiente passt das Sofa „My beautiful Backside“.

A&W: Sie stammen aus den Niederlanden, haben in Amsterdam das „Pakhuis“ sowie in Köln die „Designpost“ mitbegründet, beides Markenshowrooms, in denen schon lange alle Produkte für die Einrichtung an einem Ort versammelt sind. Haben Niederländer ein breiteres Bewusstsein für Wohnen und Design? Spierenburg: Ja, ich glaube, das Interesse ist größer. Um sich einzurichten, reist man am Wochenende auch zu Messen.

A&W: Zum Beispiel nach Köln? Spierenburg: Warum nicht? Das Besondere der IMM ist ihre Praktikabilität. Die Produkte, die man hier sieht, sind wirklich auf dem Markt oder gehen demnächst in Produktion. Es sind keine Träume, die nicht verwirklicht werden.

A&W: Sie sind Architekt und Designer und bezeichnen ihr selbst entworfenes und mit eigenen Möbeln bestücktes Haus in den Niederlanden als „Labor“, in dem Sie an der Frage arbeiten: „Wie und womit will ich wohnen?“ Haben Sie die auf das Pure Village übertragen? Spierenburg: Es hat unbedingt damit zu tun. Eine Messe ist ja ein Ort der Kommunikation. Dafür bieten wir die Themen und Ideen an.

Seite 2 : Doshi/Levien füllen das Haus
Autor:
Gabriele Thiels
Fotograf:
Malou van Breevoort