Courage aus Tradition Der größte Möbelhersteller Frankreichs

Die französische Einrichtungsmarke Ligne Roset feiert ihr 150-jähriges Bestehen – und wirkt jünger denn je.

Ab den 1950ern produziert die Firma das Mobiliar für Schulen und Universitäten. Die 60erund 70er-Jahre bringen schließlich die Ausrichtung auf den privaten Wohnbereich und die Zusammenarbeit mit Designern, die Neues versuchen: So gelingt mit dem 1973 von Chefgestalter Michel Ducaroy entworfenen „Togo“, dem ersten Sitzmöbel aus Vollschaum – ein Klassiker, dessen Erfolg bis heute anhält. Im gleichen Jahr wird „Ligne Roset“ als Marke etabliert und gilt fortan, dank Entwürfen wie dem Bett von Peter Maly oder dem „Calin“-Sessel von Pascal Mourgue, als Avantgarde. Heute hat Ligne Roset mehr als 200 Geschäfte, über 1000 Vertriebspartner weltweit und ist der größte exportierende Möbelhersteller Frankreichs. Dort ist das in der fünften Generation geführte Familienunternehmen, das ganz bewusst nicht börsennotiert ist, noch mit einer Zweitmarke, mit Cinna vertreten. „Dass Ligne Roset familiengeführt ist, heißt, dass wir in der Zusammenarbeit mit Designern und Geschäftspartnern und bei der Qualität unserer Produkte engagierter sein können als andere“, sagt Firmenchef Pierre Roset.

„Wir erforschen und entwickeln laufend Neues, verbessern die Produktion und pflegen die enge Beziehung zu den Händlern.“ Durch die Kooperation mit jungen Gestaltern aus Frankreich, aber auch aus England und Deutschland, hat die Marke wieder an ihr einstiges Image angeknüpft. „Wir wollen keine berühmten Designer für kurze Einzelprojekte“, so Roset, „sondern mit unseren Gestaltern auf eine gemeinsame Reise gehen und so lange wie möglich zusammenarbeiten. Wenn diese dann berühmt werden – umso besser!“ Viele der aktuellen Entwürfe haben das Zeug zu neuen Klassikern, so die „Facett“-Polstermöbel der Gebrüder Bouroullec, das puzzleartig zusammengesetzte Sofa „Confluences“ von Philippe Nigro oder die „Ruché“- Sofas von Inga Sempé. Der Firma scheint damit das zu gelingen, was mit der Globalisierung als Maxime ausgegeben wird: „Think global, act local“ bedeutet bei Ligne Roset, den Charakter einer Traditionsfirma mit eigener gestalterischer Ausrichtung zu bewahren und weltweit Erfolg zu haben. 

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