Die Legende 50 Jahre Cosmograph Daytona von Rolex

Mit dem Cosmographen Daytona schuf Rolex vor 50 Jahren einen Chronometer für Liebhaber von Präzision und Geschwindigkeit.

Es dürfte nicht viele populäre Chronometer geben, die ihre Existenz einem Streifen Strand und einem ehrgeizigen Engländer verdanken, aber bei der Rolex Daytona soll es sich ganz genau so verhalten haben. Das legendäre Fleckchen Sand war der harte, flache Sandstrand von Daytona Beach, Florida, auf dem Automobilverrückte bereits seit 1903 erste Rennen austrugen. Einer von ihnen wurde Sir Malcolm Campbell, ein wohlhabender Brite, der in den 20ern und 30ern diverse Vermögen in die Entwicklung immer schnellerer Rennwagen steckte. Neun Mal stellte Campbell weltweite Landgeschwindigkeitsrekorde auf, davon fünf Mal am Strand von Daytona. Ob es Campbell war, der bei seinen späteren Rekorden stets eine Rolex Oyster am Handgelenk trug, oder die bekannte Stoß- und Vibrationsfestigkeit dieser Zeitmesser, die zur Namensfindung beitrugen, weiß keiner mehr. Fest steht, dass schon in den 60er-Jahren Rolex und Daytona zusammengehörten wie Rallye und Dakar. Zu dieser Zeit war am Strand von Florida mit dem Daytona International Speedway eine feste, über 160 000 Zuschauer fassende Rennstrecke errichtet und mit dem „Rolex 24 at Daytona“ ein prestigeträchtiges Langstreckenrennen begründet worden. Seither wird es jeden Januar nonstop ausgetragen und eröffnet jährlich die Motorsportsaison in den USA. Der schnellste Fahrer erhält neben einer Trophäe einen Rolex Perpetual Cosmograph Daytona, den der Schweizer Uhrenhersteller 1963 für den Motorsport entwickelt hatte.

Paul Newman Daytona-Uhr

Für Rennfahrer Paul Newman wurde eine Spezialversion der Daytona hergestellt.

Typisch für den neuartigen Chronometer waren unter anderem seine kontrastierenden Totalisatoren und seine Tachymeterskala zur Geschwindigkeitsmessung, die vom Zifferblatt auf den Lünettenumfang versetzt worden war. Beide Funktionen ermöglichten eine deutlich verbesserte Ablesbarkeit, was nicht nur für Rennfahrer von Vorteil ist.

Die Daytonas jener Tage wurden in einer kleinen Serie gefertigt und waren weder gefragt noch teuer – ein Umstand, der sich änderte. Eine tragende Rolle spielte dabei der Schauspieler und Rennfahrer Paul Newman, der seine Spezialversion einer Rolex Daytona angeblich als Geschenk von seiner Frau Joanne Woodward erhalten hatte. Newmans Daytona verfügte über eine Sekundeneinteilung der Minuterie in derselben Kontrastfarbe wie die Totalisatoren und charakteristische „Klötzchenindizes“ – zwei Spezifika, die als „Paul Newman Zifferblatt“ bekannt wurden.

Heute verbindet man mit dem Namen Daytona sowohl einen sportlicheleganten Chronometer wie auch ein legendäres Rennen. Und nach wie vor zählen bei beiden höchste Leidenschaft und Präzision. Bei der letztjährigen 50. Auflage des Langstreckenrennens beispielsweise, nachdem die Teams durch Tag und Nacht gerast und jeweils mehr als 4300 Kilometer zurückgelegt hatten, betrug der Vorsprung des siegreichen Teams vor seinen Konkurrenten im Ziel ganze 5 Sekunden.

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Autor:
Harald Willenbrock