Kreationen der jungen niederländischen Designerin State of the Art

Die Kreationen der jungen niederländischen Designerin Pieke Bergmans sind spontan, ungebändigt, einnehmend. Kaum möglich, von ihnen nicht infiziert zu werden.

Mit ihrem Design dringt sie weit in den Bereich der Kunst vor. Mit ihren Preisen und Auflagen auch. Das hat seinen Grund: In dem Lichtkegel steckt innovative Technik von Osram. „LEDs, die warmes Licht erzeugen können“, verrät Pieke. „So neu, die sind noch gar nicht auf dem Markt.“ Aber nicht nur deshalb kosten Versionen der „Table Blub“ zwischen 7000 und 9000 Euro. Es gibt auch nur fünf Stück davon. Dass ihre Arbeiten unverdächtig sind, einfach nur kleine schnelle Gags zu sein, belegt die Ausbildung, die Bergmans genossen hat. Einem Grafikdesign-Studium an der Academy of Arts St. Joost in Breda folgte ein Studium an der HKA-Art School Arnhem (3-D-Design), dann schrieb sie sich beim Industriedesign-Studiengang an der Design Academy Eindhoven ein und rundete das Ganze ab mit einem Master-Studiengang Produktdesign am Royal College of Art, London. Als sie ein Motto für ihre Abschlussarbeit am RCA suchte, kam ihr die Idee mit dem „Design Virus“. Wie ein sich multiplizierender Erreger sollten ihre Objekte sein: organisch, manipulativ – und ein bisschen anarchisch.

So wie ihre neuesten Ideen, an denen sie in ihrem kleinen Amsterdamer Studio mitten im berühmten Rotlichtviertel experimentiert. Da werden die klassischen, rot-weiß karierten Geschirrtücher infiziert. Sie haben eingewebte Fehler: Die kleinen Quadrate verschieben und verzerren sich, tanzen unmotiviert aus der Reihe. „Error“ soll die Serie heißen. Pieke Bergmans genießt den Schabernack, den sie mit ihren hilflosen Objekten treibt. Aus welchem Material die sind, ist ihr dabei ziemlich egal. Hauptsache, sie lassen sich leicht verformen: Glas, Stoff, Porzellan, aber auch Kunststoffe treibt sie gern in die Welt der Irrationalität. Sicher kann man sich nie sein: Bei einem Projekt für Rosenthal stapelte sie Müslischalen, um diesen schiefen Turm als Form für die „Reunion Vase“ zu nutzen. Die den Betrachter täuscht: Denn sie sieht immer noch aus wie lässig aufeinandergestapelte Schälchen. Ihre Objekte erheben nicht den Anspruch, im klassischen Sinne funktional zu sein, vor allem dürfen sie nicht zu perfekt sein – und niemals sind zwei identisch. „Es gibt ja auch nicht zwei gleiche Menschen.“ 

Schlagworte:
Autor:
Jan van Rossem
Fotograf:
Christian Grund