Markenzeichen Vorreiter der Einrichtungsbranche

Drei Jubiläen bestimmen das Jahr 2012: 1937 gründen die Brüder Lübke ihre Firma. 1962 wird daraus Interlübke. 2012 feiert Rolf Heide, die Designseele der Marke, seinen 80. Geburtstag. A&W gratuliert!

 

Leo Lübke senior machte 1955 den Innenarchitekten Michael Bayer (1916–2008) zum Kreativdirektor. Mit ihm wandelte sich Lübke zum Vorreiter der Einrichtungsbranche. Bayer schuf neue Firmenzeichen, systematisierte den Markenauftritt, zeigte in Katalogen erstmals Fotos der Produkte und gestaltete das Programm „Interlübke“. Die Vorsilbe „inter“ stand ab 1962 für Internationalität, für Interieur, aber auch für das „inbetween“, das Dazwischen, die Verbindung unterschiedlicher Räume mit nur einem Systemmöbel. Den Durchbruch brachte 1963 der weiße Endlosschrank, gestaltet von Walter Müller und der Teamform AG aus der Schweiz. Vom Boden bis zur Decke und von Wand zu Wand reichende Schränke, makellos weiß lackiert, wurden zum stilprägenden Einrichtungsobjekt. „Wir haben Großmutters Schlafzimmer aus den Wohnungen vertrieben“, resümierte Leo Lübke senior stolz. Auch heute noch bietet Interlübke individuell geplante Behältnisse, die ihren Besitzern versprechen, „ja, auch du kannst Ordnung halten“. Sie haben ein fein ausgearbeitetes Innenleben, mit dem sich „jede Lebenslage bemöbeln“ lässt, wie der „Stern“ formulierte.

Später führte der Innenarchitekt Rolf Heide, der kürzlich 80 wurde, Bayers Arbeit fort. Er schuf Messestände, räumliche Inszenierungen für Fotoproduktionen und nicht zuletzt Produkte wie die hängende Wandkommode „Travo“. Heute entwickelt er mit Peter Krähling seine Entwürfe permanent weiter, darunter die Schranksysteme S07 und 40S. Alte und junge Meister wie Peter Maly mit seinem System „duo plus“ oder Werner Aisslinger mit „cube“ prägen das Gesicht der Marke.

Mit einem ganz in Weiß gehaltenen Messestand auf der Kölner Möbelmesse, dem „Weißen Haus“, beschwört Interlübke Vergangenheit und Zukunft. Auch im Jubiläumsjahr erfindet sich das Unternehmen neu. Mit Produkten wie „Bookless“ und der Perfektionierung des Bestehenden.

Seite 2 : Vorreiter der Einrichtungsbranche
Autor:
Thomas Edelmann