Büromöbel Wie alles begann

Die Dauphins besitzen eine der führenden Büromöbelfirmen in Europa, eine schöne Oldtimer-Sammlung, ein Weingut und eine Farm am Kap. Auch mit ihrer Home Collection zeigen sie Stil.

Farm Allée Bleue

Grüne Welle Zwischen üppigen Feldern liegen die Gebäude von „Allée Bleue“, der „Blauen Allee“. Die gut 135 Hektar große Farm im Franschhoek-Tal, etwa 50 Kilometer östlich von Kapstadt, hat die Familie Dauphin 1999 gekauft und restauriert. Sie produziert Früchte und Kräuter für den lokalen Markt sowie vielfach ausgezeichnete Olivenöle und Weine, auch für den Export.

Rushhour in Frankfurt, die Kabine zum Bersten gefüllt. „Vor mir steht die schönste Frau der Welt“, erinnert sich Friedrich-Wilhelm Dauphin. „Darf ich Sie ein wenig stützen?“, fragt er sie. Anderthalb Jahre später, 1962, sind sie verheiratet, der Betriebswirt aus der fränkischen Provinz und die Kauffrau aus dem Berliner Raum. Er sei einer, der Gelegenheiten erkenne und sie ergreife, sagt der Sohn einer Lehrerin und eines Handelsvertreters. Die erste große Chance hat er 1969. Für den britischen Büromöbelhersteller Evertaut erstellt Dauphin eine Marktanalyse für Deutschland. Die Auftraggeber können sich nicht dazu entschließen, die Verbesserungsvorschläge umzusetzen.

Er kauft das englische Tochterunternehmen. 1973 erfindet er einen Drehstuhl, der sich platzsparend verpacken, günstig verschicken und einfach vor Ort konisch zusammenstecken lässt. „Das war der Durchbruch im Exportgeschäft“, berichtet er. Er kauft verwandte Firmen, nutzt deren Know-how und entwickelt es weiter. Mehr als 75 Patente hält Friedrich-Wilhelm Dauphin.

Manor House der Farm Allée Bleue

Blaue Stunden Seit 2009 gibt es das Bistro, einen Festsaal und das Boutique-Hotel „Kendall Cottage“. 2011 wurde das renovierte „Manor House“ eröffnet, das Zentrum der Farm und das Zuhause der Gäste.

Den Impuls zur Oldtimer-Sammlung habe seine Frau Ende der 1960er-Jahre gegeben: „Davor habe ich Waffen gesammelt, und das Reinigungsöl hat fürchterlich gestunken“, erzählt er. „Sie sagte, ich solle mich auf etwas konzentrieren, das besser rieche und allen in der Familie Spaß mache.“ Er kauft einen Mercedes 300 SL, „weil er so schön war“, dann die ersten zwei Ferraris, „weil sie unwiderstehlich waren“. Immer wieder verliert er sein Herz. Im Dauphin Speed Event wird es eng. Sein Ausbau ist eines der Zukunftsprojekte des Unternehmens. „Wir haben viele Pläne.“ Stillstand mögen die Autoliebhaber nicht.

Little Perillo von Dauphin Home

Formschnitt Der „Little Perillo“, ein Stuhl aus der Kollektion Dauphin Home.

Die drei Dauphins fahren Rennen, haben gute Plätze bei der Mille Miglia belegt, und sie lieben es, Benzin-Geschichten zu erzählen, in denen Reifen quietschen, Adrenalin einen durch Kurven, Täler und, für Sekunden, in den Himmel trägt: Schon die Erinnerung daran ist Lebensfreude pur. Ein Glas südafrikanischer Pinotage vom eigenen Gut verstärkt sie noch.

Autor:
Petra Mikutta
Fotograf:
Bärbel Miebach, PR