Geschichten der Zeit Vielfachuhren

Ein paar kurze Geschichten der Zeit: Wie der junge niederländische Designer Maarten Baas mit seinem neuesten Projekt „Real Time“ die Uhr neu erfand und wie ihn Altmeister Bob Dylan auf die Idee gebracht hat.
Vielfachuhren

Sweepers Clock3

Sweepers Clock3

Frühestens auf den dritten Blick als Uhr zu erkennen ist die „World Clock“, eine dieser Vielfachuhren, wie man sie aus manch internationalem Hotel oder von den Börsen kennt: Sie zeigen die aktuelle Zeit in wichtigen Metropolen an: New York – Mailand – Moskau. In dieser Inszenierung sitzen drei Schauspieler in klaustrophobisch kleinen Büros am Schreibtisch und legen leicht gelangweilt Bleistifte, Lineale etc. in verschiedenen Winkeln auf den Tisch. Zeichen der Zeit: Von oben aufgenommen bilden diese Dinge die Zeiger einer imaginären Uhr.

Die Filme werden nebeneinander abgespielt – wie bei richtigen Weltzeitanzeigern. Bei der „Sweepers Clock“ lässt sich auf den ersten Blick die Zeit ablesen. Auf den zweiten Blick sind die Zeiger längliche Müllhaufen: einer länger, der andere kürzer. Zwei blaue Punkte bewegen sich im Bild. Es ist die lustigste und auch meditativste Variante seines Projekts. Die Punkte sind zwei Straßenkehrer in blauen Arbeitsoveralls, aus der Vogelperspektive gefilmt. Tagein, tagaus verrichten sie in provozierender Langsamund Gleichmäßigkeit ihren Dienst.

Autor:
Jan van Rossem