Geschichten der Zeit Endlosschleife

Ein paar kurze Geschichten der Zeit: Wie der junge niederländische Designer Maarten Baas mit seinem neuesten Projekt „Real Time“ die Uhr neu erfand und wie ihn Altmeister Bob Dylan auf die Idee gebracht hat.
Endlosschleife

Hey Chair, Be A Bookshelf!

Alte Produkte mit neuer Funktion: „Hey Chair, Be A Bookshelf!“

Die Story handelt aber auch vom Sisyphus-Charakter des Saubermachens. „Wenn du hinten fertig bist, kannst du vorne wieder anfangen“, sagt Baas. „Eine never ending story.“ Das ist auch sein Film. Eine kleine Geschichte der Zeit in einer Endlosschleife. Die beiden Straßenkehrer fegen den längeren Dreckhaufen vor sich her – genau so schnell und so weit, dass er fünf Minuten später fünf Minuten später anzeigt. „Das haben wir in Echtzeit gedreht“, erzählt der Jungregisseur. Aber wie funktioniert es, dass die beiden genau in der richtigen Geschwindigkeit kehren? „Außerhalb des Bildes ist jemand mitgelaufen, der mit einem unsichtbaren Faden die Geschwindigkeit vorgegeben hat.“ Stellen kann man die Uhren übrigens auch. „Es ist alles eingeteilt in Kapitel, wie man das von Spielfilmen auf DVD kennt. Jede Stunde und jeder Fünf-Minuten-Abschnitt ist ein Kapitel.“ Die meisten Besucher in Mailand freuen sich über den Witz des Werks. Aber ob seine Arbeit als Witz oder als philosophisch-gestalterische Interpretation der Zeit gesehen wird, ob seine Uhren Freude oder Befremden auslösen, Maarten Baas ist es egal. „Sieh es, wie du willst. Es ist nicht mehr das eine als das andere.“ Sein Schlusswort. Maarten Baas muss zum nächsten Termin. Wie schnell doch die Zeit vergeht.

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Autor:
Jan van Rossem