Kunst als Rahmenprogramm Die Bundesgartenschau 1955

Gefragt war ein bisschen Kunst als Rahmenprogramm der Bundesgartenschau. Doch zwei Männer griffen zu: Ihre Schau wurde zur Keimzelle einer Institution.

Hermann Mattern und Wilhelm Hübotter

Hermann Mattern, sitzend, und Wilhelm Hübotter, zwei aus der Landschaftsarchitekten-prominenz der Nachkriegszeit. Mattern war berühmt für das Schaffen von Gartenräumen durch Bodenmodellierung, sein Spitzname Mulden-Hermann.

Moderne im alten Park

Im Nachhinein hatten die ostdeutschen Kollegen viel zu kritteln. Sie tadelten all die modernen dynamischen Formen, witterten in den eigenartig gestalteten Sonnensegeln und Pflanzgefäßen eine Unterwerfung unter die Wirtschaftsprinzipien des Kapitalismus. In den letzten Junitagen des Jahres 1955 trafen sich Landschaftsarchitekten aus beiden Teilen Deutschlands auf der Bundesgartenschau. Gemeinsam hatte man sich Hermann Matterns in einem Paisley-Muster angelegten Tropfenbeete auf dem Bowling Green vor der Orangerie angeschaut, war über Bodenwellen spaziert, an Pflanzinseln vorbei in den Park hinein. Hatte den Rosenhang inspiziert, den Mattern über ein Gebirge aus Kriegsschutt gebaut hatte. Trümmer in blühende Landschaften verwandeln, seine Spezialität, so etwas hatte er schon 1939 auf der Reichsgartenschau in Stuttgart gemacht. Doch insgesamt, so fanden die ostdeutschen Kollegen, hätte man historischer arbeiten sollen. Den Kritikastern zum Trotz zog die Buga 1955 knapp drei Millionen Besucher an. Danach ver fiel die Anlage.

Karlsaue

Auf zwei Millionen Kubikmeter Schutt, die die Kasseler in die Karlsaue gekippt hatten, pflanzte er 25 000 Rosen, dazu Stauden und ...

Café am Rosenhang

... entwarf das „Café am Rosenhang“, heute steht dort das „Bolero“.

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Autor:
Martin Tschechne
Fotograf:
Archiv Vroni Heinrich/Fotograf unbekannt, Beate Maltusch, Manfred Handke