Die Farben und Tapeten von Farrow & Ball Poesie der Pigmente

Streifentapete
Streifentapete Herstellung Farrow & Ball

 Aus einem Trog rinnt Farbe aufs Papier.

Die Farben werden auf Wasserbasis angerührt, dazu kommen Kreide, Leinöl und Kaolin, lauter Stoffe, die aus der Natur stammen. Dann die Pigmente. Die Basis für Indischgelb wurde früher aus dem Harn von Kühen gewonnen, die zuvor mit Mangoblättern gefüttert worden waren – doch es gehört zum Stil des Hauses, die historischen Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen, nicht aber, sie zu kommentieren.

Fest steht: Keiner kommt diesen Farben in Tiefe und Reinheit auch nur nahe; es sind Töne, die Räume zum Erzählen bringen. „Das Grün des Frühstücksraums wirkt auch bei Kerzenschein lebendig“, verraten die Kompositeure, berufen sich als Quellen der Inspiration auf den schwedischen König Gustav III. oder den Baumeister Andrea Palladio. Der graue Atem des Elefanten, so empfehlen sie, lasse sich gut mit Naturstein kombinieren. Auch die Tapeten: Jedes der 38 Muster erzählt von fernen Ländern und Zeiten. „Mal diente ein Seidenstoff in einem Renaissance-Gemälde als Inspiration, mal die napoleonische Biene, mit der in Malmaison ein Bettvorhang bedruckt war. Alles hat eine Geschichte zu erzählen“, sagt Sarah Cole. Es sind Zitate, denen die Farben von Farrow & Ball neue Stimmungen geben. Genau zwischen gewagt und gediegen. Sehr britisch eben.

Autor:
Josephine Grever