Kunst Juwelen des Alltags

Der Hamburger Florian Borkenhagen sammelt banale Alltagsdinge – und gibt ihnen überraschend neuen Glanz.


Kaufhaus Stilbruch

Im Sperrmüll-Kaufhaus „Stilbruch“ fand der Künstler jede Menge Gebrauchsglas. „Sehr praktisch“, meint er, „wenn aus einem Set von zwölf Obsttellern zwei fehlen.“

Die Geschichte wirkt nach. Bis heute prägen die beiden Erlebnisse – also die wundersame Entdeckung von Juwelen des Alltags und ihre erzwungene Entsorgung – die Arbeit des Künstlers Florian Borkenhagen. Die erste Lehre aus den Erfahrungen der Kindheit: Jedes einfache Ding hat eine poetische Seite, man muss sie nur entdecken. Die zweite: Ein Schatz gewinnt Beständigkeit nur, wenn er mobil ist.

 

Natürlich trifft das auch auf den riesigen Kronleuchter zu. Zerlegt in Ober- und Unterteil, kann er an jeden Ort der Welt reisen. Soll er auch: „‚Pollux‘ soll auf dem San Bernardino strahlen“, beginnt der Künstler die Aufzählung seiner Reisepläne, „er soll auf einem Containerschiff in Sankt Petersburg einreisen, den Markplatz der estländischen Stadt Paide nachts illuminieren oder die Bewohner im sizilianischen Cefalù an einem Tisch versammeln – kurzum: Er soll reisen und erleuchten.“

 

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Autor:
Sabine Howe
Fotograf:
Jan Kopetzky, PR