Handwerk Das Herstellen von Ebru ist aufwendig

Hikmet Barutçugil ist Ebru-Meister in Istanbul. Keiner beherrscht die Kunst des Marmorierens so gut wie er.

Osmanische Tulpe

Osmanische Tulpe

Blüte und Blätter werden mit spitzem Pinsel auf Perlmoos-Schleim gemalt, dann mit dem Papierbogen abgenommen.

Mit Wasser und Neutralsalz aufgekochtes isländisches Perlmoos steht tagelang, um den perfekten Schleim zu entwickeln. Auf dem schwimmen dann die mit Ochsengalle versetzten Farben: Aquarellfarben, Tempera, Öl; alles ist möglich. Hikmet hat ein eigenes Rezept. Er arbeitet mit pulverisierten Pigmenten, was die Anzahl der Farben erhöht.

„Jedes Ebru-Blatt ist wie ein Fingerabdruck des Künstlers“, sagt Hikmet. Er ist eine Art Botschafter des alten Handwerks, hält weltweit Vorträge, hat etliche Ausstellungen bestückt und zwölf Bücher herausgegeben. Sein Haus soll eines Tages Museum werden. Hikmet beherrscht die Kunst des Ebru auf allen Oberflächen – auf Glas, Keramik, Metall, Holz, Stoff, wie man in seinem Haus sehen kann: „Kunst“, so der Meister, „macht man am besten haltbar, wenn man sie in den Alltag bringt.“

Seite 2 : Das Herstellen von Ebru ist aufwendig
Schlagworte:
Autor:
Inge Ahrens
Fotograf:
Jan Kopetzky