Grüne Tour Garten des Hotel Laurin

Opulente Blütenpracht, zarte Präziosen und mystisch anmutende Labyrinthe – Gartenliebhaber kommen hier garantiert auf ihre Kosten.

Meraner Röschen

Ein angeblich 1000-jähriges „Meraner Röschen“ rankt sich um eine hünenhafte Himalaja-Zeder im Garten des Hotels Laurin in der Bozner Innenstadt.

Gerade mal eine halbe Autostunde entfernt liegt ein anderer, in seinen Ursprüngen fast ebenso alter und ebenso großer Park. Mitten in der Bozner Altstadt, einen Steinwurf von der gotischen Pfarrkirche und dem Waltherplatz entfernt, lockt der Garten des Hotel Laurin. Der Gerbermeister Moser hat ihn im 19. Jahrhundert angelegt und dafür ein Weingut geopfert, was viele Bozner Bürger mit Unverständnis und Spott quittierten. Aber schon 1865 stand in dem Nachruf über Karl Moser: „Er war Besitzer einer unserer schönsten Zierden der Stadt, des bekannten, mit viel Geschick angelegten Ziergartens, dem er in seinen Mußestunden seine ganze Sorgfalt zuwendete.“
Steintorso

Versonnen steht ein Steintorso im Schatten.

Schon zu Mosers Lebzeiten waren die Rabatten mit den vielen unterschiedlichen Rosen berühmt. Der heutige Besitzer, der Hotelier und Unternehmer Franz Staffler, setzt die Tradition Mosers fort und fügte zu dem alten Bestand viele Raritäten und Exoten hinzu.

 

 

Glyzinie

Duftend überspannt die Glyzinie eine Laube.

Die Rabatten mit den Rosen des Herrn Moser verzaubern heute noch die Besucher des Gartens, sie werden zum Nachbargrundstück abgeschirmt von Hainbuchen, einer Steineiche und einer Heckenmyrte. Dahinter entfalten zwei Tulpenmagnolien im Schutz eines Urweltmammutbaums zur kurzen Blüte ihre duftende Pracht. Schmale Kieswege führen vorbei an einem von Weißbirke und Blutpflaume begrenzten Pool. Besonders augenfällig sind Blüten, die wie weiße Papiertaschentücher über einer Kugel schweben – der Taschentuchbaum ist auch hierzulande eine Rarität. Unter den drei Riesenmammutbäumen lässt sich ein Hauch von Ewigkeit erahnen und die Sonne des späten Nachmittags bei einem Glas Wein oder einem Espresso genießen. In dem zur Terrasse gelegenen Teil des Gartens breiten Fächerahorne ihre Blattdächer aus, und das schokoladenbraune federartige Blattwerk des Seidenbaums glitzert in der Sonne.
Elefantenskulptur

Elefanten sind die Lieblingstiere des Besitzers – hier aufgetürmt wie die Bremer Stadtmusikanten.

Auf der anderen Seite des Weges gruppieren sich Tränenkiefer, Blaue Atlaszeder und ein Lederhülsenbaum um ein Freiluftrestaurant. Einer Mär - chen welt zu entspringen scheint die 1000- jährige Kletterrose, die den Stamm der hünenhaften Himalaja-Zeder wie ein filigranes Spitzenkleid mit zartgelben Blüten umhüllt. Zu Füßen der Bäume wächst ein Blütenmeer aus Berberitzen, Azaleen, Kamelien und Alpenrosen. Dazu gesellen sich Hibiskus, Gartenhortensie, Winterjasmin, Liguster, Lorbeer.

Autor:
Manuela van Rossem
Fotograf:
Annette Fischer, Bärbel Miebach