
Unser Trend-Rückblick auf die Salone del Mobile 2026: Eine große Show
Mailand bleibt die größte internationale Bühne für Wohntrends. Die Design Week verwandelte einmal mehr die ganze Stadt: Zahlreiche Showrooms, Gärten und Innenhöfe wurden zur Kulisse für kreative Visionen. Auf dem Messegelände präsentierten internationale Top-Marken und DesignerInnen ihre neuesten Möbelentwürfe.









Eames: Endlich eine Vision wird massentauglich

Eames-Fans ließen sich das nicht entgehen: eine Replikation des „Case Study House No. 8“ von Charles und Ray Eames – nicht nur zum Greifen nah, sondern bald auch als Bausatz im Geiste der beiden Kreativen erhältlich? Eine Sensation! Während das Original, wie es seit 1949 in den Hügeln von Pacific Palisades in Los Angeles thront, nur von wenigen BesucherInnen betreten werden darf, konnte in der Mailänder Triennale ein Nachbau besichtigt und, ja, sogar angefasst werden. Die Installation war Teil der Ausstellung „The Eames Houses“, in der das Eames Office zusammen mit dem spanischen Hersteller Kettal und der Charles & Ray Eames Foundation Archivmaterial und Modelle von realisierten und nicht verwirklichten Konzepten des „Case Study Houses“-Programms aus der Mitte des 20. Jahrhunderts zeigte. Ab Herbst gibt es von Kettal einen modularen Gartenpavillon, der das Erbe der Eames' bewusst nicht kopiert, sondern respektvoll würdigt.




Junges Design auf SaloneSatellite
Der SaloneSatellite ist das wichtigste Sprungbrett für junge DesignerInnen während der Mailänder Möbelmesse. Auf einer eigenen Ausstellungsfläche innerhalb der Messe präsentieren sie Prototypen und neue Konzepte. Prämiert wurden dieses Jahr Innovationen, die digitale Präzision mit natürlichen Materialien vereinen – eine Design-Antwort auf nachhaltige Ästhetik. Den ersten Preis sicherte sich das dänische Studio Russo Betak mit seiner Hängeleuchte „Nippon“. Aus Abfallschalen von Restaurants entstehen 3D-gedruckte Module, die zu filigranen Leuchten zusammengesetzt werden – eine zirkuläre Neuinterpretation dänisch-japanischen Designs. Platz zwei ging an IOUS aus den Niederlanden. Bei ihren „3DP Ceramic Tiles“ wird digitale Fertigung zum „neuen Handwerk“, so die Jury, indem digitale Präzision mit der Haptik von Ton verschmilzt. Das deutsche Duo (und AW Newcomer) Jüngerkühn (5) belegte mit den Porzellanvasen „Soft Touch“ den dritten Rang – das Material weist Texturen auf, die organisch, fast hautähnlich wirken. Ebenfalls im Fokus: die Wandleuchte „Agari“ , der Lounge Chair „Till“ und die Stehleuchte „Solid Floor Lamp“.













Leder liegt im Trend und zeigt seine Vielseitigkeit
Der US-amerikanische Künstler Dozie Kanu hat das Material der Stunde raffiniert genutzt: Seine Konsolen und Tische für Knoll swingen förmlich dank der Fransen aus Leder. Der Kreative, der heute in Portugal lebt, sagt: „Meine Eltern kamen aus Nigeria nach Houston, Texas. Ich habe in meinem Entwurf den Look von afrikanischen Masken mit dem von amerikanischen Cowboys vereint.“ Für den Loungesessel „Cordia“ wird die Rückseite von Leder sichtbar aufgezogen, sodass auch Häute verwendet werden können, die auf der Oberseite Narben etc. haben. Der massive geschliffene Glaskörper der Leuchte „Era“ kontrastiert mit einem Lederschaft. Gary Humes Vase „American Tan VI“ ist mit Lederintarsien verziert. „Opus Memoria“ wirkt wie ein thronartiger Sessel mit Lederschleppe. Der Glassockel der Leuchte „Tulisse“ von Atelier Oï trägt einen Lampenschirm aus einem Geflecht von doppellagigen, zweifarbigen Lederbändern. Der Hocker „Yuan“ vereint Holz mit Leder und Durchblick. Die „Piano Box“ kombiniert kunstvoll verschiedene Leder.
















