ADOLF LOOS

geboren am 10. Dezember 1870 in Brünn (Österreich)

verstorben 1933 in Kalksburg bei Wien

Tätigkeitsbereich

Architektur

Kurzbiografie

Adolf Loos ist einer der wichtigsten Wegbereiter der Moderne in Architektur und Design mit ihrer entsprechenden Programmatik von „form follows function“. Durch eine Reise 1893 in die USA entdeckt Loos seine Vorliebe für die moderne Architektur, die sich in krassem Gegensatz zur damaligen kaiserlichen Architektur in Wien verhält. Bekannt wird er dann 1898 durch seine Artikelserie für die Neue Freie Presse in Wien, in der er später auch seinen Artikel Ornament und Verbrechen (1908) veröffentlicht.

Er wird zum Architektur-Revolutionär und beginnt zuerst mit Inneneinrichtungen des Cafe Museum (1899) und der American Bar (1908), die für großes Aufsehen sorgen. Sein bis heute bekanntestes Werk, das Looshaus, errichtete er 1910 für die Bekleidungsfirma Goldman & Salatsch in Wien. Man sagt der Kaiser habe alle Fenster seines Palastes in Richtung des Looshauses zunageln lassen, um dieses „scheußliche“ Haus nicht sehen zu müssen. Nach der Auflösung der Monarchie Österreich-Ungarns 1918 wird er tschechischer Staatsbürger und in den späten 20er Jahren emigriert er nach Paris und entwirft dort u.a. ein Haus für die Sängerin Josephine Baker.

Ausbildung/Werdegang

  • ab 1885 Besuch der k.k. Staatsgewerbeschule in Reichenberg (Böhmen)
  • 1889 Matura-Abschluss an der k.k. deutschen Staats-Gewerbeschule in Brünn
  • 1889/1890 und 1892/1893 studierte er kurze Zeit an der Technischen Hochschule in Dresden, nachdem er zuvor kurze Zeit an der Akademie in Wien studiert hatte
  • 1893 reiste er in die USA, wo ein Bruder seines Vaters lebte, und hielt sich bis 1896 dort auf
  • 1896 ließ er sich endgültig in Wien nieder und begann seine Tätigkeit als Journalist und Architekt. Adolf Loos war dort eng mit Künstlern wie Arnold Schönberg, Oskar Kokoschka, Peter Altenberg und Karl Kraus befreundet
  • 1902 bis 1905 war er mit der Schriftstellerin und Schauspielerin Lina Loos (geb. Obertimpfler) (1882-1950) verheiratet
  • 1912 gründete er im Oktober die private Adolf-Loos-Bauschule
  • Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns 1918 wurde er tschechoslowakischer Staatsbürger
  • 1918 bis 1926 war er mit der Tänzerin Elsie Altmann (1899-1984) verheiratet
  • Im Jahr 1921 wurde er Chefarchitekt des Wiener Siedlungsamtes
  • 1924 trat er von seiner Stelle im Siedlungsamt zurück und verlässt Wien, um sich in Paris niederzulassen – dieser Schritt markiert auch das Ende seiner privaten Bauschule. In Paris pflegte er zahlreiche Kontakte zur dortigen Künstleravantgarde. Er baute unter anderem ein Haus für Tristan Tzara und entwarf auch eine Villa für die Tänzerin Josephine Baker
  • 1928 kehrt er nach Wien zurück
  • 1929 bis 1931 war er mit der Fotografin Claire Beck (1905-1945) verheiratet
  • Am 23. August 1933 stirbt Adolf Loos in einem Sanatorium in Kalksburg bei Wien
Designer Architekt

Bekannteste Werke (Auswahl)

Inneneinrichtung

  • 1899 Café Museum in Wien, Österreich
  • 1908 American Bar in Wien, Österreich

Gebäude

  • 1910 Looshaus am Michaelerplatz (für Goldman & Salatsch) Wien, Österreich
  • 1910 Haus Steiner in Wien, Österreich
  • 1912 Haus Horner in Wien, Österreich
  • 1913 Haus Scheu in Wien, Österreich
  • 1926 Wohnhaus Tristan Tzara´s in Paris, Frankreich
  • 1928 Haus Moller in Wien, Österreich
  • 1930 Villa Müller in Prag, Tschechien

Artikel

  • 1908 Die Streitschrift Ornament und Verbrechen
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