ALESSANDRO MENDINI

geboren 1931 in Mailand (Italien)

lebt und arbeitet in Mailand

Tätigkeitsbereiche

Möbeldesign, Architektur, Produktdesign

Hersteller/Bezugsquellen

Alessi, Philips, Cartier, Swatch, Hermès, Swarovski, Cappellini, Olivari, Zanotta

Kurzbiografie

Nachdem Mendini 1959 seinen Abschluss in Architektur in Mailand gemacht hatte, arbeitete er für kurze Zeit im Büro Marcello Nizzoli und leitete dann für 15 Jahre mehrere Design-Zeitschriften: zuerst Casabella, dann Modo und schließlich Domus. Während er Zeitschriften entwickelte, war er ein aktiver Teil der radikalen Bewegung in der italienischen Architektur und setzte dies mit dem Büro Alchimia 1978 fort. Dort entwickelte er das Re-Design (oder das so genannte "Banal Design") von schon bestehenden Designobjekten, indem er Alltagsobjekten mit Hilfe von innovativen Farben und Formen ein neues ironisches Erscheinungsbild verschaffte. Dazu zählen z.B. Marcel Breuers Wassily-Sessel, das Kandinsky Sofa, Poltrona di Proust und der klassische Thonet-Stuhl.

Im Jahre 1996 gab Mendini allen Swatch-Filialen auf der ganzen Welt ihr charakteristisches Aussehen und auch unzählige Alessi-Filialen weltweit wurden von ihm gestaltet. Zu den bekanntesten Architekturprojekten zählt das Museum in Groningen in den Niederlanden, das er zusammen mit Philippe Starck, Frank Stella und Michele de Lucchi designte.

Ausbildung/Werdegang

  • bis 1959 studiert er am Politecnico di Milano Architektur
  • bis 1970 war er Partner in dem Architekturbüro Nizzoli Associati Practi
  • 1970-1976 Chefredakteur der Architekturzeitschrift "Casabella"
  • 1977-1981 Chefredakteur von "Modo"
  • 1979-1985 war er Herausgeber des Magazins "Domus"
  • 1973 war er Gründungsmitglied der Gruppe "Global Tools"
  • 1978 gehört er zu den Gründungsmitgliedern des Studio Alchimia, wo er mit Ettore Sottsass und Michele De Lucchi zusammen arbeitete
  • 1982 war er Mitbegründer der Domus Academy
  • 1989 gründete er zusammen mit seinem Bruder Francesco das Studio Mendini
  • er war Professor für Design an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien

Bekannteste Werke (Auswahl)

Re-design

  • 1978 Wassily (Sessel von Marcel Breuers)
  • 1978 Kandissi (Sofa)
  • 1978 Poltrona di Proust
  • 1978 Thonet (Stuhl)
  • 1978 Superleggera (Gio Pontis Stuhl)
  • 1978 Universale (Stuhl von Joe Colombo)

Design

  • 1981 Mobile infinito (Serie für Cassina)
  • 1983 Cas della Felicità (mit Achille Castiglioni und Aldo Rossi für Alessi)
  • 1984 7400 Agrilo (Tisch für Zanotta)
  • 1985-88 Calamobio (für Zanotta)
  • 1986 Sirfo (Tisch für Zanotta)
  • 1987 Stelline (Stuhl für Elam)
  • 1988 Bisanzio (Sofa für Zanotta)
  • 1992 Swatch GZ121 (Uhr)
  • 1992 Milky Way (Glas für Ritzenhoff)
  • 1994 Anna G. (Küchengeräte für Alessi)
  • 2009 Archetto (Schrank für Cappellini)

Architektur

(Atelier Mendini, zusammen mit Francesco Mendini)

  • 1988 Paradise Tower, Hiroshima, Japan
  • 1989-94 Museum in Groningen/Niederlande (als Gemeinschaftsarbeit von Alessandro Mendini mit Philippe Starck, Frank Stella und Michele de Lucchi)
  • 1993  Alessi-Büro in Omegna, Italien.
  • 1997 Renovierung der Fassade des Casino Arosa in Arosa, Italien
  • 1998 Umgestaltung des Stadtviertels Maghetti in Lugano, Italien
  • 1999 Renovierung des historischen »Parco della Villa Communale« in Neapel, Italien
  • 2000 U-Bahn-Haltestellen in Neapel, Italien
  • 2004 Olympischer Swimmingpool in Triest, Italien
  • 2004 Galleria Mendini in der Tumringerstraße in Lörrach
  • 2005 Byblos Art Hotel in Verona, Italien
  • 2005 Trend Group Büro in Vicenza, Italien
  • 2007 Medienzentrum der Verlagsgesellschaft Madsack im Steintorviertel von Hannover
Designer Architekt

Auszeichnungen

  • 1979 Compasso d'oro
  • 1982 Compasso d'oro
  • Ehrenmitglied der Bezabel Akademie für Kunst und Design in Jerusalem
  • Chevalier des Arts et des Lettres in Frankreich
  • Ehrenmitglied der Architektenvereinigung in New York
  • Ehrendoktorwürde des Polytechnikum in Mailand
  • 2017 AW Designer des Jahres
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