Werner Aisslinger

Designer des Jahres 2014 – Werner Aisslinger 

Kurzporträt

Werner Aisslinger ist ein deutscher Produktdesigner, der wirklich ins 21. Jahrhundert gehört. Keiner, dem es nur um neue Formen für Altbekanntes geht. Kein Ästhetik-Fetischist, dem egal ist, was er tut, wenn es nur gut aussieht und seinem Schöpfer zum Ruhm gereicht. Aisslinger hat kein Interesse daran, einfach schöne Dinge zu kreieren. Er will Sinnvolles schaffen, die Welt wenigstens im Kleinen ein Stückchen nach vorne bringen, mit seinen Entwürfen Geschichten erzählen. Dabei bevorzugt er natürliche Materialien, die wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden können, das sind aber nicht unbedingt Recyclingmaterialien. Da ist es nur logisch, dass der Experimentator Aisslinger auch schon einen Stuhl ("Chair Farm") aus einer Pflanze wachsen ließ.

Nachhaltigkeit hält Aisslinger für eine heute unabdingbare Komponente des Gestaltens und hat gesagt: "Man will als Designer nichts in die Welt setzen, das man energetisch überhaupt nicht verantworten kann, was sich nicht abbaut oder einen hohen Energieaufwand hat."

Um seine selbstgesteckten Ziele zu erreichen, beschäftigt Werner Aisslinger sich intensiv mit Materialien und innovativen Technologien, versucht zu ergründen, wie und wohin die Welt sich entwickelt und was er dazu beitragen kann. Mit einigen wirklich neuen Ideen tauchte Aisslinger Mitte der neunziger Jahre auf dem Radar der internationalen Designszene auf. So führte er sowohl Integralschaum (1996 beim Juli-Stuhl für Cappellini) als auch 1999 ein Techno-Gel, wie es für Fahrradsättel verwendet wird, ins Möbeldesign ein – bei der Soft Cell Collection für Zanotta und beim Gel Chair für Cappellini.

Werner Aisslinger beschränkt sich aber nicht aufs Möbeldesign, sondern denkt weiter darüber hinaus. Spektakulär sein Loftcube von 2003. Aisslinger reagierte damit auf die Wohnungsknappheit in den urbanen Zentren. Der futuristische, 36 Quadratmeter große, nahezu autarke Wohnwürfel steckt voller cleverer Vorschläge, wie der begrenzte Platz optimal genutzt werden kann. Per Hubschrauber kann der leichte Loftcube auf jedem ungenutzten Hausdach abgesetzt werden und so neuen, günstigen, multifunktionalen Wohnraum bieten. Auch wenn der Loftcube es nie in die Massenproduktion geschafft hat und ein Prototyp heute in Berlin, im Garten des Haus am Waldsee steht, hat Aisslinger damit einmal mehr einen Anstoß für das Design der Zukunft gegeben.

www.aisslinger.de

Lebenslauf

1964 geboren in Nördlingen
1987 bis 1991 Studium an der Hochschule der Künste Berlin, Fachbereich Industriedesign
1989-1992 Mitarbeit bei Ron Arad, Jasper Morrison, Andreas Brandolini und im Studio de Lucchi
1993 Gründung des Designbüros „Studio Aisslinger“ in Berlin
1998-2005 Professor für Design an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
seit 2006 Mitglied des Kuratoriums der Raymond Loewy Foundation
seit 2006 Jurymitglied für den Lucky Strike Designer Award Architektur

Wichtige Entwürfe
Design

  • Stuhl Juli für Cappellini
  • Sofa Bikini Island für Moroso
  • Regalsystem Mesh für Piure
  • Stuhl Chairman für Conmoto
  • Sideboard Change für Interlübke
  • Regal Endless Shelf für Porro
  • Badkollektion TRICOLORE für KALDEWEI

 

Architektur und Interieurs

  • Loftcube
  • Fincube
  • Hotel Hobo in Stockholm
  • 25hours Hotel The Circle in Köln
  • 25hours Hotel Bikini in Berlin
  • Michelberger Hotel

 

Auszeichnungen

1992 Design Plus Award für „otto chair“
seit 1994 mehrfach mit dem Red Dot Design Award Deutschland ausgezeichnet 
1995 Compasso d’Oro für „endless shelf“
1996 Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, German Design Council, Frankfurt
2000 Red Dot Award, Essen, für „x-table“
2004 Compasso d’Oro
2005 FX Award UK für „Level34“ von Vitra
2010 Sieger European Hotel Design Awards Winner für Michelberger Hotel
2011 Red Dot – Best of the Best  für YILL
2013 German Design Award für "Lounge Chair DS 144" für de Sede
2014 if Gold Award für „ADD“ für Flötotto
2016 German Design Award für "PAD Collection"
2018 Good Design Award, Chicago, für "Nomos Autobahn"

 

Kunden

Adidas, Rolf Benz, Cappellini, Conmoto, de Sede, Foscarini, FSB, Interlübke, Lema, Magis, Moroso, Piure, Porro, Thonet, Zanotta

Designer Architekt
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