Unkonventionell Die Brieffreunde

Schatten, Trockenheit, kiesiger Boden: Für Beth Chatto waren das keine Hindernisse, einen der meistbewunderten Gärten Englands zu schaffen und eine Generation von Pflanzenfreunden mit unkonventionellen Lösungen zu beeindrucken. Ihr Mitstreiter im Geist war der Gartenrebell Christopher Lloyd. Sie führten eine amüsante Korrespondenz.

Beth Chatto wirbelte die Gartenszene mit grundsätzlichen Beobachtungen auf. Wie langweilig ein Garten, der nur auf Blüten setzt, sie fordert stattdessen Strukturen. Wie verschwenderisch dieses ständige Wässern, sie härtet ihre Pflanzen ab. Die Aversion gegen eine Schöngärtnerei, die sich gegen die Gegebenheiten stemmt, statt mit ihnen positiv umzugehen, teilte sie mit Christopher Lloyd. Der große alte Mann des englischen Gartens stritt mit Freude und Ingrimm gegen manche Gartenklischees. Rosen? Warum sich mit ihnen plagen, wenn sie nicht wachsen wollen? Für A&W hat er eine Streitschrift gegen die Königin der Blumen geschrieben (K.O. für Rosen, A&W 4/1996). Der 1998 erstmals veröffentlichte Briefwechsel der beiden Meistergärtner ist eines der schönsten Gartenbücher der letzten Jahrzehnte. Denn es zeigt den weiten kulturellen Horizont, vor dem sie arbeiteten, erzählt von Reisen, Konzerten, Freunden ebenso wie von Pflanzen, vom Ernten und Kochen. Im April 2013 erscheint der Band auf Deutsch („Dear Friend and Gardener!“, DVA, 24,99 Euro).

Der Garten von Christopher Lloyd

Great Dixter in Northiam hat von Blütenpflanzen durchsetzte Obstwiesen, exotische Rabatten, Formschnittgehölze, uralte Maulbeerbäume – fast alles, wovon Gartenfreunde träumen. Dazu das von Edwin Lutyens instand gesetzte mittelalterliche Manor House. Nach Christopher Lloyds Tod im Jahr 2006 war das Schicksal des Anwesens lange Zeit ungewiss. Heute leitet sein enger Vertrauter Fergus Garrett die beständig sich erneuernden Pflanzprogramme in Englands Gartenikone. www.greatdixter.co.uk

2 3 4
Schlagworte:
Autor:
Josephine Grever
Fotograf:
Howard Sooley