Die neuen deutschen Gärtner Pflanzenbilder

Til Hofmann und Fine Molz in Affolterbach bei Weinheim profitieren von der Nähe zum trendsetzenden Hermannshof. Sie liefern Pflanzen für das New German Gardening, ein Stil, der nicht auf Show, sondern Effizienz setzt.
Pflanzenbilder

Bogenliebesgras

Eragrostis curvula, das Bogenliebesgras, ein zarter, allerdings nicht immer winterharter Dauerblüher aus Südafrika.

Der Ehrgeiz des Gärtnergespanns ist, für diese Orte „stimmige Pflanzenbilder zu komponieren“. Anders als manche Gärtner fragen sie ihre Kunden nicht: „Welche Blumen mögen Sie?“ Sondern: „Wann soll es blühen? Sollen die Pflanzen hoch, niedrig oder flach sein?“ Und – heikel – „wie viel Arbeit wollen Sie investieren?“ Wenn man diese Checkliste durchhat, so Til Hofmann, findet man schnell Lösungen. Raritäten braucht man dafür nicht. Trotzdem, gesteht er, seien sie „ein bisschen exklusiv“.

Prärietropfengras

Pampasgras kommt Til Hofmann nicht in den Garten, „zu exotisch, das lässt sich nicht einbinden“. Allzeit gut ist dagegen das Prärietropfengras. Es braucht zwar ein Jahr zur Entwicklung, wird dann aber uralt.

Eindeutig profitieren sie von der Nähe zum Hermannshof, haben Unbekanntes, Verkanntes und sind „in Präriestauden stark bestückt“. Indianernesseln, Monarden, sind zum Beispiel seit Jahren populär. Jeder, der Piet Oudolfs berühmte Gärtnerei im holländischen Hummelo besucht hat, brachte sich welche mit. Doch in Holland ist der Boden feucht. Das Grundwasser steht hoch. Die Souvenirpflanzen mickerten. Im Hermannshof hat Til Hofmann eine neue Indianernessel ausgelesen: ‚Pummel‘ heißt die trockenheitsverträgliche Monarda menthifolia.

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Autor:
Elke von Radziewsky
Fotograf:
Robert Fischer