Die neuen deutschen Gärtner Bergenien

Annemarie Eskuche im niedersächsischen Ostenholz mag Pflanzen, die Teamqualitäten haben. Ihre Spezialitäten sind Geranium, Bergenia und Epimedium – Gewächse, die ihre Raffinessen nur dem genauen Betrachter zeigen.
Bergenien

Meistergarten

Der Meistergarten befindet sich neben der Gärtnerei und ist an Tagen der offenen Gartenpforte zu besichtigen.

Pragmatisch, ohne Idealismus. Nur bei Bergenien schaut sie genauer hin, macht Auslesen und sucht nach Verbesserungen. – Warum gerade die? „Zufall. Beobachtung.“– Fans des Bodendeckers sind seit Langem die Briten. Ihr gefällt der englische Usus, Baumscheiben mit den großen, glänzenden, immergrünen Blättern zu bepflanzen. Also sucht sie in den Auslesen nach noch attraktiveren Blättern, großen Blüten – und gutem Vermehrungspotenzial. Als Annemarie das Sortiment übernimmt, gibt es auffallend viele Bergenien-Sorten.

Storchschnabel

Die lang gezogene Form seiner Fruchtstände gab dem Storchschnabel, lateinisch Geranium, seinen Namen. ‚Orion‘ ist eine tiefblau blühende und – mit 70 Zentimetern – hohe Sorte.

Bei Geranium sind es „normale“ 20, bei den Epimedien, den Elfenblumen auch nur zehn – Standard für eine gute Gärtnerei. Annemarie Eskuche fängt an, Geranium zu sammeln. – Was hat sie geleitet? „Hmm, andere packt es eben bei Euphorbien.“ – Als möglicher Grund fällt ihr ein, dass die kleinen Pflanzen so viel können. Dass sie so unterschiedlich sind, klein, groß, rot geadert, lila geadert. Sie bringt es auf 120 Arten und Sorten und reiht sich damit unter die deutschen Raritätengärtnereien ein. Doch wie die Mutter ist sie Pragmatikerin.

Schlagworte:
Autor:
Elke von Radziewsky
Fotograf:
Robert Fischer